Seit dem 15. September nimmt die Landesapothekerkammer Hessen am Deutschen Apothekertag (DAT) in München teil. Bis zum 17. September beraten Delegierte aus Apothekerkammern und -verbänden aus ganz Deutschland über die Zukunft der Arzneimittelversorgung. Die hessischen Delegierten bringen dabei zentrale Anliegen aus Hessen in die bundespolitische Diskussion ein: eine verlässliche Versorgung vor Ort, konsequente Patientensicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen.
Hessische Perspektive für die Arzneimittelversorgung
Der Deutsche Apothekertag ist die zentrale Plattform für die berufspolitische Willensbildung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker. In München stehen unter anderem die Weiterentwicklung der Apothekenversorgung, die Rolle der Apotheken in der Primär- und Notfallversorgung sowie die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Berufsstands im Mittelpunkt.
Primär- und Notfallversorgung: Verantwortung braucht Rahmenbedingungen
Bei der Eröffnung am Dienstag betonte Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann die gesellschaftliche Verantwortung der Apotheken und ihre Bedeutung für die Primär- und Notfallversorgung. Auch zum Versandhandel bezog er Stellung: Für ihn müssen für alle Anbieter gleiche Regeln gelten; der ausländische Versandhandel betreibe derzeit Wettbewerbsverzerrung.
Die Landesapothekerkammer Hessen begrüßt die stärkere Einbindung der Apotheken in die Versorgung. Damit diese Verantwortung dauerhaft und sicher übernommen werden kann, braucht es aus Sicht der hessischen Apothekerschaft verlässliche wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen, klar definierte Aufgaben und qualifizierte Teams. Neue Leistungen wie pharmazeutische Dienstleistungen und Schutzimpfungen müssen so ausgestaltet sein, dass sie patientensicher, praxistauglich und dauerhaft umgesetzt werden können.
Die Apotheke ist kein reiner Abgabeort. Sie steht für persönliche Beratung, Arzneimittelsicherheit, schnelle Hilfe und Verantwortung für die Menschen in der Region. Wer die Apotheken stärker in die Primär- und Notfallversorgung einbinden will, muss ihnen dafür auch verlässliche Rahmenbedingungen geben.
Hessische Forderungen an die Politik
Die hessischen Delegierten setzen sich insbesondere ein für:
- eine stärkere Einbindung der Apotheken in Primärversorgung, Prävention und Notfallversorgung,
- faire Wettbewerbsbedingungen, insbesondere gegenüber dem ausländischen Versandhandel,
- persönliche Beratung und konsequente Patientensicherheit,
- verlässliche und zeitgemäße Rahmenbedingungen für pharmazeutische Aufgaben und Dienstleistungen
Apotheke vor Ort sichert Nähe und Verlässlichkeit
Im Mittelpunkt steht dabei die Apotheke vor Ort: Sie ist niedrigschwellig erreichbar, kennt die regionalen Versorgungsstrukturen und bietet auch außerhalb regulärer Arztkontakte qualifizierte pharmazeutische Beratung und schnelle Hilfe. Eine zukunftsfeste Arzneimittelversorgung muss diese Nähe und Verlässlichkeit sichern.
Bekenntnis zu Menschlichkeit, Vielfalt und Demokratie
Der Deutsche Apothekertag hat zudem ein gesellschaftspolitisches Zeichen gesetzt. Die Hauptversammlung bekannte sich in einer Resolution zu Menschlichkeit, Vielfalt und demokratischer Verantwortung. Apotheken seien Orte der Gesundheitsversorgung für alle Menschen und begegneten Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden in ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Vielfalt mit Respekt, Offenheit und fachlicher Verantwortung.
„Diese Resolution ist gerade in diesen Zeiten sehr wichtig und richtig. In der Apotheke erleben wir jeden Tag Menschen mit Sorgen, Schmerzen, Fragen und Ängsten. Wir begegnen ihnen als Menschen und denken nicht in Schubladen. Eine Apotheke ist für alle da und ist offen für jede Herkunft, Religion, jedes Alter, jede Lebensgeschichte und Identität. Ausgrenzung ist für uns nicht akzeptabel – wir bieten Vertrauen; und ohne Vertrauen gibt es keine gute Gesundheitsversorgung. Deshalb ist es genau das richtige Zeichen, dass der Deutsche Apothekertag klar Haltung gezeigt hat. Menschlichkeit ist nicht verhandelbar, sondern die DNA unseres starken Heilberufes.“ Dr. Chrisitian Ude, Präsident der LAK Hessen
Für die Landesapothekerkammer Hessen gehört dieses Bekenntnis untrennbar zum Selbstverständnis des Heilberufs: Eine gute Versorgung braucht Vertrauen, Respekt und ein offenes Miteinander – in der Apotheke, im Team und in der Gesellschaft. Menschlichkeit kennt keine Ausgrenzung. Vielfalt ist eine Stärke, und Demokratie ist gemeinsame Verantwortung.
Pressekontakt
Diana Knoth, M. A.
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