Auf Einladung der CDU-Fraktionsvorsitzenden Ines Claus haben die Kammerpräsidentin und der Hauptgeschäftsführer sowie Vertreter des Hessischen Apothekerverbands an der Fraktionssitzung am gestrigen 2. Juli im hessischen Landtag teilgenommen. Anwesend war die gesamte Fraktion einschließlich der CDU-Mitglieder der Landesregierung und des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein.
Hessische CDU unterstützt die Apotheke vor Ort
„Der Apotheker vor Ort ist der letzte Schutzschild für unsere Gesundheit“, so Claus zu Beginn ihres Statements. Sie stellte klar, dass die CDU-Fraktion, aber auch die hessische Landesregierung an der Seite der Apotheker stünden. Fachkundige Apothekerinnen und Apotheker sicherten eine qualitativ hochwertige Gesundheitsberatung sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten. Claus kritisierte scharf die Reformpläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), Apotheken ohne Apotheker zuzulassen.
Die Kammerpräsidentin Ursula Funke verdeutlichte, was dieser Gesetzesentwurf für die Patienten bedeute: „Nur während acht Stunden pro Woche soll es einen Apotheker als Ansprechpartner vor Ort geben, das dringend benötigte Schmerzmittel erhält der Palliativpatient dann erst nach Tagen.“ Die Arzneimitteltherapie werde immer komplexer, die Anwendung anspruchsvoller und komplizierter. Gerade multimorbide Patienten seien darauf angewiesen, Beratung und Hilfe bei ihrer Arzneimitteltherapie zu erhalten. „Das beste Arzneimittel wirkt nicht, wenn es falsch oder gar nicht eingenommen wird. Das ist unsere ureigenste apothekerliche Aufgabe, hier den Patienten zur Seite zu stehen“, so Funke.
Die Staatsministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege Diana Stolz unterstrich die Bedeutung der Apotheker beim Erkennen und Verhindern von potenziellen Wechselwirkungen.
Laut betonte, dass die vom BMG angedachten Regelungen insbesondere auch im Nacht- und Notdienst zu einer deutlichen Verschlechterung der Versorgungsqualität der Patienten führten.
Es wurde unter anderem ausführlich über die wirtschaftliche Situation der Apotheken diskutiert und deutlich, dass hier eine Verbesserung dringend erforderlich sei, damit auch eine wettbewerbsfähige Entlohnung des Apothekenpersonals erfolgen könne.
Nach eingehender Diskussion über die Zukunft der inhabergeführten Apotheke, ihre Finanzierung und die Attraktivität der Apothekenberufe wurde seitens der Fraktion und der Landesregierung versichert, alles zu unternehmen, um die inhabergeführte Apotheke vor Ort in die Zukunft zu führen und die Pläne aus dem BMG abzuwenden. Ministerpräsident Boris Rhein sagte ebenfalls seine Unterstützung zu. Es wurde vereinbart, weiterhin in enger Abstimmung zu bleiben
Neues ABDA-Feedback-Tool auf apothekenkampagne.de
Zum Tag der Apotheke am 7. Juni haben viele von Ihnen Politikerinnen und Politiker unter dem Motto „Wir müssen reden. Die Apotheke.“ in die Offizin eingeladen, um vor Ort darüber zu sprechen, welche unverzichtbaren Leistungen die Apotheken für Patientinnen und Patienten erbringen. Vor dem Hintergrund des kürzlich veröffentlichen Referentenentwurfs des BMG ist es essenziell, dass diese Gespräche fortgesetzt und weiter intensiviert werden. So kann der Druck der Apothekerschaft auf politische Entscheidungsträgerinnen und -träger im Bund und in den Ländern aufrechterhalten werden. Es ist von existenzieller Bedeutung, den Abgeordneten deutlich zu machen, welche Gefahren, Leistungskürzungen und Qualitätseinbußen die geplante Reform mit sich bringt!
Für eine politische Auswertung und die Ausrichtung der politischen Arbeit ist ein Feedback aus Ihren Gesprächen in den Regionen wichtig. Daher können Sie unter www.apothekenkampagne.de/politikkontakt der ABDA die geführten Gespräche ab sofort melden und ausführlich dokumentieren. Über das neue Tool „Politik-Kontakt“ können Sie neben dem Namen der Politikerin und des Politikers auch die Themen und Ergebnisse Ihres Gesprächs eintragen sowie Bilder oder Videos hochladen.
Neue-Service-Materialien für Politik-Gespräche
Mit Blick auf den Referentenentwurf hat die ABDA zudem einige Service-Materialien für Sie aktualisiert. Zur inhaltlichen Vorbereitung und Umsetzung der Gespräche finden Sie unter www.apothekenkampagne.de/material/politik Einladungsschreiben für Medien und Politik, einen Leitfaden zur Gesprächsführung, ein Handout mit den wichtigsten Informationen zur Apotheke vor Ort, eine Präsentation zur Lage der Apotheken sowie einen redaktionellen Text zur Schaltung in Anzeigenblättern.
Um möglichst viele Gespräche in den Apotheken zu initiieren und zu dokumentieren, braucht die ABDA Ihre Hilfe. Werden Sie aktiv, sprechen Sie mit Ihren Abgeordneten oder Lokalpolitikerinnen und -politikern und laden Sie die Ergebnisse Ihrer Gespräche hoch. Jedes Gespräch macht einen Unterschied!