landesapothekerkammer Hessen
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LAK aktuell Sonderausgabe November 2016



Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen

EuGH-Urteil

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

das Urteil des EuGH hat uns alle erschüttert und die unsäglichen Begründungen treffen uns bis ins Mark. Man hat fast den Eindruck, der EuGH versteht die Funktionsweise des deutschen Gesundheitssystems überhaupt nicht und realisiert nicht die Bedeutung unserer Arbeit hierfür. Auch die Berichterstattung und die entsprechenden Leserkommentare in Zeitungen und Online-Medien verstärken unsere Wut über das Urteil und seine möglichen Auswirkungen auf unsere tägliche Arbeit. Diese Aussagen können uns Apotheker schon zum Kochen und den Blutdruck in gefährliche Sphären bringen.

Aber: Sich jetzt zurückzuziehen und Jammern und Lamentieren bringt uns nicht weiter.

Die einzige, schnell umsetzbare Reaktion, um unsere hochwertige und flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland durch die inhabergeführte und wohnortnahe Apotheke auch in Zukunft sicherzustellen, ist das Versandhandelsverbot von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Sofort nach Bekanntwerden des Urteils haben die ABDA sowie alle Kammern und Verbände entsprechend reagiert und unzählige Gespräche mit der Politik geführt.

An dieser Stelle möchte ich dem hessischen Sozialminister, Herrn Staatsminister Stefan Grüttner, ganz herzlich dafür danken, dass ich sehr schnell mit ihm sprechen konnte. Er hat sich sehr deutlich für unsere bestehende Arzneimittelversorgung und für die Schaffung des Rx-Versandverbotes ausgesprochen und wird die entsprechende Bundesratsinitiative unterstützen.

Vergangenen Montag fand im Bundesgesundheitsministerium ein ausführliches Gespräch zwischen der Spitze des Ministerium und der ABDA-Spitze statt. Die Berichterstattung haben Sie sicherlich verfolgt und ich denke, wir alle begrüßen, dass Bundesgesundheitsminister Gröhe das Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel auf den gesetzgeberischen Weg bringen will. Sie haben sicher auch verfolgt, dass es hierfür kräftigen Gegenwind seitens der Krankenkassen, aus Teilen der Politik sowie der Medien, die teilweise geradezu eine Hetzkampagne gegen uns Apotheker fahren, gibt.

Wir alle müssen gemeinsam diese Gegenargumente entkräften und widerlegen. Ich will die Argumente für unsere Apotheken, für den Verbraucherschutz, für die Gemeinwohlpflichten etc. hier gar nicht aufzählen, Sie kennen diese selber.

Hilfestellungen für Ihren Alltag finden Sie in dieser Sonderausgabe von LAK aktuell.

Lassen Sie uns gemeinsam unsere flächendeckende Struktur nutzen, um Politik und Bevölkerung zu überzeugen: Für die Versorgung der Menschen in unserem Land gibt es keine Alternativen zu unserem bestehenden System!

Neben der schnellen Hilfe und Versorgung der Bevölkerung schafft dieses System der Einzelbetriebe ca. 150.000 familienfreundliche und wohnortnahe Arbeitsplätze – und zwar in Deutschland!

Der Bundesgesundheitsminister hat den ersten Schritt in die richtige Richtung getan – lassen Sie ihn uns alle unterstützen, jeder an seinem Ort und mit seinen Möglichkeiten!

Der Weg ist mühsam und steinig, lassen Sie ihn uns dennoch zusammen gehen, nur dann sind wir stark! Auch wenn die Prägung unserer einzelnen Apotheken unterschiedlich sein kann, unsere grundsätzliche Interessenslage ist die gleiche: die Sicherung der Apotheken in Deutschland. Hier sitzen wir im selben Boot, das wir nur gemeinsam durch den derzeitigen Hurrikan manövrieren können.

Seien Sie sicher, dass wir –  Ihre Kammer –  und die gesamte Standesvertretung ABDA alles erdenklich Mögliche tun und tun werden, damit unser funktionierendes Gesundheitssystem nicht durch ausländische Versandapotheken torpediert und diese unsägliche Rosinenpickerei gestoppt wird.

Ihre

Ursula Funke


Aktuell


© Foto ABDA

Für Ihre Patienten: Handzettel für den Nacht- und Notdienst

Mit dem Handzettel, der unter dem untenstehenden Link als pdf heruntergeladen und dann ausgedruckt werden kann, können Sie Ihre Kunden und Patienten gerade im Nacht- und Notdienst aufklären. Damit können Sie ihnen konkret vor Augen führen, was passieren kann, wenn das Apothekensterben in Deutschland voranschreitet, die flächendeckende Versorgung nicht mehr existiert, weil uns die ausländischen Versandapotheken die Versorgung der chronischkranken Menschen streitig machen und uns so vor Ort die Existenzgrundlage wegnehmen.

Es ist uns bewusst, dass diese Gespräche Zeit und Energie kosten. Aber gerade Menschen, die in diesem Moment auf den Notdienst angewiesen sind, werden den Vorteil der schnellen Versorgung schätzen und unsere Argumente besser verstehen, als wenn sie theoretisch darüber aufgeklärt werden.

Sie helfen mit dieser Aufklärungsarbeit uns allen. Vielen Dank!

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Aktuell


© Foto Fessy/Gerichtshof der Europäischen Union

Argumentationshilfen der ABDA zum EuGH-Urteil

Die ABDA hat einen Onepager entwickelt, der die wichtigsten Argumente zum EuGH-Urteil für Sie zusammenfasst. Sie können diesen Onepager unter dem untenstehenden Link als pdf herunterladen und ausdrucken.

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Impressum




 

LAK aktuell ist das amtliche Mitteilungsblatt der Landesapothekerkammer Hessen.
Herausgeber: Landesapothekerkammer Hessen, K.d.ö.R.

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