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Archiv - Presse

Schlaflos, und nun?

Schlafmittel nicht dauerhaft einnehmen

Frankfurt am Main, 18.05.2021 – Rund 25 Prozent aller Hessen leiden, so hat es der DAK-Gesundheitsreport ermittelt, unter Schlafproblemen. Bevor wieder eine schlaflose Nacht droht, scheint es für viele Betroffene naheliegend zu sein, ein Schlafmittel einzunehmen. „Keine Dauerlösung, denn schlaffördernde Medikamente sollten nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden,“ warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Die Präparate beheben die Ursachen der Schlafprobleme nicht und können außerdem zu Abhängigkeiten führen. Hilfe gibt es in der Apotheke vor Ort: Die Arzneimittelfachleute können zu sanften Mitteln wie ausgleichenden Phytopharmaka und Schlafhygiene beraten sowie Betroffene kompetent unterstützen, sollte sich bereits eine psychische und physische Abhängigkeit von Schlafmitteln eingeschlichen haben.

Schlaf ändert sich mit dem Alter

Nacht für Nacht wiederholt sich bei der normalen und sogenannten Schlafarchitektur ein Zyklus aus Non-REM-Phase, Einschlafphase (Stadium N1), stabilem Schlaf (N2), Tiefschlaf (Slow-Wave-Schlaf) und REM-Schlaf (Stadium R). Jeder Zyklus dauert circa 90 bis 110 Minuten. Mit der Zahl der durchlaufenden Zyklen innerhalb einer Schlafperiode nimmt der Anteil des Tiefschlafs kontinuierlich ab und der Anteil des REM-Schlafes zu. Die Abfolge der einzelnen Schlafstadien ergibt das Schlafprofil (Hypnogramm). Außerdem lassen sich alterstypische Schlafprofile definieren – und damit auch ein möglicherweise verändertes Schlafbedürfnis.

Schlafstörung – oder doch nicht?

Schlafstörungen sind subjektiv empfundene oder objektiv beobachtete Abweichungen vom normalen Schlaf. Sie können sich in Ein- und Durchschlafstörungen, Müdigkeit oder eine übermäßige Schläfrigkeit äußern. Das kann die Lebensqualität und das Leistungsvermögen auch im Beruf der Betroffenen beeinträchtigen und ein Gefühl von Unzulänglichkeit und Unsicherheit hervorrufen. Von einer kurzzeitigen Schlafstörung ist die Rede, wenn die Probleme weniger als drei Monate andauern. Alles darüber hinaus wird als Langzeitschlafstörung bezeichnet, die auch über Jahre immer wiederkehren kann.

Rezeptfreie Schlafmittel: Grenzen der Selbstmedikation

Kurzfristig können schlaffördernde Präparate, die auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind, die Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten lindern. Parallel sollten Betroffene auch die eigene Schlafhygiene auf den Prüfstand stellen. Zudem können Entspannungstechniken oder Phytopharmaka wie Baldrian helfen, die Nachtruhe mittelfristig wiederherzustellen. Geduld ist gefragt: Die ausgleichende Wirkung von Baldrian tritt oft erst nach zwei bis vier Wochen ein. Bessert sich das Schlafproblem nicht, sollten Betroffene der Ursache mit Hilfe des Arztes auf den Grund gehen. Auch bestimmte Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas oder Depressionen, aber auch einige Arzneimittel können Probleme beim Schlafen begünstigen oder nach sich ziehen. 

Verschreibungspflichtige Präparate

Eine kurzfristige potente Hilfe gegen Schlafstörungen sind verschreibungspflichtige Präparate mit Benzodiazepinen sowie Zopiclon und Zolpidem, doch die Einnahme sollte nur über einen sehr begrenzten Zeitraum erfolgen und immer nur in Absprache mit dem Hausarzt. Nehmen Patienten die Mittel länger ein, kann das in eine Abhängigkeit führen – schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind von Schlafmitteln abhängig. Die weitreichenden Folgen: ein erhöhtes Sturzrisiko, Fahrigkeit, Unkonzentriertheit, Gereiztheit oder Vergesslichkeit. Oft ist die augenscheinliche Verschlechterung der Symptome auch eine Nebenwirkung der Medikamente. 

Apotheker helfen kompetent und diskret

Die Arzneimittelexperten in den Apotheken vor Ort können Betroffene nicht nur rund um passende sanfte Helfer wie Baldrian oder die altersgerechte Schlafhygiene beraten und Tipps zu Entspannungstechniken geben. Mit ihrem Know-how ermitteln die Heilberufler, ob zum Beispiel die eingenommene Medikation für die Schlafstörungen verantwortlich ist. Bei einer möglichen Abhängigkeit kommt dem Apotheker ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Durch Gespräche mit dem Betroffenen, auch in Abstimmung mit dem Arzt, können die Apotheker helfen, das Problem bewusst zu machen und beim Ausschleichen der Schlafpräparate unterstützen. Grundvoraussetzung für diesen Erfolg: Der Patient muss mitziehen.

Insomnien: Wenn Schlafprobleme zur Krankheit werden

Insomnie kann zu Müdigkeit am Tage, Gedächtnisstörungen, verminderter Aufmerksamkeit, Antriebsschwäche, Reizbarkeit und sozialem Rückzug führen. Dies kann weitere unerwünschte Folgen für das alltägliche Leben, die Freizeit und die Beziehungen zu anderen Menschen nach sich ziehen. Langandauernde, schwere Insomnien können weitere Erkrankungen hervorrufen. So ist die Wahrscheinlichkeit von Bluthochdruck und Herzinfarkt bei einer Insomnie erhöht. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Schlafmangel auf Dauer zu einer Gewichtszunahme führt und Diabetes fördert. Außerdem haben Insomnie-Patienten und -patientinnen ein erhöhtes Risiko später auftretender psychischer Erkrankungen. Dies betreffen zum Beispiel depressive Episoden oder die Entwicklung von Angststörungen und Abhängigkeiten. Außerdem wurde ein Zusammenhang zwischen Insomnie und Suizidneigung, Suizidversuchen und Suiziden beobachtet. Möglicherweise wird auch Demenz durch Insomnie begünstigt. 

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:

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Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 / 41 32 70-31
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Schlaganfall: Risiken mit Hilfe der Apotheke vor Ort minimieren

Am 10. Mai ist Tag des Schlaganfalls

Frankfurt am Main, 27.04.2021 – In Deutschland sind jährlich etwa 270.000 Patienten von einem Schlaganfall betroffen. Die Mehrzahl der Betroffenen ist über 60 Jahre, doch auch jüngere Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Genetisch bedingte Risiken wie Herzerkrankungen, einige Migräneformen oder Diabetes lassen sich zwar nicht auslöschen und auch das Alter kann nicht zurückgedreht werden. Doch beeinflussbare Faktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht, mangelnde Bewegung oder Bluthochdruck erhöhen das Schlaganfallrisiko, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie rät dazu, sich rechtzeitig vorsorglich in den Apotheken vor Ort beraten zu lassen. Die erfahrenen Heilberufler klären über mögliche Risiken auf, beraten kompetent zum Rauchen entwöhnen oder einer Ernährungsumstellung, bieten Blutdruckmessungen an und unterstützen die Patienten auch bei der Wahl der passenden digitalen Helfer.

Schlaganfall ist nicht gleich Schlaganfall 

Der Schlaganfall ist keine einheitliche Erkrankung. Unter dem Begriff werden mehrere Erkrankungen zusammengefasst, die verschiedene Ursachen haben. Hauptsächlich werden zwei Formen des Schlaganfalls unterschieden: Der „Hirninfarkt“ oder ischämische Schlaganfall entsteht durch den Verschluss einer Arterie durch ein Blutgerinnsel. Meist sind die Gefäßwände bereits vorgeschädigt, verhärtet und durch Ablagerungen verengt. Das Blutgerinnsel kann auch aus der Halsschlagader oder dem Herzen, zum Beispiel durch Vorhofflimmern oder Herzklappenerkrankungen, kommen. Es kann aber auch direkt zum Verschluss einer Hirnarterie durch Gefäßverkalkung kommen. Rund 80 bis 85 Prozent aller Schlaganfälle geht darauf zurück. Von einer Hirnblutung spricht man, wenn ein Gefäß im Gehirn platzt und somit bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Das kann passieren, wenn die Gefäße durch Bluthochdruck dauerhaft geschädigt wurden.

Gesunder Lebensstil reduziert Schlaganfall-Risiko

Risiken einfach hinnehmen? Das muss nicht sein. Gegen Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck lässt sich einiges tun. Betroffene sollte auf eine gesunde Ernährung umsteigen, zum Beispiel auf die bekannte Mittelmeerdiät mit viel frischem Obst, Gemüse, gesunden Fetten und Fisch. Auch regelmäßige Bewegung ist ein richtiger Schritt, um das Schlaganfallrisiko zu reduzieren. Außerdem sollten der Blutdruck und die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden, um eine negative Entwicklung Richtung Schlaganfall schneller zu erkennen – manche Apotheken bieten neben der üblichen Blutdruckmessung auch eine Bestimmung des Blutfettwerte an. Zigaretten schaden der Gesundheit und auch das Risiko eines Schlaganfalls wird mit jedem Zug erhöht. Nikotinersatzpräparate aus der Apotheke wie Pflaster, Kaugummis oder Spray führen das Nikotin vorübergehend in absteigender Dosis zu und erleichtern den Rauchentzug. Menschen mit genetisch bedingten Risiken wie Thrombose, einer Störung des Fettstoffwechsels oder bestimmten Vorerkrankungen sollten besonders wachsam sein und sich regelmäßig mit ihrem Arzt besprechen. Zur richtigen und konsequenten Einnahme der verordneten Medikation kann die Apotheke vor Ort zuverlässig beraten. 

Anzeichen eines Schlaganfalls

Extreme und plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen können auf einen Schlaganfall hinweisen. Aber auch taube Körperstellen, Sehstörungen oder Bewusstseinsstörungen können darauf hindeuten. Bemerkt man bei sich oder bei anderen diese Symptome, ist schnelle Hilfe entscheidend. Denn mit jeder Minute, die vergeht, werden Zellen im Gehirn geschädigt. Meist treten nicht alle Symptome auf. Dennoch ist es richtig und wichtig, immer unverzüglich den Notarzt zu rufen.

Besonders schwierig ist es, leichte Schlaganfälle zu erkennen, bei denen die typischen Beschwerden und Ausfallerscheinungen nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Manchmal sind auch Bereiche des Gehirns von der Durchblutungsstörung betroffen, die keine oder kaum direkte Beschwerden zur Folge haben. Die Betroffenen bemerken eine solche Attacke oftmals nicht oder sie führen die Probleme auf andere Ursachen zurück. 

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Frühjahrsputz in der Hausapotheke

Medikamente haben im Bad nichts verloren

Frankfurt am Main, 13.04.2021
– Alles neu macht der Mai – der Wonnemonat ist schon in greifbarer Nähe. Anlass genug, die Wohnung gründlich auf Vordermann zu bringen. In einem Schwung mit dem Frühjahrsputz lässt sich auch gleich ein Check der Hausapotheke vornehmen. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät dazu, diese mindestens einmal im Jahr durchzusehen und verfallene oder nicht mehr benötigte Präparate auszusortieren. Zuallererst sollten Verbraucher den Ort prüfen. Befindet sich der Medizinschrank in Bad oder Küche, heißt es: umziehen!

Sichere Aufbewahrung im Schlafzimmer

Wo es feucht-warm ist, wie in Küche oder Badezimmer, nehmen Arzneimittel leicht Schaden. Besser bewahrt man sie kühl und trocken auf und schützt sie vor direkter Sonneneinstrahlung. Räume mit konstanter Temperatur, Schlafzimmer oder Flur etwa, sind eine gute Wahl. Sind Kinder im Haushalt, wird am besten ein abschließbares Schränkchen angebracht. Eine Alternative stellt ein Arzneikoffer dar, der sich ebenfalls verriegeln und in den oberen Schrankfächern verstauen lässt.
Bei vielen Medikamenten vereinfacht eine nachvollziehbare Sortierung die Handhabung. So hilft es, auf Beschriftungen zu setzen: Wer auf der Packung vermerkt, wofür er ein Präparat benötigt, wann es genommen werden soll und wann es geöffnet wurde, verschafft sich auch auf längere Zeit einen Überblick. Vom Apotheker erstellte Medikationspläne und hergerichtete Medikamentenboxen schaffen ebenfalls Ordnung.

In den Kühlschrank schauen

Wenn man zu Hause gelagerte Medikamente überprüft, um unbrauchbare Präparate auszusortieren, empfiehlt es sich, auch abseits vom Arzneimittelschrank zu schauen. Teilweise finden sich alte Pflaster in der Küche oder gar im Gartenhaus. Nicht den Blick in den Kühlschrank vergessen, denn hier lagern kühlpflichtige Präparate. Alle abgelaufenen Arzneimittel sind auszusortieren, schon länger angebrochene Packungen sind nur noch eingeschränkt bis gar nicht mehr wirksam oder ihre Verwendung ist risikoreich. Deshalb gehören diese Arzneimittel entsorgt – doch Vorsicht, niemals über Toilette oder Spüle!

Da ein einheitliches System zur Arzneimittelentsorgung schon länger nicht mehr besteht, sollten sich Bürger beim lokalen Entsorger nach der empfohlenen Methode informieren. In Hessen gehören Arzneimittel zum Restmüll, der verbrannt wird. Daher kann man Arzneimittel gut verpackt in den Hausmüll geben. Wichtig ist hierbei, sie so in der Tonne zu deponieren, dass sie nicht in die Hände von Kindern gelangen können. In der Apotheke vor Ort kann man sich jederzeit erkundigen: Apotheken sind nicht verpflichtet,  abgelaufene Medikamente anzunehmen, teilweise wird es jedoch als Service  noch angeboten. Detaillierte Informationen stehen auch unter https://arzneimittelentsorgung.de/home zur Verfügung.

Nummern für den Notfall immer parat

Wenn Verbraucher ihre Hausapotheke wieder aufstocken, sollten sie sich immer individuell von der Apothekerin oder dem Apotheker vor Ort beraten lassen. Zusätzlich zu Schmerzmitteln und anderen Medikamenten gegen häufig auftretende Symptome wie Fieber, Juckreiz, Durchfall oder Verstopfung gehören auch Pflaster in den Medizinschrank. Weitere Verbandmaterialien in unterschiedlichen Ausführungen und eine Verbandschere sind ebenfalls wichtig.

Um in Notsituationen sofort Hilfe zu bekommen, sollten die Notfallnummern 112 und 110 auf einem Zettel gut sichtbar beispielsweise an der Pinnwand oder dem Kühlschrank hängen. Dies mag banal klingen, kann aber unter Stress Leben retten, weiß die Landesapothekerkammer Hessen. Der Apothekennotdienst ist tagesaktuell auf der Homepage der Landesapothekerkammer Hessen abrufbar oder telefonisch unter 0800 / 00 22 833 (kostenfrei aus dem Festnetz) oder unter 22 8 33 (Handy max. 69 ct./min) zu erreichen. Auch die Nummern des ärztlichen Bereitschaftsdienstes sowie des Tag und Nacht erreichbaren Giftnotrufes für Hessen (06131 19240) sollten auf Papier notiert werden.

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Hautirritationen vorbeugen: Maske regelmäßig wechseln

Mund-Nase-Partie richtig pflegen

Frankfurt am Main, 22.03.2021
– Die Corona-Pandemie hat unser Leben im letzten Jahr stark verändert. Ein prägnantes Symbol sind Masken, die in vielen Bereichen getragen werden müssen. Doch ob FFP-Maske oder medizinischer Mundschutz: Durch das Tragen entsteht ein feuchtes Klima im Mund-Nase-Bereich, das unter Umständen Hautirritationen auslösen kann – bei allen Hauttypen. Natürlich sollte keine Maske getragen werden, wenn man zu Hause ist oder beim Spaziergang im Freien, sofern dort keine andere Regelung gilt, rät Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Maskenhygiene beachten

FFP-Masken und medizinische Gesichtsmasken, sogenannte OP-Masken, sind ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen die Pandemie. Partikel, Tröpfchen und Aerosole fliegen durch das Masketragen weniger herum und minimieren damit das Ansteckungsrisiko. Der medizinische OP-Schutz ist mehrschichtig aufgebaut und schützt insbesondere andere Menschen, FFP-Masken (FFP: Filtering Face Piece) dienen dem Eigenschutz. Alle Einmal-Masken, FFP- wie OP-Maske, werden entsorgt und durch eine neue Maske ersetzt, wenn die Maske durchfeuchtet ist beziehungsweise spätestens nach acht bis neun Stunden Tragezeit. Im Umkehrschluss bedeutet das: Ist man den ganzen Tag unterwegs, empfiehlt es sich, immer Ersatzmasken dabei zu haben. So hat man auch Ersatz, falls das Befestigungsgummi reißt.

Hautpflege im Fokus

Das feuchte Klima, das durch das Tragen der Maske entsteht, führt zu Irritationen der empfindlichen Mund-Nase-Partie. Das kann vor allem bei jenen auftreten, die die Maske täglich über einen längeren Zeitraum tragen. Empfindliche Haut neigt vermehrt zu Rötungen und Irritationen, trockene Haut kann noch trockener und fettige Haut vermehrt von Pickeln geplagt werden. Auch die Lippen leiden unter dem feuchten Klima unter der Maske, sie werden spröde und rissig.

Betroffene können jedoch einiges tun, damit sich die betroffene Hautpartie wieder beruhigt. Neben einer guten Maskenhygiene kann eine gründliche Pflegeroutine Abhilfe schaffen. Morgens und abends oder wenn man stark geschwitzt hat, wird die Gesichtspartie mit lauwarmem Wasser und sanften Mitteln gereinigt. Außerdem sollte die Tagescreme auf den eigenen Hauttyp abgestimmt sein, so eignen sich beispielsweise leichtere Formulierungen bei fettiger Haut. Tabu für alle Hauttypen: irritierende, aggressive Produkte. Auch auf Make-up sollte jetzt verzichtet werden. In der Apotheke vor Ort können die Experten wertvolle Tipps zu einer auf den Hauttyp abgestimmten Pflege für Gesicht und Lippen geben. Auch einen Versuch wert: der Umstieg von der FFP-Maske auf einen medizinischen Mundschutz.

Akne: Therapie nicht unterbrechen

Besonders Akne-Patienten leiden durch das Masketragen unter verstärkten Symptomen. Die kompetente Beratung in der Vor-Ort-Apotheke spielt für Akne-Geplagte eine besondere Rolle. Je nach Ausprägung können hier unterschiedliche, für den Betroffenen passende Reinigungs- und Pflegeprodukte empfohlen werden. Eine bestehende Aknetherapie sollte außerdem fortgesetzt werden, weiß die Landesapothekerkammer Hessen. Verschlechtert sich der Hautzustand, ist ein Besuch beim behandelnden Arzt der richtige Weg.


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Apotheker bieten zahlreiche Leistungen in der Pandemiebekämpfung – teilweise werden auch Antigentests durchgeführt

Apotheke vor Ort ist wichtige Säule in der Pandemiebekämpfung

Frankfurt am Main, 04.03.2021
– Die Bedeutung der Coronavirus-Schnelltests als Instrument im Kampf gegen die Corona-Pandemie wächst. Wie gestern in der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wurde, steht ab nächster Woche jedem Bürger ein kostenloser Schnelltest pro Woche zu. Allerdings dürfen sich die Menschen durch ein negatives Testergebnis nicht in falscher Sicherheit wiegen, gibt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, zu bedenken. „Das Testergebnis ist nur eine Momentaufnahme: Gerade zu Beginn einer Infektion kann die Viruslast für ein exaktes Testergebnis noch zu gering sein. In dieser Phase ist auch die Infektiosität noch niedrig, das kann sich aber innerhalb von 24 Stunden ändern. Daher sollen Schnelltests laut Robert Koch-Institut vor allem dazu genutzt werden, Infektionen nachzuweisen“.
Grundsätzlich kann ein Schnelltest beispielsweise unmittelbar vor einer Veranstaltung oder einem bestimmten Ereignis ein sinnvolles Instrument im Kampf gegen die Pandemie sein. Dennoch ist ein negatives Ergebnis kein Freibrief: Negativ Getestete müssen ihr Ergebnis als Momentaufnahme verstehen und sich weiter an die bestehenden Hygieneregeln halten und beispielsweise auf Abstände achten und die Maske tragen.

Apotheker beteiligen sich an der Pandemiebekämpfung

Die Apotheke vor Ort ist unverzichtbar, das hat die Covid-19-Krise deutlicher denn je gezeigt. „Welchen Stellenwert die Apotheke vor Ort hat und wie hoch das Vertrauen der Bevölkerung in die Arzneimittelexperten ist, verdeutlicht der große Beratungsbedarf, den die Apotheken in diesem Pandemie-Jahr verzeichnen“, sagt Ursula Funke. Die Apotheken vor Ort haben zahlreiche zusätzliche Aufgaben übernommen wie zum Beispiel die riesige logistische Herausforderung der Maskenverteilung. „Die Apotheker unternehmen alles ihnen Mögliche, um die Pandemie zu bekämpfen“. Zahlreiche Aufgaben können jedoch nicht von allen Apotheken zusätzlich zum regulären Apothekenbetrieb angeboten werden können, wie beispielsweise die Herstellung von Desinfektionsmitteln oder das Engagement von Apothekern in den Impfzentren. „Auch in Hessen gibt es Apotheken, die Schnelltests durchführen, allerdings haben nicht alle Apotheken die räumlichen Voraussetzungen hierfür.“ Daher sollten sich Testwillige vorab erkundigen, ob die Apotheke vor Ort die notwendigen räumlichen und personellen Voraussetzungen erfüllt und die Durchführung eines Corona-Schnelltests anbieten kann. „Am besten schaut man auf die Homepage der entsprechenden Apotheke, dort wird man ein Testangebot sicher finden“.


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Heuschnupfen: So kommen Sie gut durch’s Frühjahr

Hilfe für Heuschnupfen-Geplagte

Frankfurt am Main, 02.03.2021 – Jetzt beginnt sie wieder: die unangenehme Heuschnupfen-Zeit. Zwischen 15 und 20 Prozent der Deutschen und damit mindestens zwölf Millionen Menschen leiden unter den Frühblühern Erle, Birke und Hasel und reagieren mit Niesattacken, anschwellender Nasenschleimhaut mit wässrigem Schnupfen, Luftnot sowie geröteten und juckenden Augen. Wie Heuschnupfengeplagte trotz der unangenehmen Symptome gut durch’s Frühjahr kommen, weiß die Landesapothekerkammer Hessen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Mittlerweile gibt es viele rezeptfreie Arzneimittel, die Linderung verschaffen und die Symptome des Heuschnupfens lindern. Patienten können entweder zu Augentropfen oder Nasensprays greifen. Zusätzliche Hilfe bietet die abendliche Verwendung einer Nasendusche. Auch kleine Tricks können helfen: Tagsüber schützt eine Sonnenbrille die gereizten Augen, Kühlkompressen wirken abschwellend. Damit die Pollenbelastung zu Hause minimal ist, sollten die Fenster möglichst nicht auf Dauer gekippt werden. Auch ein Pollenschutzvlies am Fenster kann die lästigen Pollen fernhalten. In Städten sollte optimalerweise zwischen circa 6:00 und 8:00 Uhr morgens gelüftet werden, in ländlichen Gebieten zwischen 19:00 und 24:00 Uhr. Und: Waschen Sie Ihre Haare abends, um sie von Pollen zu befreien und nehmen Sie die tagsüber getragene Kleidung nicht mit ins Schlafzimmer. Dann bleibt ihr Schlafzimmer „pollenfrei“. Ein Pollenflugkalender aus der Apotheke informiert über Allergie-auslösende Pflanzen und deren Blütezeiten. Sollte all dies nicht ausreichend helfen und die Symptome akut belastend sein, empfehlen sich kurzfristig kortisonhaltige Nasensprays oder antiallergische Tabletten.

Desloratadin und Levocetirizin – Weiterentwicklung alter Bekannter

Man hat festgestellt, dass das in der Leber aus Loratadin gebildete Desloratadin allergische Symptome noch besser dämpfen kann und auch noch weniger müde macht als das altbekannte Loratadin. Daher gibt es mittlerweile auch Präparate, die direkt Desloratadin als Wirkstoff enthalten.

Beim Levocetirizin verhält es sich ein wenig anders und doch ähnlich. Der Wirkstoff Cetirizin liegt als ein Gemisch aus R- oder Levo- und S-Cetirizin vor. In der Natur, insbesondere bei chemischen Verbindungen, sind solche „Paare“ – man kann sich das wie Bild und Spiegelbild vorstellen – häufig anzutreffen und nicht ungewöhnlich. Oft ist hierbei der eine Teil des Pärchens für den menschlichen Körper besser zu verwerten als der andere. So ist es auch beim Cetirizin-Pärchen. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass Levocetirizin besser gegen die allergischen Symptome wirkt und weniger müde macht als die Mischung aus R- und S-Cetirizin. Daher gibt es inzwischen auch hier Tabletten, die direkt Levocetirizin als Wirkstoff beinhalten.

Selbstmedikation sind Grenzen gesetzt

Tritt der Heuschnupfen zum ersten Mal auf oder kommt Reizhusten als Symptom hinzu, sollten Patienten dringend einen Arzt aufsuchen, damit aus einer Allergie kein Asthma wird. Ohne Behandlung entwickelt sich bei 40 Prozent der Betroffenen innerhalb von acht Jahren ein allergisches Asthma. Fragen Sie Ihre Apotheker*in vor Ort – Sie werden individuell informiert und beraten!


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Gutes Medikationsmanagement schützt die Nieren

Apotheker beraten als Arzneimittelexperten zur sicheren Einnahme

Frankfurt am Main, 02.02.2021
– Ihre Aufgaben sind vielfältig und lebenswichtig: Die Rede ist von den Nieren. Das circa zehn bis zwölf Zentimeter große, paarige Organ bringt tagtäglich Hochleistung und reinigt den Körper beispielsweise von schädlichen Substanzen. Bis zu 300 Mal filtern die Nieren die gesamte Blutmenge des menschlichen Körpers, das entspricht circa 1800 Liter Flüssigkeit – pro Tag. Auch die meisten Arzneistoffe werden über die Nieren ausgeschieden. Mit einem guten Medikationsmanagement können Patienten, die dauerhaft mehrere Arzneimittel einnehmen müssen, auch ihre Nieren schützen, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie appelliert, den Umgang mit verordneten, aber auch mit rezeptfreien Medikamenten grundsätzlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und sich in der Apotheke vor Ort beraten zu lassen.

Nierenschäden bleiben lange unbemerkt

Die Nieren fungieren nicht nur als „Filterorgan“, sie regulieren auch den Blutdruck sowie den Wasser- und Salzhaushalt. Außerdem bilden sie eine Reihe von lebenswichtigen Hormonen, die unter anderem die Blutbildung und die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm steuern. Dass die Nieren beeinträchtigt sind, merken Betroffene oft lange Zeit nicht, denn das Organ warnt nicht mit Schmerzen. Selbst mit eingeschränkter Funktion arbeitet es, allerdings werden Flüssigkeit und Abfallstoffe nicht mehr so gut ausgeschieden. Ein Warnsignal können Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, in den Beinen sein. Wer unsicher ist, sollte sich rechtzeitig Rat holen. Patienten, die dauerhaft mehrere Medikamente einnehmen, Diabetes-Kranke und Bluthochdruckpatienten sollten besonders gut auf ihre Nieren achten, sie haben ein höheres Risiko für eine Beeinträchtigung. Ist die Nierenfunktion dauerhaft gestört, können eine Dialyse, die sogenannte Blutwäsche, oder eine Nierentransplantation die möglichen Folgen sein.

Medikationsmanagement im Fokus

Ein wichtiger, präventiver Schritt zur Erhaltung der Nierengesundheit kann ein gutes Medikationsmanagement sein, um unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen zu minimieren. Voraussetzung für die sichere Pharmakotherapie: Patienten benennen für das Medikationsmanagement tatsächlich alle eingenommenen Präparate. Dazu gehören neben den von verschiedenen Ärzten verschriebenen Medikamenten und den Präparaten, die in der Drogerie oder dem Supermarkt gekauft wurden, auch alle rezeptfreien Arzneimittel.

Gehen an die Nieren: Rezeptfreie Schmerzmittel

Viele schätzen Analgetika wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac, die ohne Verordnung erhältlich sind, als harmlos ein. Doch durch eine falsche Anwendung können Schmerzmittel buchstäblich an die Nieren gehen. Die Landesapothekerkammer Hessen warnt vor einem unkritischen Umgang und empfiehlt, sich zur richtigen Einnahme, insbesondere auch zur Dosierung, in der Apotheke beraten zu lassen. In diesem Gespräch sollte auch festgelegt werden, wie lange eine Selbstmedikation sinnvoll und möglich ist.

Gesunde Ernährung – auch gut für die Nieren

Mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht: Wohlstandskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck nehmen zu, das belastet auch die Nieren. Ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung sind auch gut für die Nieren. Auf den Teller gehört eine abwechslungsreiche Kost mit wenig Zucker und Salz, wenig Fleisch sowie wenig tierischen Fetten, jedoch mit vielen Ballaststoffen, Pflanzenfasern, Mineralstoffen und Vitaminen. Mit eineinhalb bis zwei Litern Wasser oder ungesüßten Kräutertees werden die Nieren ausreichend gut durchspült und das Filterorgan bei seiner Arbeit unterstützt.



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Palliativpharmazie: Gemeinsam für mehr Lebensqualität

„Den Tagen mehr Leben geben“

Frankfurt am Main, 03.11.2020
– Erkranken Menschen schwer und lebensbegrenzend, verschieben sich die Perspektiven. Dann stehen nicht mehr die Heilung oder die Verlängerung des Lebens im Vordergrund. Im Rahmen einer palliativen Versorgung, an der interdisziplinär viele Professionen beteiligt sind, geht es vielmehr darum, die Lebensqualität zu verbessern und Schmerzen sowie andere Krankheitssymptome in den letzten Tagen und Wochen einzudämmen. Doch die belastenden Krankheitssymptome fallen sehr unterschiedlich aus. Eine palliativpharmazeutische Therapie bedeutet auch, dass die Medikation patientenindividuell zugeschnitten und auch immer wieder an den Bedarf des Schwerstkranken angepasst werden muss. Dass die Apotheken vor Ort gerade in der Betreuung und Versorgung von Patienten mit unheilbaren Erkrankungen eine große Rolle spielen, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Immer im Blick der Arzneimittelexperten: die Lebensqualität, die Selbstbestimmung und die Wünsche des Betroffenen.

Mit Fachwissen und Empathie

Palliativen Beistand kann jede Apotheke leisten. In Hessen haben bereits zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker ihr Fachwissen in umfassenden Zertifikat-Fortbildungen vertieft und ergänzt. Doch in der Betreuung geht es nicht allein um eine palliativpharmazeutische Expertise und ein gutes Medikationsmanagement, sondern auch um Kontakt und Austausch mit den Palliativmedizinern und Palliativteams, das Wissen um die Besonderheiten in der Therapie und Pflege. Gefragt ist außerdem ein gutes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Schwerstkranken. In vielen Fällen muss beispielsweise die Erwartungshaltung des Patienten an die Medikation einfühlsam korrigiert werden, je nach Krankheitsstadium ist eine Beschwerdefreiheit nicht mehr möglich. Ein wichtiger Aspekt, damit sich der Betroffene auf die lindernd wirkende Medikation einlassen kann.

„Ich umhülle Dich“

Mit „palliativ“, abgeleitet vom Lateinischen „pallium“ (Mantel), sind alle Aspekte der Versorgung und Begleitung des Patienten gemeint – von der medizinischen und pharmazeutischen Betreuung, der ambulanten palliativmedizinischen Betreuung mit den speziellen Teams oder aber die Suche nach einem passenden Pflegedienst bis zur psychologischen und seelsorgerischen Unterstützung. In der palliativpharmazeutischen Betreuung sind die Apotheker für die Versorgung des Schwerstkranken mit Arzneimitteln zuständig, erklären die richtige Handhabung und Anwendung, unterstützen sie in der Therapie und schlagen, im Schulterschluss mit anderen Heilberuflern und wenn Risiken erkennbar sind, alternative Lösungen vor, um die verbleibenden Tage des Betroffenen so lebenswert wie möglich zu gestalten. Auch Angehörige werden in diese umfassende Betreuung einbezogen, damit Schwersterkranke auf ihrem Weg nicht alleine sind.

Apotheke vor Ort: Rund um die Uhr erreichbar

Ob am Wochenende, an Feiertagen oder in der Nacht: Eine ausreichende Versorgung mit Medikamenten ist bei Schwerstkranken besonders wichtig. Hier sind auch die Angehörigen gefragt. Sie sollten zum Beispiel darauf achten, dass die notwendigen Medikamente ausreichend vorrätig sind. Im Fall der Fälle ist immer eine Apotheke vor Ort erreichbar – an 365 Tagen und rund um die Uhr. Der Notdienstfinder im Internet hilft Angehörigen, schnell eine diensthabende Apotheke in der Umgebung zu finden. Die Informationen können auch telefonisch erfragt werden (0800 / 00 22 833, kostenfrei aus dem Festnetz oder unter der Telefonnummer 22 8 33, Handy max. 69 ct./min.).



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Körpereigene Abwehr herbstfit machen

Immunsystem: Einlasskontrolle und Putztrupp in einem

Frankfurt am Main, 28.09.2020 – Das ganze Jahr über schützt uns das Immunsystem vor Krankheitserregern. Wird es draußen ungemütlich, sind die meisten automatisch weniger an der frischen Luft. Doch die trockene Heizungsluft tut den Schleimhäuten nicht gut: Sie trocknen aus, Viren und Bakterien können leichter zuschlagen. Wie das komplexe Immunsystem funktioniert, mit welchen Mitteln man es Krankheitserregern schwer macht und warum sich eine gute Selbstfürsorge positiv auf das Immunsystem auswirkt, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Immunsystem: Einlasskontrolle und Putztrupp in einem

Das Immunsystem ist die körpereigene Abwehr gegen Eindringlinge wie Krankheitserreger. Es ist sozusagen Einlasskontrolle und Putztrupp in einem. Die Bausteine des unspezifischen Immunsystems besitzen wir bereits zu Beginn unseres Lebens, es wird auch als angeborenes Immunsystem bezeichnet. Das spezifische Immunsystem erlangen wir im Laufe unserer ersten Lebensjahre durch Impfungen und durchgemachte Infektionen. Sie wirken wie ein Training: Die sogenannte erworbene Abwehr kann sich Bakterien und Viren „merken“, um bei einer erneuten Konfrontation besser vorbereitet zu sein.

Komplexer Schutzmechanismus

Haut, Schleimhäute, Nasenhaare oder die Flimmerhärchen auf der Bronchialschleimhaut halten als erste Instanz der Abwehr die gröbsten Angriffe von außen ab und wirken wie eine Rüstung. Ist diese Rüstung nicht intakt, haben es Keime leichter, in den Körper einzudringen. Auch die Magensäure gehört zu diesem System. Sie macht Keime unschädlich, die über die Nahrung in den Körper gelangen. Eine Vielzahl von Zellen verstärkt im Körperinneren das komplexe Gebilde der Körperabwehr. Doch unser Immunsystem kann durch bestehende Erkrankungen geschwächt sein. Außerdem altert es, die Abwehr eines 60-jährigen ist nicht mehr so effektiv wie die eines Dreißigjährigen.

Erste Devise: Ausgewogen ernähren 

Auch wenn es banal scheint, der Schlüssel zu einer guten Immunabwehr ist eine ausgewogene Ernährung. Frisches Obst und Gemüse versorgen den Körper mit den für das Immunsystem essenziellen Vitamine A, C und E. Auf den Teller gehört eine abwechslungsreiche Kost mit wenig Zucker, wenig Fleisch sowie wenig tierischen Fetten, jedoch mit vielen Ballaststoffen, Pflanzenfasern, Mineralstoffen und Vitaminen. Auch der Bedarf an Eisen und Zink sollte mit der Ernährung abgedeckt sein. Vitamin D gilt als zusätzlicher, wichtiger Bestandteil für die Immunabwehr. Der Körper bildet es mithilfe von Sonnenlicht aus. Im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer und grauer sind, geht der Vitamin-D-Spiegel im Körper zurück. Ob und wie Vitamin D zugeführt werden soll, wissen die Apotheken vor Ort. Als Faustregel gilt: Eine Einnahme von Vitaminpräparaten kann und sollte nie eine ausgewogene Ernährung ersetzen. Die Landesapothekerkammer Hessen rät, sich zu einer unterstützenden Nahrungsergänzung vorab beraten zu lassen. Ob eine Unter- oder Mangelversorgung vorliegt, lässt sich nicht pauschal feststellen. Bei Unsicherheiten kann nur eine Blutuntersuchung Aufschluss geben.

„Self-Care“: Gut zu sich selbst sein

Eine Joggingrunde am Morgen durch den Park, auf dem Weg zur Arbeit eine Haltestelle früher aussteigen oder ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause: Bewegung lässt sich – auch in kleineren Portionen – in den Alltag einbauen und hält das Immunsystem auf Trab. Auch regelmäßiger Sport und Saunagänge stärken die körpereigenen Abwehrkräfte. Lieber nicht: „angeschlagen“ saunieren oder Sport treiben, das kann negative Folgen haben. Regelmäßiges Lüften und das Befeuchten der Schleimhäute mit wohltuenden Kräutertees ist ebenfalls hilfreich. Ausreichend Schlaf, weniger Stress und möglichst wenig oder gar kein Alkohol und Zigaretten sind weitere Puzzleteilchen auf dem Weg zu einem gestärkten Immunsystem.



Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040  413270-31
pfeiffer@azetpr.com

 

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Gut durch den Hitzesommer kommen

Sieben Hitzetipps


Frankfurt am Main, 23.06.2020 – So schön das hochsommerliche und warme Wetter auf den ersten Blick ist: Die Hitze schlägt vielen auf den Kreislauf, Schwindel und Kopfschmerzen können die Folge sein. Eine schnelle und wirkungsvolle Hilfe bei Kreislaufproblemen: ein kalter Lappen, der auf den seitlichen Hals gelegt wird. Das regt die Blutdruckfühler an und lässt den Blutdruck wieder steigen. Wie man gut durch das nächste Sommerhoch kommt, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.


Kreislauf: Verhalten anpassen


Hohe Temperaturen sind für den Kreislauf sehr belastend: Damit der Körper Wärme besser abgeben kann, weiten sich die Blutgefäße – der Blutdruck sinkt. Viele Menschen reagieren dann mit, Schwindel, Unwohlsein, Kopfschmerzen und Übelkeit. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Hitzschlag kommen. Bei hochsommerlichen Temperaturen sollte man besser einen Gang runterschalten und die Mittagshitze möglichst meiden. Ist der Kreislauf „im Keller“, sollten Betroffene die Beine hochlagern – das regt den Kreislauf wieder an. Auch leichte salzige Nahrungsmittel wirken sich positiv auf den Kreislauf aus.


Nicht erst bei Durst trinken


Der Körper besteht zu 50 Prozent aus Wasser, u. a. wird darüber die Körpertemperatur reguliert. Erwachsene sollten täglich rund 1,5 Liter Flüssigkeit, idealerweise Wasser, Saftschorlen oder Teezubereitungen, zu sich nehmen. Bei großer Hitze sollte die Trinkmenge vorsorglich erhöht werden. Denn Flüssigkeitsverluste, zum Beispiel durch Schwitzen, müssen den ganzen Tag über verteilt ausgeglichen werden. Durst ist ein Warnsignal und deutet auf einen bereits vorhandenen Flüssigkeitsmangel hin. Ist es heiß, greifen viele zu eiskalten Getränken. Doch sie kühlen nicht besser ab, im Gegenteil. Die kalte Flüssigkeit muss erst auf Körpertemperatur gebracht werden, das beansprucht den Stoffwechsel und bringt den Körper noch mehr zum Schwitzen.


Schwerstarbeit für die Venen


Bei hohen Temperaturen haben viele mit schweren Beinen und geschwollenen Knöcheln zu kämpfen. Durch die Wärme erweitern sich die Blutgefäße, die Venenklappen funktionieren nicht mehr richtig, das Blut staut sich. Durch die richtige Trinkmenge wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht und das „Schwere-Beine-Gefühl“ vermindert. Auch mit moderater Bewegung lässt sich entgegensteuern: Gerade im Hochsommer ist Schwimmen ideal. Unterwegs wirken eine Abreibung mit kaltem Wasser oder ein Thermal- oder Erfrischungswasser, das fein auf das Gesicht oder die Beine gesprüht wird, wohltuend.


Sonnenschutz: Auch in der Stadt unverzichtbar


Im Urlaub eine Selbstverständlichkeit, im Alltag oft vernachlässigt: Die Rede ist von Sonnenschutzpräparaten. Doch die Sonne darf auch in heimischen Gefilden nicht unterschätzt werden. Dabei hängt die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors vom Hauttyp und den örtlichen Gegebenheiten ab. In der Apotheke vor Ort kann man sich zum passenden Mittel beraten lassen. Eine „Familiensonnencreme“ ist übrigens nicht empfehlenswert: Kinder brauchen spezielle Sonnenschutzpräparate, ihre Haut ist sensibler und sonnenempfindlicher als die der Erwachsenen. Kinderhaut wird am besten mit der 4-H-Regel - Hut, Hemd, Hose und hoher Sonnenschutzfaktor - geschützt.


Sonnenallergie vermeiden


Die Haut juckt, ist gerötet und zeigt Bläschen? Das spricht für eine Sonnenallergie. Lindernde Präparate zum Auftragen aus der Apotheke helfen, das Jucken einzudämmen. Auch feuchte Umschläge oder Kühlaggregate aus der Apotheke wirken lindernd. Auch das Tragen von UV-Schutzkleidung und die Vermeidung der Mittagssonne sind sinnvolle Maßnahmen. Wer eine unangenehme Sonnenallergie umgehen will, kann mit Kalziumpräparaten entgegensteuern. Sie werden ein bis zwei Wochen vor dem ersten Sonnenbad und über die Expositionszeit hinweg eingenommen. Damit kann der Ausbruch einer Sonnenallergie verhindert oder ihr Verlauf zumindest gemindert werden.


Insektenstiche schnell versorgen


Zwar sind Mücken, Wespen & Co. lästig, in der Regel bleiben ihre Stiche aber ungefährlich. Mit einem guten Insektenschutz können die unangenehmen Stiche vermieden werden. Hat es einen dennoch erwischt, sollte der Stich schnell versorgt werden. Am besten eignen sich antiallergische Gels oder Stifte, eventuell auch Sprays oder Cremes mit Kortison. Dadurch werden Rötungen und Juckreiz gemildert und die Gefahr, dass sich der Stich durch Kratzen und Verunreinigungen entzündet, bleibt gering. Unangenehm, aber wirkungsvoll: ein elektronischer Stichheiler. Er aktiviert mit konzentrierter Wärme physiologische und immunologische Prozesse und lindert die Symptome.


Sport? Mit Maß!


Körperliche Aktivitäten sind für den Kreislauf grundsätzlich positiv. Bei hochsommerlichen Temperaturen ist es allerdings besser, die Laufrunde zum Beispiel in die frühen Morgenstunden zu verlegen. Denn abends ist es in der Regel wärmer als am Morgen. Schonend und wirksam zugleich: Regelmäßige Abendspaziergänge, das wirkt sich positiv auf den Kreislauf aus.



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Landesapothekerkammer fordert: Politik muss endlich handeln

Gleichpreisigkeit ist Verbraucherschutz


Frankfurt am Main, 11. Juni 2020 – Die Krise der vergangenen Monate hat verdeutlicht, wie hervorragend die Apotheken vor Ort innerhalb kürzester Zeit auch die Versorgung mit den in Apotheken hergestellten Desinfektionsmitteln flächendeckend auf die Beine gestellt haben, denn industriell hergestellte Desinfektionsmittel waren nicht verfügbar. Dank sehr guter Hygienepläne und Organisation waren praktisch alle Apotheken fortwährend für die Menschen Ansprechpartner vor Ort und haben auch in Krisenzeiten die Arzneimittelversorgung bestens sichergestellt. So wurden, dort wo es möglich war, die Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Kunden angepasst, die Versorgung per Botendienst ausgeweitet und Schutzausrüstung auf eigene Kosten angeschafft oder hergestellt.


Wie sich eine freie Preisgestaltung bei entsprechend knappem Angebot entwickeln kann, hat die Krise allerdings auch gezeigt. Schutzausrüstung wurde in der Anfangsphase der Pandemie überteuert angeboten, selbst systemrelevante Berufsgruppen wurden bei der notwendigen Beschaffung übervorteilt. Ein warnendes Beispiel, das auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten denkbar wäre: Werden sie nicht überall zum gleichen Preis angeboten, droht eine Ungleichbehandlung der Patientinnen und Patienten. Dem soll das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) entgegenwirken und die Gleichpreisigkeit bei rezeptpflichtigen Arzneien für den Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sichern. Doch das notwendige Votum der EU-Kommission steht bereits seit Monaten aus. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, fordert: „Der Bundesgesundheitsminister muss nun endlich handeln, das fordern auch immer mehr Abgeordnete des Deutschen Bundestags. Ist das Apothekenstärkungsgesetz nicht durchsetzbar, muss der jetzt von Gesundheitspolitikern wieder aufs Tapet gebrachte Vorschlag, den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf das europarechtlich gebotene Maß zurückzuführen, aus Verbraucherschutzgründen konsequent umgesetzt werden, damit die Gleichpreisigkeit endlich wiederhergestellt wird. Nur durch die ordnungspolitische Unterstützung kann die zuverlässig gewachsene Struktur der Apotheken vor Ort langfristig erhalten bleiben.“


Apotheke tragende Säule des Gesundheitssystems


Die flächendeckende Arzneimittelversorgung durch die Apotheken ist für die Bevölkerung essenziell, das hat die Covid-19-Krise eindrücklich gezeigt und gleichzeitig den Mehrwert der öffentlichen Apotheke – die persönliche Beratung und Betreuung vor Ort – unterstrichen. Strukturen, die von der Politik unbedingt geschützt werden müssen. „Die Apothekenteams stehen den Menschen nicht nur mit ihrem Know-how zur Seite, beraten ausführlich und geben Medikamente ab. Sie gehen auch einfühlsam auf die oftmals verunsicherten Patienten ein und leisten viel Aufklärungsarbeit,“ umreißt Funke das breite Spektrum der Vor-Ort-Apotheke. Zwar war der Druck, der gerade in den letzten Wochen auf den Apothekern lastete, besonders groß. Doch die flächendeckende, wohnortnahe und zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln war und ist sichergestellt. Damit das langfristig so bleibt, muss die Politik endlich handeln.


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