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Viel hilft nicht viel: Vitaminpräparate nicht unbegründet einnehmen

Immunabwehr mit Vitamin A, D, E und K natürlich in Stellung bringen

Frankfurt am Main, 07.11.2018
– Der Jahrhundertsommer mit ‚Sonne satt‘ ist endgültig vorbei. Mit Anbruch der dunklen Jahreszeit wollen sich viele etwas vermeintlich Gutes tun und greifen zu Vitaminpräparaten. Doch eine ständige Einnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K ist gar nicht nötig. Denn im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen B, C & Co. kann der Körper die fettlöslichen Vitamine speichern. Bei einer zusätzlichen Einnahme ist sogar Vorsicht geboten: Im Fall einer zu hohen Verabreichung in Form von Supplementen kann es zu einer Überdosierung kommen, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Auch die Vitamin-D-Speicher sind nach den sonnenreichen Monaten gut gefüllt. Nur in bestimmten Fällen ist eine ergänzende Einnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E oder K sinnvoll. Bei Unsicherheiten sollte man sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen.

Fettarm ist auch keine Lösung

Wer seine Immunabwehr jetzt ganz natürlich stärken möchte, setzt am besten auf eine gesunde und vor allem nicht zu fettarme Nahrung. Denn die fettlöslichen Vitamine gelangen gemeinsam mit den in der Nahrung enthaltenen Fetten über den Darm in den Organismus und werden dort gespeichert. Aus diesen Depots wird der Körper nach und nach mit den wichtigen Vitaminen versorgt. Wer sich fettreduziert ernährt oder unter Störungen bei der Fettverdauung leidet, läuft also Gefahr, zu geringe Mengen der fettlöslichen Vitamine A, E und K aufzunehmen.

Stark in der Abwehr

Immunstärkend wirken die Vitamine A und E, sie beeinflussen unter anderem die Anzahl der weißen Blutkörperchen positiv. Außerdem fallen den Vitaminen viele weitere Schlüsselfunktionen zu. So ist Vitamin A am Sehprozess beteiligt und für den Aufbau und den Erhalt von Zähnen, Haut, Schleimhaut, Knorpel- und Knochengewebe zuständig. Vitamin E beeinflusst die Blutgerinnung und spielt eine große Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung des Nervensystems und der Skelettmuskulatur. Auch Vitamin K wird vom Körper für die Blutgerinnung sowie das Zellwachstum und beim Knochenstoffwechsel benötigt.

Sonnenvitamin D

Eine Sonderstellung unter den fettlöslichen Vitaminen nimmt Vitamin D ein, denn es wird nur in geringen Mengen über die Nahrung aufgenommen. Der Körper bildet es mithilfe des Sonnenlichts selbst aus und speichert es für einige Monate im Fett- und Muskelgewebe. Aus diesen Speichern versorgt sich der Organismus in der sonnenarmen Zeit mit Vitamin D. Es unterstützt die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus der Nahrung, baut Kalzium in Knochen und Zähne ein und versorgt die Muskulatur. Auch für das Hormonsystem ist Vitamin D wichtig und zum Beispiel für die Sekretion von Insulin und die Schilddrüsenhormone notwendig.

Vitamine? Natürlich!

Im Zusammenspiel stärken die fettlöslichen Vitamine die Immunabwehr – und das auf natürliche Weise. Milch, Käse, Butter, Eigelb oder Fischarten wie Heilbutt und Makrele sind sehr gute Vitamin-A-Lieferanten. Pflanzenöle, vor allem Weizenkeim-, Sonnenblumen-, Distel- und Olivenöl, sowie Butter und Margarine weisen einen hohen Gehalt an Vitamin E auf. Alle Zeichen auf ‚Grün‘ heißt es für Vitamin K: Es ist in Gemüsesorten wie Spinat, Brokkoli und Grünkohl enthalten. Auch fetter Fisch wie Aal, Lachs oder Hering zählt zu den Vitamin-K-Quellen. Übrigens lässt sich die Vitaminzufuhr leicht erhöhen: einfach die vitaminreichen Nahrungsmittel mit ein wenig Fett, zum Beispiel mit einem guten Öl, anreichern – dadurch wird deren Aufnahme über den Darm gesteigert.

Mangelhaft versorgt?

Die Symptome eines Vitaminmangels sind diffus, er kann sich beispielsweise durch eine erhöhte Infektanfälligkeit äußern. Eine schlechte Wundheilung, Knochen- und Rückenschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Leistungsabfall können beispielsweise Warnsignale für eine Unterversorgung mit Vitamin D sein. Der Mangel kann buchstäblich auf die Stimmung schlagen und zu Depressionen führen. Wer glaubt, nicht ausreichend versorgt zu sein, sollte jedoch nicht einfach zu Vitaminpräparaten greifen, so die Landesapothekerkammer Hessen. Es ist sinnvoller, seinen Verdacht zunächst durch eine Blutuntersuchung beim Arzt abklären zu lassen. Verordnet der Arzt nach einer Diagnose ein entsprechendes Präparat, kann der Apotheker zur richtigen Einnahme beraten.

Ergänzende Einnahme

Nur für bestimmte Patientengruppen ist eine nahrungsergänzende Einnahme von Vitamin-Präparaten sinnvoll. So erhalten Säuglinge routinemäßig Vitamin-D- Tropfen oder -Tabletten. Ihre Vitamin-D-Bildung über die Haut ist reduziert, da sie im ersten Lebensjahr nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden sollen. Bei Menschen ab circa 65 Jahre nimmt die Vitamin-D-Produktion ab, für sie daher ist eine ergänzende Einnahme sinnvoll. Das gilt auch für Personen, die sich selten draußen aufhalten, wie zum Beispiel Patienten in Pflegeheimen. Eine Rolle spielt übrigens auch der Hauttyp, denn je dunkler die Haut, desto geringer die körpereigene Bildung von Vitamin D. Generell gilt aber: viel hilft nicht viel!

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:

AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 413270-22
pfeiffer@azetpr.com

 

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Hochwertige Arzneimittel in kindergerechter Dosierung

Apotheker schließen wichtige Versorgungslücke

Frankfurt am Main, 09.10.2018 – Fertigarzneimittel reichen zur Patientenversorgung in vielen Fällen nicht aus – betroffen sind davon vor allem die kleinen Patienten. Die Apotheke vor Ort stellt dann die passende Rezeptur individuell her. Doch Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Daher stellt der Apotheker Medikamente in kindergerechten Dosierungen her oder fertigt Rezepturen für Indikationsbereiche an, in denen es keine zugelassenen Fertigarzneimittel gibt. Diese individuell hergestellten Rezepturen sind deutlich besser an die Bedürfnisse der kleinen Patienten angepasst und sorgen für eine erfolgreiche Therapie.

Salben, Kapseln und Lösungen

Damit die Versorgung mit hochwertigen Individualrezepturen lückenlos möglich ist, ist jede Apotheke – ob in Hessen oder den anderen Bundesländern – gemäß Apothekenbetriebsordnung  gesetzlich dazu verpflichtet, Rezepturen herzustellen. Die Darreichungsformen variieren: Häufig werden in der Apotheke patientenindividuelle Salben, Kapseln oder Lösungen angefertigt, da kindgerechte Dosierungen meistens nicht industriell produziert werden. Insbesondere für Kinder, die an ernsthaften Erkrankungen leiden und beispielsweise Blutdrucksenker oder Hormone benötigen, verordnen die Ärzte Wirkstoffe in kindgerechten Dosierungen, die dann in der Apotheke als Kapseln hergestellt werden. Häufig ist erst durch diese Herstellung eine für das jeweilige Kind richtige Therapie möglich.

Mit höchster Sorgfalt

Die Herstellung von Individualrezepturen ist ein aufwendiger Vorgang. Dies liegt zum einen daran, dass die Hygiene- und Prüfvorschriften penibel eingehalten werden müssen. Zum anderen benötigt der Herstellungsprozess selbst seine Zeit. Gerade in diesem Bereich bewegen sich die Dosierungen im Milligramm- bis Mikrogrammbereich. Die Rezeptur wird mit größter Sorgfalt hergestellt, damit eine hohe Qualität gewährleistet werden kann. So kann sichergestellt werden, dass sich der Wirkstoff gleichmäßig verteilt oder sich eine Salbe nicht vorzeitig zersetzt. Am Ende des Herstellungsprozesses erfolgt die Auswahl des passenden Abgabegefäßes sowie dessen vorschriftsgemäße Beschriftung.

Herstellungsprozess genau geregelt

Um eine gleichbleibend hohe Qualität der selbst hergestellten Medikamente zu gewährleisten, ist der Herstellungsprozess von Rezepturen gesetzlich genau geregelt. In einem Herstellungsprotokoll dokumentiert das Apothekenpersonal sämtliche Herstellungsschritte und prüft das vorliegende Rezept, den Namen des Patienten und des verschreibenden Arztes. So können sich Patienten und Ärzte gewiss sein, dass ein qualitativ hochwertiges und sicheres Produkt eingesetzt wird.

Prüfung von Zusammensetzung und Plausibilität

Die Ausgangsstoffe für die Rezeptur werden in der Apotheke  genau auf Identität geprüft. Zudem untersucht der Apotheker die Zusammensetzung der Rezeptur noch vor der Herstellung auf Plausibilität. Dabei wird sichergestellt, dass alle Bestandteile unschädlich sind, richtig dosiert vorliegen und sich nicht gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Wenn nötig, werden zusätzliche Hilfsstoffe eingefügt, um die Stabilität der Rezeptur zu gewährleisten. Bei Unklarheiten oder Unstimmigkeiten jedweder Art berät er sich mit dem Arzt, in dessen Verantwortung die Verordnung liegt. Apotheken unterziehen sich auch einer externen Qualitätskontrolle durch das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker, um die Qualität ihrer Herstellung zu dokumentieren.

Beratung in der Apotheke

In der Apotheke vor Ort helfen die Apotheker gern weiter, wenn es um die Herstellung und die Anwendung der individuellen Rezepturen geht. So ist es etwa wichtig, vor dem Sommerurlaub oder einer Klassenfahrt penibel darauf achten, dass stets eine ausreichende Menge des Medikaments vorhanden ist. Gerade bei Auslandsreisen sollten sich Patienten rechtzeitig mit den benötigten Arzneien versorgen: Hier kann nicht immer gewährleistet werden, dass Individualrezepturen mit dem richtigen Wirkstoffgehalt oder in der entsprechenden pharmazeutischen Qualität erhältlich sind.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
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Wechseljahrsbeschwerden mit Phytohormonen lindern

Wechseljahrsbeschwerden mit Phytohormonen lindern

Frankfurt am Main, 11.09.2018 – Schwindel, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit: Das sind nur einige der Symptome, die typischerweise in den Wechseljahren auftreten. Doch auch seelische Verstimmungen und Depressionen können mit dem Klimakterium, in dem sich der Hormonhaushalt der Frau umstellt, einhergehen. Doch nicht immer ist gleich eine Hormonersatztherapie notwendig, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Leichte bis mäßige Beschwerden können mit Phytohormonen z. B. aus der Traubensilberkerze verbessert werden. Außerdem sollten Frauen in den Wechseljahren auf eine bewusste, kalzium- und Vitamin-D-haltige Ernährung und ausreichende Bewegung achten. Sind die Beschwerden schwer oder der Leidensdruck groß, ist immer ein Arztgespräch sinnvoll.

Typisch Klimakterium?

In den Wechseljahren, die zwischen dem 45. und dem 70. Lebensjahr auftreten, stellt sich der Hormonhaushalt der Frau von der Geschlechtsreife in das sogenannte Senium (Alter) um. Betroffene Frauen erleben diese Umstellung sehr unterschiedlich: Während manche keine bis wenige nennenswerte Beschwerden haben, leiden andere stark unter der Veränderung. In dieser Lebensphase sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schwindel charakteristisch. Es können aber auch Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit, seelische Verstimmungen und Depressionen auftreten. Außerdem verändern sich Haut und Schleimhäute: Die Haut wird zunehmend dünner und weniger elastisch, Haut und Schleimhaut wird trockener. Dies kann auch zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) führen. Im Verlauf der Wechseljahre kann sich bei etwa einer von vier Frauen ohne Behandlung eine Osteoporose entwickeln. Eine kalzium- und Vitamin-D-haltige Nahrung wirkt präventiv, zudem ist Bewegung für den Knochenstoffwechsel jetzt besonders wichtig.

Mit der Kraft der Heilpflanze

Leichten bis mäßigen Wechseljahrsbeschwerden kann mit pflanzlichen Wirkstoffen begegnet werden. Gesichert ist die positive Wirkung der Traubensilberkerze. Betroffene müssen ein wenig Geduld mitbringen, denn die positiven Effekte des Pflanzenhormons zeigen sich frühestens nach vierwöchiger Einnahme. Ein Ersatz für eine Hormonersatztherapie ist der pflanzliche Wirkstoff allerdings nicht.

Bei zusätzlichen Stimmungsschwankungen kann auch eine Kombination mit Johanniskraut erwogen werden. Dessen Wirkung gegen leichte bis mittelschwere Verstimmungen gilt als belegt. Doch Vorsicht ist geboten: Johanniskraut kann die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. Werden noch andere Arzneimittel eingenommen, sollten sie sich in der Apotheke unbedingt wegen möglicher Neben- und Wechselwirkungen beraten lassen.  Besteht Reizbarkeit und Unruhe, können Hopfen und Baldrian beruhigend wirken. Salbei hilft bei Schweißausbrüchen und nächtlichem Schwitzen.

Lebensstil anpassen

Leiden Frauen unter nur leichten Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, kann ein veränderter Lebensstil möglicherweise schon zur Besserung ausreichen. Hitzewallungen können beispielsweise bereits durch ausreichende Bewegung, eine niedrige Raumtemperatur und die schonende Reduktion von Übergewicht verringert werden.

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