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Archiv - Presse

Landesapothekerkammer Hessen setzt sich für interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Versorgung der Patienten ein

Hessischer Gesundheitspakt 3.0 gilt bis 2022

Frankfurt am Main, 17.12.2018 – Die Landesregierung Hessen hat gemeinsam mit den Partnern des Hessischen Gesundheitspaktes ein neues Maßnahmenpaket für die Jahre 2019 bis 2022 auf den Weg gebracht. Das im Hessischen Gesundheitspakt 3.0 beschlossene Maßnahmenbündel knüpft an den Vertrag von 2015 an und ist auf die demografisch bedingten Herausforderungen ausgerichtet. Schwerpunkte sind die Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen und die Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung auch mithilfe von telemedizinischen Anwendungen. Bei der Vertragsunterzeichnung am 17. Dezember sagte Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Wir gehen mit einem neuen Maßnahmenpaket den eingeschlagenen Weg zum Wohle der hessischen Patientinnen und Patienten konsequent weiter!“ Grüttner dankte den Paktpartnern, zu denen auch die Landesapothekerkammer Hessen zählt, für ihren maßgeblichen Beitrag zur Sicherung einer bestmöglichen Gesundheitsversorgung. „Die interdisziplinäre und sektorenübergreifende Kommunikation verbessert die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Beispielsweise ist eine Vernetzung beim Entlassmanagement essenziell wichtig“, betonte Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, am Rande der Vertragsunterzeichnung.

Fachkräftesicherung ist essenziell

„Der Demografie bedingt steigenden Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen steht eine ebenso Demografie bedingt abnehmende Zahl an jungen Fachkräften gegenüber“, erläuterte Grüttner die großen Herausforderungen im Gesundheitswesen. „Daher hat sich die Hessische Landesregierung gemeinsam mit den Akteuren des Gesundheitswesens und der Pflege darauf verständigt, die bereits bestehenden Maßnahmen zur Fachkräftesicherung zu intensivieren und sektorenübergreifende Versorgungsansätze zu stärken. Mit den im Gesundheitspakt 3.0 vereinbarten Initiativen sind wir gut aufgestellt, um zukunftsfeste Antworten für eine gute medizinische Versorgung zu geben.“ Auch für die Apotheken ist das ein wichtiges Thema: „Der Fachkräftemangel betrifft alle Berufe im Gesundheitswesen“, sagte Ursula Funke. „Im Schulterschluss können wir bei der Integration ausländischer Apotheker, Ärzte oder der pflegenden Berufe mehr erreichen.“

Wandel bedingt Gesamtstrategie

In Deutschland leben Menschen, die immer älter werden. Doch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko chronischer und mehrfacher Erkrankungen. Im Zusammenspiel mit den anderen Vertragspartnern, u. a. der Landesregierung, Ärzteverbänden, Pflegeinstitutionen, Krankenkassen und dem Hessischen Apothekerverband, zeichnet die Landesapothekerkammer Hessen, die seit 2015 Partner des Hessischen Gesundheitspaktes ist, für die bedarfsgerechte Versorgung mit Medikamenten verantwortlich. Für den Hessischen Gesundheitspakt 3.0 verständigten sich die Paktpartner auf eine Gesamtstrategie zur Bewältigung des demografischen Wandels im Gesundheitswesen. Vereinbart wurde u. a. der Aufbau eines Gesundheitsdatenpools in Form eines Onlineportals, das in einem ersten Schritt bestehende Analysen und Statistiken zusammenfasst und regionale Auswertungen auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte ermöglicht. Auf dieser Basis soll eine kleinräumige Versorgungsforschung aufgebaut und die Ergebnisse in regionalen Gesundheitsreporten zusammengefasst werden.

Regionale Gesamtstrategie „Gesundheit“

Die Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung vor Ort wird durch eine regionale Gesamtstrategie „Gesundheit“ vorangetrieben. Diese Regionalstrategien könnten im Rahmen der regionalen Gesundheitskonferenzen über die kommunalen Grenzen hinaus aufeinander abgestimmt werden. Im Hessischen Gesundheitspakt 3.0 wurde auch eine Initiative zur Stärkung kooperativer Versorgungsstrukturen festgeschrieben. Ziel ist es, Versorgungsstandorte zu erhalten und eine „Task Force“ für akute Versorgungsengpässe zu etablieren. Zur Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung verständigen sich die Pakt-Partner auf die (Weiter-)Entwicklung indikationsspezifischer Fachkonzepte sowie eine Abstimmung von Modellprojekten zur Versorgungsoptimierung unter Einbindung von unterstützenden telemedizinischen Maßnahmen.

Zukunftsfestes Gesundheits- und Pflegesystem

Abschließend betonte der Hessische Gesundheitsminister, dass die Paktpartner mit diesem neuen Maßnahmenpaket wichtige Weichen für die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung in Hessen gestellt haben. Ziel des Hessischen Gesundheitspaktes 3.0 ist ein zukunftsfestes Gesundheits- und Pflegesystem, auf das sich die Bevölkerung verlassen kann.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 413270-22
pfeiffer@azetpr.com
 

 

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Rezepte rechtzeitig vor den Feiertagen in der Apotheke einlösen

Versorgung mit Medikamenten sicherstellen

Frankfurt am Main, 04.12.2018 – Der Countdown zum Weihnachtsfest läuft. Doch nicht nur Geschenke und Festmenüs müssen jetzt gut geplant werden, auch ihre verschreibungspflichtigen Arzneimittel sollten Betroffene im Weihnachtstrubel nicht aus dem Blick verlieren. Reicht das benötigte Präparat nicht bis ins neue Jahr aus, sollte man sich das Medikament  rechtzeitig vor den Feiertagen vom Arzt verordnen lassen, denn viele Arztpraxen schließen „zwischen den Jahren“. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät dazu, dies in die Feiertagsplanung miteinzubeziehen. „Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Rezepte noch im alten Jahr in der Apotheke vorzulegen und daran zu denken, sich gegebenenfalls seine Medikamente rechtzeitig verordnen zu lassen“, so Funke weiter. So kann das rosa Rezept, das gesetzlich Versicherte von ihrem Arzt erhalten, nur innerhalb eines Monats nach Ausstellung von der Apotheke beliefert werden ohne dass neben der Zuzahlung weitere Kosten für den Patienten anfallen.

Die Rezeptfarben und was sie bedeuten

Das rosa Rezept kennen die meisten: Es wird Pflichtversicherten ausgestellt und ist in der Regel einen Monat zu Lasten der Krankenkasse einlösbar. Die Verordnung ist zwar noch für zwei weitere Monate gültig, wird dann allerdings wie ein Privatrezept behandelt – der Patient muss die Kosten komplett selbst tragen. Privatpatienten erhalten von ihrem Arzt das blaue Rezept (Gültigkeitsdauer drei Monate) und bezahlen zunächst selbst die verordneten Arzneimittel. Das in der Apotheke abgestempelte Privatrezept kann dann zur Erstattung bei der privaten Kasse eingereicht werden. Stellt der Arzt ein grünes Rezept aus, empfiehlt er dem Patienten ein Medikament, das nicht verschreibungspflichtig ist. Gelbe Rezepte weisen auf ein Betäubungsmittel hin, diese Rezepte sind nur sieben Tage gültig. Besonderheit: Das Rezept ist dreiteilig. Ein Durchschlag verbleibt in der Arztpraxis, das Original sowie der zweite Durchschlag gibt der Patient an den Apotheker weiter. Abgerechnet wird es, je nach Versichertenstatus, wie das rosa bzw. blaue Rezept. Das sogenannte T-Rezept, das für Arzneimittel mit den Wirkstoffen Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid ausgestellt wird, ist weiß und nur sechs Tage gültig. Es wird wie das rosa bzw. blaue Rezept abgerechnet.

Patientenindividuell: Entlassmanagement

Patienten, die kurz vor dem Fest oder „zwischen den Jahren“ aus dem Krankenhaus entlassen werden, können über den verantwortlichen Krankenhausarzt ein sogenanntes Entlassmanagement erhalten. Der Arzt verordnet mit dem Entlassrezept für einen Übergangszeitraum von bis zu sieben Tagen die notwendigen Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel sowie eine häusliche Krankenpflege oder eine Soziotherapie. Ob das Entlassmanagement für den jeweiligen Patienten erforderlich ist, wird individuell im Krankenhaus entschieden. Das Rezept, das der Patient mit seinen Entlassungspapieren erhält, ist durch das Wort „Entlassmanagement“ oder die Kennziffer 4 als letzte Ziffer im Feld „Status“ gekennzeichnet. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, das Entlassrezept umgehend in der Apotheke einzulösen – es ist nur drei Werktage inklusive Verschreibungsdatum gültig. So muss ein am Freitag ausgestelltes Entlassrezept bis zum folgenden Montag eingelöst werden. Diese verkürzte Gültigkeit gilt auch bei T-Rezepten oder Verordnungen für Betäubungsmittel. Gut zu wissen: Im Entlassmanagement darf immer nur die kleinste Packungsgröße verordnet werden.

Ausnahmeregelungen

Für einige Rezepte gelten geänderte Einlösefristen. So müssen Hilfsmittelverordnungen innerhalb von 28 Tagen eingelöst werden. Verordnungen über isotretinoinhaltige Interna für Frauen im gebärfähigen Alter sind nur sieben Tage inklusive Verschreibungsdatum gültig. Sind sich Patienten unsicher, ob ihr Rezept noch gültig ist, können sie sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
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Landesapothekerkammer Hessen fordert Umsetzung des Koalitionsvertrages

Resolution an die Bundesregierung

Frankfurt am Main, 21.11.2018 – Die Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen hat soeben einstimmig eine Resolution an die Bundesregierung verabschiedet, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Rückführung des Versandhandels mit Arzneimitteln auf das europarechtlich gebotene Maß zügig umzusetzen. „Wir erwarten, dass der Koalitionsvertrag mit Leben erfüllt und die Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder hergestellt wird“, betonte Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Diese Gleichpreisigkeit ist das Fundament für eine qualitätsgesicherte Arzneimittelversorgung durch wohnortnahe, inhabergeführte Apotheken und verhindert einen ruinösen Preiswettbewerb – zum Wohle der Bevölkerung“.

Gleichpreisigkeit ist Verbraucherschutz

Die wohnortnahe und flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland ist auf der Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten bei der Abgabe an die Patienten aufgebaut. Sie schützt die Verbraucher und verhindert das Übervorteilen von kranken Menschen. Damit die Aufgaben der Apotheke vor Ort weiterhin zum Wohle der Patientinnen und Patienten erfüllt werden können, ist die Einhaltung der Arzneimittelpreisverordnung und damit die Gleichpreisigkeit von  verschreibungspflichtigen Medikamenten die Voraussetzung: Nur so kann eine flächendeckende Arzneimittelversorgung zu jeder Tag- und Nachtzeit durch Apotheken vor Ort langfristig sichergestellt werden.

Unhaltbare Schräglage

Doch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19.10.2016 gelten die Vorschriften der Arzneimittelpreisverordnung nicht mehr für ausländische Versandapotheken. Dadurch ist eine Schräglage für die Apotheken vor Ort entstanden. Mit Blick auf den Koalitionsvertrag fordert die Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen den Ausschluss von verschreibungspflichtigen Medikamenten vom Versandhandel – die einzige zielführende Maßnahme, um die Gleichpreisigkeit wieder herzustellen.

Zukunftsfähig aufgestellt

Insbesondere vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft und dem damit verbundenen Anstieg an pflegebedürftigen Menschen ist es für die Apothekerinnen und Apotheker essentiell, Weiter- und Neuentwicklungen im Gesundheitswesen zum Wohle der Patientinnen und Patienten aktiv mitzugestalten. Sie arbeiten zukunftsorientiert und übernehmen auch neue Aufgaben: So bringen sich die Apotheker aktiv in Projekte der Digitalisierung wie beispielsweise die Einführung des elektronischen Rezeptes (eRezept) ein.

Die Resolution im Wortlaut

Die Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen fordert die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Rückführung des Versandhandels mit Arzneimitteln auf das europarechtlich gebotene Maß zügig umzusetzen.

Auf der Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bei der Abgabe an die Patientinnen und Patienten ist die wohnortnahe und flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland aufgebaut. Gleichpreisigkeit bedeutet Verbraucherschutz und verhindert das Übervorteilen von kranken Menschen. Für eine qualitätsgesicherte Arzneimittelversorgung durch wohnortnahe, inhabergeführte Apotheken bildet die Gleichpreisigkeit das Fundament und verhindert zum Wohle der Bevölkerung einen ruinösen Preiswettbewerb. Die Apothekerinnen und Apotheker verschließen sich weder dem Fortschritt noch neuen Aufgaben und sind jederzeit bereit, Weiter- und Neuentwicklungen im Gesundheitswesen zum Wohle der Patientinnen und Patienten aktiv mitzugestalten, gerade auch vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft und dem damit verbundenen Anstieg an pflegebedürftigen Menschen. Apothekerinnen und Apotheker bringen sich aktiv in Projekte der Digitalisierung wie beispielsweise die Einführung des eRezeptes ein.

Um diese Aufgaben meistern zu können, ist jedoch die Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln die Voraussetzung, da nur so eine flächendeckende Arzneimittelversorgung langfristig sichergestellt werden kann. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19.10.2016 gelten die Vorschriften der Arzneimittelpreisverordnung nicht für ausländische Versandapotheken. Dieser Zustand ist unhaltbar. Die einzig zielführende Maßnahme, um diese Gleichpreisigkeit wiederherzustellen, ist der Ausschluss von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vom Versandhandel.

Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich zeitnah für die Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung ihrer Bevölkerung zu jeder Tag- und Nachtzeit durch die wohnortnahen Apotheken in Deutschland einsetzt und ihre Vereinbarung im Koalitionsvertrag umsetzt.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:

AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 / 41 32 70-31
pfeiffer@azetpr.com

 

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