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Selbstmedikation: Wenn der Kopf pulsiert und dröhnt

Kopfschmerz oder Migräne?

Frankfurt am Main, 03.07.2018 – Brummend, pulsierend, drückend: Schmerzen im Kopf fallen sehr unterschiedlich aus. Leichter bis mittelschwerer Spannungskopfschmerz macht sich meist mit dumpfem beidseitigem Drücken bemerkbar und kann durch Verspannungen, Schlafmangel oder Stress verursacht werden. Ganz anders die Migräne: Die einseitig-pulsierenden, oft heftigen Attacken werden klassischerweise durch Faktoren wie Rotwein oder Käse, aber auch Wetterwechsel oder eine Veränderung im Schlaf-Wach-Rhythmus getriggert. Unangenehme Migränebegleiter sind meist Appetitlosigkeit, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Zwar können beide Schmerzarten in der Selbstmedikation mit ASS, Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden. Allerdings warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, vor einer zu häufigen Einnahme von Ibuprofen & Co. Nicht nur deren Nebenwirkungen müssen Patienten im Blick behalten, die Mittel selbst können sogar Kopfschmerzen auslösen. Ursula Funke rät, gemeinsam mit dem Apotheker vor Ort individuell den richtigen Wirkstoff auszusuchen. Ferner sollten rezeptfreie Analgetika nicht länger als drei Tage und an maximal zehn Tagen pro Monat eingenommen werden. Treten Kopfschmerzen oder Migräne plötzlich, regelmäßig oder besonders stark auf, sollte der Ursache mit ärztlicher Hilfe auf den Grund gegangen werden.

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz

200 unterschiedliche Kopfschmerzarten sind bekannt, doch in 90 Prozent der Fälle liegt ein Spannungskopfschmerz vor. Die Schmerzen, die sich oft nur wenige Stunden durch ein beidseitiges Drücken bemerkbar machen, fallen in der Regel leicht bis mittelschwer aus. Migräneattacken dagegen sind erheblich intensiver und können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Die unterschiedlich starken Anfälle dauern zwischen vier und 72 Stunden und gehen fast immer mit Appetitlosigkeit, Übelkeit (80 Prozent), Lichtempfindlichkeit (60 Prozent), Lärmanfälligkeit (50 Prozent), Erbrechen (40 bis 50 Prozent) und Sensibilität gegen Gerüche (10 Prozent) einher. Der einseitige Schmerz kann zudem innerhalb einer Migräneattacke oder von Anfall zu Anfall die Seite wechseln. Migräne ist die häufigste neurologische Erkrankung, an der in Deutschland acht Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen leiden.

Therapie: nicht nur medikamentös

In der Apotheke vor Ort können sich Schmerzpatienten kompetent zu einem individuell passenden Analgetikum beraten lassen. Für Kopfschmerzpatienten sind ASS, Ibuprofen oder Paracetamol die Mittel der Wahl. Außerdem können Begleitmaßnahmen wie autogenes Training, Yoga oder aerober Ausdauersport helfen. Für Migränepatienten empfiehlt sich bei einer Attacke die Einnahme von ASS, Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol mit oder ohne Koffein. Leiden die Patienten zusätzlich unter starker Übelkeit, kann der Arzt einen lindernden Wirkstoff verschreiben. Er wird zusätzlich zu dem ausgewählten Schmerzmittel verabreicht. Wann und wie diese Präparate am besten eingenommen werden, erklärt die Apothekerin oder der Apotheker vor Ort. Ob im Einzelfall eine medikamentöse Prophylaxe angezeigt ist, entscheidet der Arzt. 

Wenn ASS, Ibuprofen & Co. nicht helfen

Liegt eine Unverträglichkeit gegen gängige Analgetika vor oder helfen diese nicht, können Patienten auf verschreibungsfreie Triptane zurückgreifen. Doch diese Medikamente dürfen nicht vorbehaltlos eingenommen werden, berichtet die Landesapothekerkammer Hessen. Vor der Einnahme ist eine Beratung in der Apotheke unerlässlich, da Anwendungseinschränkungen oder Kontraindikationen wie zum Beispiel bei Angina pectoris, koronare Herzerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, transiente ischämische Attacke (TIA) oder fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) vorliegen können und daher diese Wirkstoffgruppe nicht für jeden Patienten geeignet ist. „Nehmen Sie daher nie Arzneimittel, die anderen Personen verordnet wurden. Was Ihrem Nachbar hilft, kann Ihnen schaden“ rät Ursula Funke.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 413270-22
pfeiffer@azetpr.com

 

 

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Blutdrucksenker und verschreibungsfreie Schmerzmittel: Was ist zu beachten?

Höchste Sorgfalt in der Selbstmedikation ist Pflicht

Frankfurt am Main, 15.05.2018
– Bluthochdruck entwickelt sich immer mehr zur Volkskrankheit. Fast jeder dritte Deutsche leidet darunter, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Hypertonie. Doch in der Regel können Hochdruckpatienten mit gut verträglichen Arzneien zuverlässig eingestellt werden. Greifen Hypertoniker jedoch im Fall der Fälle auf verschreibungsfreie Schmerzmittel zurück, sollten sie sich vorher in der Apotheke beraten lassen. Denn Ibuprofen, ASS, Diclofenac & Co. steigern den Blutdruck und beeinträchtigen damit die Wirkung der blutdrucksenkenden Medikamente, warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Daher muss vor der Schmerzmitteleinnahme sorgfältig abgewogen werden, welche Substanz zu dem eingenommenen Blutdrucksenker passt.

Hypertonie und ihre Folgen

Werden bei wiederholten Messungen durchgängig Werte von 140/90 mmHg oder darüber konstatiert, deutet das auf eine Hypertonie hin und muss ärztlich abgeklärt werden. Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen. Unbehandelt kann er sogar zu Erblindung, Herzrhythmusstörungen und Herzversagen führen. Leiden Hochdruckkranke zusätzlich unter anderen kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes, steigt das Komplikationsrisiko. Besonders tückisch: Hypertonie verläuft lange Zeit beschwerdefrei und macht sich häufig erst durch Folgeerscheinungen wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Atemnot, Herzklopfen, Sehstörungen, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen, aber auch durch Krämpfe und Lähmungen, Nasenbluten, Bewusstseinstrübung oder Verwirrtheit bemerkbar.

Gefährliche Wechselwirkungen meiden

Stellt der Arzt die Diagnose Bluthochdruck, wird er antihypertensive Mittel wie ACE-Hemmer, Beta-Blocker, entwässernde Diuretika, Kalzium- oder AT1-Antagonisten verschreiben. Sie sind in der Regel gut verträglich und senken den Blutdruck zuverlässig. Kritisch wird es aber, wenn Blutdrucksenker und Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen, ASS oder Naproxen kombiniert werden. Folge: Diese Wirkstoffe, die zu den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika gehören, schwächen die Wirkung antihypertensiver Arzneimittel ab. Auf Schmerzmittel müssen Hochdruckkranke dennoch nicht verzichten, doch Sorgfalt in der Selbstmedikation ist Pflicht. In einem Beratungsgespräch mit dem Apotheker sollte gründlich abgewogen werden, welches Präparat geeignet ist. Liegt weder eine Herz- oder Niereninsuffizienz vor, gilt: kurzfristige Anwendung von maximal drei bis vier Tagen, Dosierung so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig, Prüfung möglicher Therapiealternativen. Interaktionsrisiken kann der Apotheker durch eine Medikationsanalyse minimieren. Neben der Therapiebegleitung bietet die Apotheke vor Ort durch die Blutdruckmessung außerdem eine regelmäßige Kontrollmöglichkeit an.

Grenzen der Selbstmedikation

Leidet der Blutdruckpatient unter einer Nierenfunktionsstörung, einer Herzinsuffizienz oder einer Dehydratation, sind die Grenzen der Selbstmedikation erreicht. Hier sollten Schmerzmittel nicht ohne Kenntnis des behandelnden Arztes und dann so restriktiv wie möglich eingesetzt werden.

Am 17. Mai ist „Welt Hypertonie Tag“. Die hessischen Apotheken sind mit ihrem niedrigschwelligen wohnortnahen Angebot eine wichtige Anlaufstelle bei vielen Gesundheitsproblemen. Bluthochdruckpatienten können sich hier kompetent zur Wahl eines passenden Schmerzmittels in der Selbstmedikation beraten und ihren Blutdruck kontrollieren lassen.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
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Vergiftungen bei Kindern verhüten

Paracetamolvergiftung kann lebensbedrohlich sein

Frankfurt am Main, 26.04.2018 – Kleine Kinder, die die Welt neugierig und gern mit dem Mund erkunden, werden von Tabletten oft wie magisch angezogen. Denn schnell werden die Arzneien mit Süßigkeiten verwechselt. Wie häufig Vergiftungsunfälle mit Medikamenten vorkommen, zeigen die Zahlen des Giftinformationszentrums Mainz. Das für Rheinland-Pfalz und Hessen zuständige Zentrum verzeichnete 2017 über 13.000 Anrufe wegen eines Vergiftungsverdachts – davon betrafen 5.800 Kinder. Rund die Hälfte, circa 2.900 Anrufe, gingen auf humane Arzneimittel zurück. Tabletten und Arzneisäfte sind für Kinder gefährlich und sollten daher unbedingt außer Reichweite aufbewahrt werden. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, warnt aber auch vor einer versehentlichen Überdosierung mit Paracetamol. Sie kann eine lebensbedrohliche Vergiftung nach sich ziehen, Leberfunktionsstörungen oder sogar tödliches Leberversagen können die Folge sein. Das gilt für Kinder ebenso wie für erwachsene Patienten.

Gefahrenquelle Paracetamol

Grundsätzlich sind Vergiftungen mit jedem Arzneimittel möglich und gefährlich. Als besonders kritisch sind Opioide, Antidiabetika, Psychopharmaka und Antiarrhythmika einzustufen – sie sind für Kinder schon in geringen Mengen riskant. Doch auch die Gefährlichkeit von Paracetamol, einem für Kinder gängigen verschreibungsfreien Wirkstoff gegen Schmerzen und Fieber, wird oft unterschätzt. Denn: Eine Überdosierung kann lebensbedrohliche Folgen haben. Nach der Gabe einer zu großen Menge treten keine eindeutigen Beschwerden auf, das Vergiftungsbild mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen entwickelt sich schleichend. Eltern sollten die genaue altersgerechte Dosierung sowie die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Dosen unbedingt einhalten. Wird Paracetamol überdosiert, nimmt die Leber Schaden. Bei Verdacht auf eine Paracetamolvergiftung muss das Kind unbedingt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Vergiftungsverdacht? Besonnen handeln!

Die Symptome einer Vergiftung sind substanzabhängig und vielfältig. Zeigen Kinder trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Vergiftungsanzeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreaktionen, Atemdepression, Kopfschmerzen oder Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, sollten Eltern vor allem Ruhe bewahren. Auf keinen Fall dürfen Erwachsene das Erbrechen des Kindes herbeiführen. Als erste Maßnahme kann den Kindern - immer nur nach Rücksprache mit der Giftnotrufzentrale oder dem Arzt/der Ärztin! - Tee, Wasser oder Saft zu trinken gegeben werden. Tabu ist das Verabreichen von Milch oder Salzwasser.

Hilfe durch den Giftnotruf

Bei einem Vergiftungsverdacht wenden sich Eltern am besten direkt an den Giftnotruf (für Hessen: 06131 19240). Den telefonischen Empfehlungen sollten Eltern folgen oder den kleinen Patienten schnellstmöglich in die nächste Arztpraxis, Rettungsstelle oder in ein Krankenhaus fahren. Auch die verdächtige Substanz, die Verpackung oder Flasche sollte unbedingt mitgenommen werden. Das Kind darf jetzt auch auf keinen Fall allein gelassen, sondern die Vitalfunktionen, das heißt Bewusstsein, Atmung und Puls, überwacht werden. Erbricht der kleine Patient von selbst, müssen Eltern darauf achten, dass das Kind sein Erbrochenes nicht einatmet.

Keep them up - keep them closed - keep them safe

Viele Vergiftungsunfälle lassen sich verhindern, wenn Kinder die gefährlichen Substanzen erst gar nicht in die Hände bekommen. Medikamente, Chemikalien und Co. sollten verschlossen oder nur dort aufbewahrt werden, wo Kinder auf keinen Fall hinreichen können. Diese Regeln gelten für alle Haushalte, in denen Kinder leben oder oft zu Besuch sind:

1. Tabletten, Arzneisäfte, Putz- und Reinigungsmittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern
    aufbewahren. Und: Gefährliche Substanzen gehören nicht in den unverschlossenen Abfalleimer.
2. Eine Hausapotheke, die abgeschlossen werden kann, ist ideal. Im Krankheitsfall Arzneipackungen
    nicht offen liegen lassen, Kleinkinder könnten die bunten Blister mit Bonbons verwechseln.
3. Füllen Sie giftige Substanzen nie in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter ab. Außerdem
    Giftiges niemals neben Nahrungsmitteln aufbewahren.
4. Einkaufs- und Handtaschen mit Medikamenten, Putzmitteln, Zigaretten oder Parfum nicht
    unbeaufsichtigt und damit in Reichweite von Kleinkindern stehen lassen.
5. Die Rufnummer der Giftberatung - für Hessen: 06131 19240 - am besten in der Hausapotheke oder
    gut sichtbar am Kühlschrank platzieren. Im Verdachtsfall können dort die fünf W-Fragen (wer ruft an,
    wo ist es passiert, was ist passiert, wie viele Verletzte, welche Symptome) schnell telefonisch geklärt
    werden.

Für den Notfall gerüstet

Sollte dennoch ein Vergiftungsverdacht auftreten, ist es ratsam, bestimmte Medikamente vorrätig zu haben, um nach Anweisung des Giftnotrufs oder des Arztes erste Maßnahmen ergreifen zu können. Die Apotheke vor Ort berät kompetent zur richtigen Zusammensetzung der Hausapotheke. Sie sollte immer Entblähungstropfen mit dem Wirkstoff Dimeticon oder Simeticon, medizinische Kohle in Pulverform (mindestens fünf Gramm pro Kind), Schmerzmittel als Saft oder als Zäpfchen, ein Gel zur Therapie von Insektenstichen, Mittel zur Wunddesinfektion und Pflaster sowie steriles Verbandsmaterial enthalten. Informationen zum „Risiko Vergiftungsunfälle“ mit Tipps für ein giftfreies Zuhause hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Broschüre zusammengefasst.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
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Susanne Pfeiffer
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