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Archiv - Presse

Blutdrucksenker und verschreibungsfreie Schmerzmittel: Was ist zu beachten?

Höchste Sorgfalt in der Selbstmedikation ist Pflicht

Frankfurt am Main, 15.05.2018
– Bluthochdruck entwickelt sich immer mehr zur Volkskrankheit. Fast jeder dritte Deutsche leidet darunter, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Hypertonie. Doch in der Regel können Hochdruckpatienten mit gut verträglichen Arzneien zuverlässig eingestellt werden. Greifen Hypertoniker jedoch im Fall der Fälle auf verschreibungsfreie Schmerzmittel zurück, sollten sie sich vorher in der Apotheke beraten lassen. Denn Ibuprofen, ASS, Diclofenac & Co. steigern den Blutdruck und beeinträchtigen damit die Wirkung der blutdrucksenkenden Medikamente, warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Daher muss vor der Schmerzmitteleinnahme sorgfältig abgewogen werden, welche Substanz zu dem eingenommenen Blutdrucksenker passt.

Hypertonie und ihre Folgen

Werden bei wiederholten Messungen durchgängig Werte von 140/90 mmHg oder darüber konstatiert, deutet das auf eine Hypertonie hin und muss ärztlich abgeklärt werden. Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen. Unbehandelt kann er sogar zu Erblindung, Herzrhythmusstörungen und Herzversagen führen. Leiden Hochdruckkranke zusätzlich unter anderen kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes, steigt das Komplikationsrisiko. Besonders tückisch: Hypertonie verläuft lange Zeit beschwerdefrei und macht sich häufig erst durch Folgeerscheinungen wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Atemnot, Herzklopfen, Sehstörungen, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen, aber auch durch Krämpfe und Lähmungen, Nasenbluten, Bewusstseinstrübung oder Verwirrtheit bemerkbar.

Gefährliche Wechselwirkungen meiden

Stellt der Arzt die Diagnose Bluthochdruck, wird er antihypertensive Mittel wie ACE-Hemmer, Beta-Blocker, entwässernde Diuretika, Kalzium- oder AT1-Antagonisten verschreiben. Sie sind in der Regel gut verträglich und senken den Blutdruck zuverlässig. Kritisch wird es aber, wenn Blutdrucksenker und Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen, ASS oder Naproxen kombiniert werden. Folge: Diese Wirkstoffe, die zu den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika gehören, schwächen die Wirkung antihypertensiver Arzneimittel ab. Auf Schmerzmittel müssen Hochdruckkranke dennoch nicht verzichten, doch Sorgfalt in der Selbstmedikation ist Pflicht. In einem Beratungsgespräch mit dem Apotheker sollte gründlich abgewogen werden, welches Präparat geeignet ist. Liegt weder eine Herz- oder Niereninsuffizienz vor, gilt: kurzfristige Anwendung von maximal drei bis vier Tagen, Dosierung so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig, Prüfung möglicher Therapiealternativen. Interaktionsrisiken kann der Apotheker durch eine Medikationsanalyse minimieren. Neben der Therapiebegleitung bietet die Apotheke vor Ort durch die Blutdruckmessung außerdem eine regelmäßige Kontrollmöglichkeit an.

Grenzen der Selbstmedikation

Leidet der Blutdruckpatient unter einer Nierenfunktionsstörung, einer Herzinsuffizienz oder einer Dehydratation, sind die Grenzen der Selbstmedikation erreicht. Hier sollten Schmerzmittel nicht ohne Kenntnis des behandelnden Arztes und dann so restriktiv wie möglich eingesetzt werden.

Am 17. Mai ist „Welt Hypertonie Tag“. Die hessischen Apotheken sind mit ihrem niedrigschwelligen wohnortnahen Angebot eine wichtige Anlaufstelle bei vielen Gesundheitsproblemen. Bluthochdruckpatienten können sich hier kompetent zur Wahl eines passenden Schmerzmittels in der Selbstmedikation beraten und ihren Blutdruck kontrollieren lassen.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 413270-22
pfeiffer@azetpr.com



 

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Vergiftungen bei Kindern verhüten

Paracetamolvergiftung kann lebensbedrohlich sein

Frankfurt am Main, 26.04.2018 – Kleine Kinder, die die Welt neugierig und gern mit dem Mund erkunden, werden von Tabletten oft wie magisch angezogen. Denn schnell werden die Arzneien mit Süßigkeiten verwechselt. Wie häufig Vergiftungsunfälle mit Medikamenten vorkommen, zeigen die Zahlen des Giftinformationszentrums Mainz. Das für Rheinland-Pfalz und Hessen zuständige Zentrum verzeichnete 2017 über 13.000 Anrufe wegen eines Vergiftungsverdachts – davon betrafen 5.800 Kinder. Rund die Hälfte, circa 2.900 Anrufe, gingen auf humane Arzneimittel zurück. Tabletten und Arzneisäfte sind für Kinder gefährlich und sollten daher unbedingt außer Reichweite aufbewahrt werden. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, warnt aber auch vor einer versehentlichen Überdosierung mit Paracetamol. Sie kann eine lebensbedrohliche Vergiftung nach sich ziehen, Leberfunktionsstörungen oder sogar tödliches Leberversagen können die Folge sein. Das gilt für Kinder ebenso wie für erwachsene Patienten.

Gefahrenquelle Paracetamol

Grundsätzlich sind Vergiftungen mit jedem Arzneimittel möglich und gefährlich. Als besonders kritisch sind Opioide, Antidiabetika, Psychopharmaka und Antiarrhythmika einzustufen – sie sind für Kinder schon in geringen Mengen riskant. Doch auch die Gefährlichkeit von Paracetamol, einem für Kinder gängigen verschreibungsfreien Wirkstoff gegen Schmerzen und Fieber, wird oft unterschätzt. Denn: Eine Überdosierung kann lebensbedrohliche Folgen haben. Nach der Gabe einer zu großen Menge treten keine eindeutigen Beschwerden auf, das Vergiftungsbild mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen entwickelt sich schleichend. Eltern sollten die genaue altersgerechte Dosierung sowie die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Dosen unbedingt einhalten. Wird Paracetamol überdosiert, nimmt die Leber Schaden. Bei Verdacht auf eine Paracetamolvergiftung muss das Kind unbedingt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Vergiftungsverdacht? Besonnen handeln!

Die Symptome einer Vergiftung sind substanzabhängig und vielfältig. Zeigen Kinder trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Vergiftungsanzeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreaktionen, Atemdepression, Kopfschmerzen oder Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, sollten Eltern vor allem Ruhe bewahren. Auf keinen Fall dürfen Erwachsene das Erbrechen des Kindes herbeiführen. Als erste Maßnahme kann den Kindern - immer nur nach Rücksprache mit der Giftnotrufzentrale oder dem Arzt/der Ärztin! - Tee, Wasser oder Saft zu trinken gegeben werden. Tabu ist das Verabreichen von Milch oder Salzwasser.

Hilfe durch den Giftnotruf

Bei einem Vergiftungsverdacht wenden sich Eltern am besten direkt an den Giftnotruf (für Hessen: 06131 19240). Den telefonischen Empfehlungen sollten Eltern folgen oder den kleinen Patienten schnellstmöglich in die nächste Arztpraxis, Rettungsstelle oder in ein Krankenhaus fahren. Auch die verdächtige Substanz, die Verpackung oder Flasche sollte unbedingt mitgenommen werden. Das Kind darf jetzt auch auf keinen Fall allein gelassen, sondern die Vitalfunktionen, das heißt Bewusstsein, Atmung und Puls, überwacht werden. Erbricht der kleine Patient von selbst, müssen Eltern darauf achten, dass das Kind sein Erbrochenes nicht einatmet.

Keep them up - keep them closed - keep them safe

Viele Vergiftungsunfälle lassen sich verhindern, wenn Kinder die gefährlichen Substanzen erst gar nicht in die Hände bekommen. Medikamente, Chemikalien und Co. sollten verschlossen oder nur dort aufbewahrt werden, wo Kinder auf keinen Fall hinreichen können. Diese Regeln gelten für alle Haushalte, in denen Kinder leben oder oft zu Besuch sind:

1. Tabletten, Arzneisäfte, Putz- und Reinigungsmittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern
    aufbewahren. Und: Gefährliche Substanzen gehören nicht in den unverschlossenen Abfalleimer.
2. Eine Hausapotheke, die abgeschlossen werden kann, ist ideal. Im Krankheitsfall Arzneipackungen
    nicht offen liegen lassen, Kleinkinder könnten die bunten Blister mit Bonbons verwechseln.
3. Füllen Sie giftige Substanzen nie in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter ab. Außerdem
    Giftiges niemals neben Nahrungsmitteln aufbewahren.
4. Einkaufs- und Handtaschen mit Medikamenten, Putzmitteln, Zigaretten oder Parfum nicht
    unbeaufsichtigt und damit in Reichweite von Kleinkindern stehen lassen.
5. Die Rufnummer der Giftberatung - für Hessen: 06131 19240 - am besten in der Hausapotheke oder
    gut sichtbar am Kühlschrank platzieren. Im Verdachtsfall können dort die fünf W-Fragen (wer ruft an,
    wo ist es passiert, was ist passiert, wie viele Verletzte, welche Symptome) schnell telefonisch geklärt
    werden.

Für den Notfall gerüstet

Sollte dennoch ein Vergiftungsverdacht auftreten, ist es ratsam, bestimmte Medikamente vorrätig zu haben, um nach Anweisung des Giftnotrufs oder des Arztes erste Maßnahmen ergreifen zu können. Die Apotheke vor Ort berät kompetent zur richtigen Zusammensetzung der Hausapotheke. Sie sollte immer Entblähungstropfen mit dem Wirkstoff Dimeticon oder Simeticon, medizinische Kohle in Pulverform (mindestens fünf Gramm pro Kind), Schmerzmittel als Saft oder als Zäpfchen, ein Gel zur Therapie von Insektenstichen, Mittel zur Wunddesinfektion und Pflaster sowie steriles Verbandsmaterial enthalten. Informationen zum „Risiko Vergiftungsunfälle“ mit Tipps für ein giftfreies Zuhause hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Broschüre zusammengefasst.

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Lassen Sie Ihre Kinder impfen!

Europäische Impfwoche vom 23. bis 29. April 2018

Frankfurt am Main, 17.04.2018 – Für die Gesundheit der Kinder und gegen gefährliche Krankheiten wie Masern & Co.: Die Landesapothekerkammer Hessen und das Gesundheitsamt Frankfurt am Main machen sich im Rahmen der Europäischen Impfwoche, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits zum 13. Mal initiiert wird, gemeinsam für die Impfung von Kindern stark. Dass beispielsweise Masern in Europa immer noch nicht ausgerottet sind, liegt an den erheblichen Impflücken in Deutschland. „Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main möchten wir Eltern dafür sensibilisieren, ihre Kinder durch Impfungen zu schützen. Gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie Ihren Nachwuchs impfen“, ruft Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen auf. „Denn Masern sind nicht harmlos“. Masernimpfungen können schlimme Krankheitsverläufe vermeiden und Behinderungen oder sogar Todesfälle verhüten.

Bedenklicher Trend in Deutschland

Im vergangenen Jahr verzeichnete die WHO 927 Masernfälle in Deutschland. Damit zählt die Bundesrepublik nach Rumänien, Italien, der Ukraine und Griechenland zu den fünf am stärksten betroffenen Ländern der Europäischen Region. Allein in Hessen wurden 2017 76 Fälle verzeichnet – das sind im Verhältnis zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich viele Masernerkrankungen. 2016 waren es lediglich zehn Fälle.

Impfpass-Check in der Apotheke

Trotz dieser gefährlichen Entwicklung überwiegt bei manchen Eltern die Skepsis, sie lassen ihre Kinder nicht impfen. Wer unsicher ist, kann auch das niedrigschwellige Beratungsangebot der Apotheke vor Ort nutzen. „ Im direkten Gespräch können Vorbehalte dann oft entkräftet werden. Mit dem Impfpass-Check klären wir den Patienten außerdem zu notwendigen Auffrischungen oder neuen Schutzimpfungen auf“, erklärt Ursula Funke. Damit die hessischen Apotheker ihre Beratungskompetenz gezielt schärfen, bietet die Landesapothekerkammer Hessen im Rahmen der Europäischen Impfwoche außerdem Fortbildungsveranstaltungen für die Apothekerschaft an.

Impfsprechstunde im Gesundheitsamt

Vorbehalte entkräften und die Impfrate erhöhen, das ist auch das Ziel des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main. Professorin Dr. Ursel Heudorf, stellvertretende Leiterin, erklärt dazu: „Der kindliche Organismus entwickelt bei durchgemachten Kinderkrankheiten zwar Abwehrkräfte, es werden aber auch vermeidbare Komplikationen oder Spätschäden in Kauf genommen“. Das Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf und bietet eine Impfsprechstunde an. Denn: Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen – und trägt damit zur Ausrottung der Masern bei.

Masern durch hohe Impfrate eliminieren

Damit eine Ausrottung gelingt, ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent notwendig. Bundesweit liegt die Rate jedoch bei nur 90 Prozent. Die hochansteckenden Masernviren können zu schweren Krankheitsverläufen mit Lungen- oder Gehirnentzündungen führen. 20 Prozent der Masernerkrankten sind von Komplikationen betroffen, 20 bis 30 Prozent der Betroffenen erleiden bleibende Schäden. Noch sechs bis 15 Jahre nach der Krankheit kann eine Infektion des Zentralen Nervensystems auftreten, die immer tödlich endet.

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Vorsichtiger Umgang mit Magensäureblockern

Sodbrennen selbst behandeln

Frankfurt am Main, 03.04.2018
– Fettes Essen, Kaffee, Alkohol, Stress: Sodbrennen kann verschiedene Ursachen haben. Damit das unangenehme Brennen gar nicht erst entsteht, greifen Betroffene oft zu einem verschreibungsfreien Magensäureblocker. Wird das Präparat zu lange eingenommen und dann abrupt abgesetzt, kommt es zum Rebound, dem Absetzeffekt. Der Körper produziert zu viel Magensäure, die Beschwerden kehren zurück und der Patient greift erneut zum Säureblocker. Damit dieser Teufelskreis nicht entsteht, empfiehlt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, den Magensäureblocker nur kurzfristig anzuwenden. Besser ist ein Therapieversuch mit Antazida, die überschüssige Magensäure neutralisieren. Erst dann kann für kurze Zeit auch mal zu einem Säureblocker gegriffen werden, jedoch ist bei regelmäßigem Auftreten oder längerem Anhalten von Sodbrennen immer mit dem Hausarzt zu sprechen, damit die Ursache ärztlich abgeklärt werden kann.

Unangenehm, aber meist harmlos

Der menschliche Magen enthält von Natur aus 0,5 Prozent Salzsäure, die sowohl für die Verdauung als auch für die Desinfektion des Mageninhalts erforderlich ist. Steigt saurer Mageninhalt die empfindliche Speiseröhre hinauf, entsteht Sodbrennen. Das schmerzhafte Brennen strahlt vom Oberbauch bis hinter das Brustbein und von dort oft bis in den Hals-Rachen-Raum aus. In den meisten Fällen ist das brennende und schmerzhafte Gefühl harmlos. Verschreibungsfreie Antazida neutralisieren, binden die Magensäure, sogenannte Säureblocker hemmen die Magensäureproduktion, der Patient ist wieder beschwerdefrei.

Neben- und Wechselwirkungen kennen

Antazida enthalten verschiedene Magnesium-, Aluminium- oder Kalziumverbindungen. In zu hoher Dosierung kann Magnesium abführend wirken, aluminium- und kalziumhaltige Antazida können Verstopfungen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Werden Säureblocker aufgrund ärztlicher Verordnung langfristig eingenommen,  kann die Aufnahme von Vitamin B12 und anderen Mineralstoffen und Spurenelementen gehemmt werden. „Werden noch andere Medikmente eingenommen, muss unbedingt in der Apotheke geklärt  werden, ob es hierbei nicht zu Wechselwirkungen kommen kann“  informiert Ursula Funke. „Die Aufnahme anderer eingenommener Arzneimittel kann durch Magensäureblocker aber auch Antazida verringert oder unterbunden werden“.

Beratung in der Apotheke nutzen

Patienten sollten sich in der Apotheke vor Ort zur individuell passenden Therapie beraten lassen. Der Apotheker kann außerdem Tipps zur Ernährung oder zu Entspannungstechniken geben, und den Patient sensibilisieren, wann ein Arztbesuch angeraten ist.

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Richtige Therapie macht Parasiten den Garaus

Krätze am besten sofort behandeln

Frankfurt am Main, 27.02.2018 – Entzündete Hautpartien, starker Juckreiz, gerötete, schuppige und zum Teil stecknadelkopfgroße Knötchen auf der Haut: Mit diesen Symptomen macht sich Skabies, die Krätze, bemerkbar. Die Hauterkrankung wird von Milben verursacht und kann Menschen jeden Alters treffen. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, weist darauf hin, dass Krätze nur durch intensiven Hautkontakt und nicht durch bloßes Händeschütteln übertragen wird. Sie rät dazu, einen Krätzeverdacht umgehend vom Arzt abklären zu lassen und dann unverzüglich mit der Therapie zu beginnen.

Übeltäter Krätzmilben

Ein Krätzmilbenbefall ist nicht automatisch ein Beweis für mangelhafte Körperhygiene. Wie häufig Krätze vorkommt, hängt von Faktoren wie der Bevölkerungsdichte, der medizinischen Versorgung, den hygienischen Verhältnissen und dem Gesundheitszustand ab. Die weltweit vorkommenden Skabiesmilben werden hauptsächlich durch einen großflächigen längeren Hautkontakt, zum Beispiel mit dem Partner oder zwischen Eltern und Kindern, übertragen. Die winzigen Parasiten graben sich in die obere Hornschicht der Haut ein und bilden dort kleine Gänge. Dort überstehen die Milben sogar Vollbäder. Während die Krätzmilben bei erwachsenen Patienten vor allem die Haut zwischen Fingern und Zehen, in der Achselgegend und im Genitalbereich befallen, sind Rücken und Kopf selten betroffen. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch die behaarte Kopfhaut sowie die Innenflächen von Händen und Füßen befallen sein.

Diagnose durch den Arzt

Vermutet der Arzt Krätze, wird die Haut des Betroffenen untersucht. Mit einer feinen Nadel kann zusätzlich Material aus dem von der Milbe gegrabenen Gang geholt und unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden. Ein direkter Nachweis der Milben, der Eier oder des Kots als Nachweis für die Krätze.

Juckreiz schnell lindern

In der Therapie kommt eine verschreibungspflichtige Creme zum Einsatz, die gemäß ärztlicher Anweisung großflächig aufgetragen und nach acht bis zwölf Stunden gründlich abgewaschen wird. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, mit der Behandlung abends zu beginnen. Erwachsene und Kinder über vier Jahren sollten die Creme auf dem gesamten Körper auftragen, auch Hals, Nacken, Handflächen und Fußsohlen müssen einbezogen werden. Kopf und Gesicht können ausgespart bleiben, es sei denn, es sind mit Skabies befallene Stellen in diesem Bereich vorhanden. Ist die Behandlung erfolgreich, lässt auch der Juckreiz in der Regel rasch nach, nur in Einzelfällen hält er über eine Woche lang an. Damit sich die Haut schneller erholt, kann der Apotheker außerdem eine rückfettende Pflegecreme empfehlen, die der Betroffene zusätzlich für einige Wochen verwendet.

Sind nach zwei Wochen immer noch Symptome vorhanden, wird der Arzt die Anwendung wiederholen lassen. Weitere ärztliche Kontrollen finden in der Regel noch bis zu vier Wochen nach Therapiebeginn statt.

Orale Therapie möglich

Seit 2016 sind in Deutschland auch verschreibungspflichtige Tabletten zur innerlichen Therapie der Krätze zugelassen, die, genau wie die äußerliche Behandlung, nur einmalig angewendet werden. Die Dosierung richtet sich dabei nach dem Körpergewicht des Patienten.

Pflicht: zusätzliche Hygienemaßnahmen

Die Bettwäsche muss täglich gewechselt, getragene Kleidung und Wäsche bei mindestens 60 Grad gewaschen und möglichst heiß im Wäschetrockner getrocknet werden. Ist dies nicht möglich, wird die Wäsche für ein bis zwei Wochen in Plastiksäcken luftdicht verschlossen aufbewahrt, damit die Milben absterben. Außerdem sollten Polstermöbel, Betten und Fußbodenbeläge gründlich abgesaugt werden.

Behandlung im Umfeld

Nicht nur der Patient, auch die Personen, die mit ihm engen Hautkontakt hatten, müssen möglicherweise behandelt werden - auch wenn sie keine Symptome zeigen. Das können Familienangehörige, Mitbewohner der Wohngemeinschaft oder Menschen, die in den letzten vier Wochen engen Hautkontakt zum Erkrankten hatten, sein. Bei Kindern sind enge Freunde sowie Kinder und Betreuer der Kindergartengruppe betroffen.

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