landesapothekerkammer Hessen
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Archiv - Presse

Geld – statt Arzneimittelspenden

Apothekerhilfsorganisationen helfen den Menschen vor Ort im Krisengebiet

Frankfurt am Main, 03.03.2022 – Der Krieg in der Ukraine bedeutet für die Menschen großes Leid. Neben knappen Lebensmitteln, Problemen mit der Trinkwasserversorgung treten auch bereits Versorgungsprobleme mit Arzneimitteln, Verbandsstoffen und Hilfsmitteln auf. „Die Apothekerhilfsorganisationen helfen bereits vor Ort“, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Die Hilfsorganisationen der Apotheker haben schnell, innerhalb weniger Tage, mit ihrer bewährten und krisenerprobten Logistik zahlreiche Aktionen umgesetzt, Hilfstransporte organisiert, damit den vielen Menschen vor Ort im Krisengebiet und auf der Flucht geholfen werden kann“ so Funke.

Wichtig ist, dass die Hilfe, die Unterstützung gezielt und bedarfsgerecht erfolgt. Hier sind die Hilfsorganisationen erfahren und arbeiten eng mit ihren internationalen Partnerorganisationen zusammen.

Die Spendenbereitschaft ist riesengroß. Damit die Hilfe aber tatsächlich Hilfe vor Ort ist, appelliere ich herzlich: Wenn Sie die Arzneimittelversorgung für die Menschen im Krisengebiet und auf der Flucht unterstützen wollen, helfen Sie den Apothekerhilfsorganisationen mit einer Geldspende, aber spenden Sie keine Arzneimittel! Lassen Sie die Expertinnen und Experten den Bedarf vor Ort erheben und zielgerichtet bedienen – der Kauf einzelner Packungen oder die Abgabe von Resten aus der Hausapotheke helfen da nicht weiter, im Gegenteil, sie führen zu Problemen insbesondere bei der Logistik. Die Hilfsorganisationen haben ihre Partner und können schnell und effizient dringend benötigte Produkte erwerben“.

Mehrere Hilfsorganisationen der Apotheker sind für die Menschen in und aus der Ukraine im Einsatz. Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. organisieren – zusammen mit der polnischen Hilfsorganisation Polish Medical Mission (PMM) – Lieferungen von medizinischem Bedarf für ukrainische Krankenhäuser, die bis an die Grenze gebracht und dort von ukrainischen Partnern übernommen werden. Apotheker helfen e.V. ermitteln in Zusammenarbeit mit ihrem Partner LandsAid e.V., wie Geflüchtete mit gesundheitlichen Problemen an der polnisch-ukrainischen Grenze am besten medizinisch versorgt werden können. Auch ein Krankenhaus in Lwiw (Lemberg) wird mit Arznei- und Verbandmitteln versorgt. Das Hilfswerk der Baden-Württembergischen Apothekerinnen und Apotheker e.V. hat mit seinem Partner action medeor e.V. bereits eine Soforthilfe auf den Weg gebracht. Mit dem Geld aus einem Spendenaufruf sollen in der Ukraine nun vor allem Verbandsmaterial, aber auch Arzneimittel und medizinisches Gerät für die dortigen Krankenhäuser beschafft werden.

Weitere Informationen sowie Angaben zu den jeweiligen Spendenkonten finden Sie unter:

https://www.apotheker-ohne-grenzen.de/

https://www.apotheker-helfen.de/

https://www.apotheker-hilfswerk.de/



Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:

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Andrea Zaszczynski
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 413270-0
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Antibiotikasäfte bei Kindern richtig anwenden

Frankfurt am Main, 01.03.2022 – In Kindergarten und Schule kommen Kinder mit vielen Erregern in Berührung. Da bleibt es nicht aus, dass hin und wieder das Immunsystem überfordert ist. Wenn der Kinderarzt feststellt, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt, kann ein Antibiotikasaft verschrieben werden. Um bei der Einnahme alles richtig zu machen, rät Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, sich in der Apotheke vor Ort beraten zu lassen.

Anwendung von Antibiotikasäften

Zum richtigen Gebrauch werden Eltern in der Apotheke beraten und die Packungsbeilage dient zu Hause auch nochmals als Unterstützung. Es ist besonders wichtig, die Anweisungen zu befolgen, da sonst das Antibiotikum im schlimmsten Fall seinen Zweck nicht erfüllt. Neben der ausbleibenden oder verzögerten Genesung können sich Resistenzen bilden.
Häufige Fehler bei der Einnahme stehen im Zusammenhang mit einer falschen oder ungenauen Dosierung des Präparates. So darf die Flasche während der Behandlung auf keinen Fall wieder aufgefüllt werden. Wichtig ist zudem, den Saft vor der Entnahme zu schütteln, da sich der Wirkstoff am Boden absetzen kann.

Anmischen und Lagerung

Wenn Eltern dies wünschen, kann der Saft bereits in der Apotheke für die Patienten angemischt werden. Im fertigen Zustand, also in Wasser gelöst, ist der Saft meist nur wenige Tage haltbar und muss meistens im Kühlschrank gelagert werden. Es gibt hier auch Ausnahmen, daher sollten immer die Packungsbeilage und der Rat aus der Apotheke berücksichtigt werden. Die Hinweise kann man sich auf der Flasche notieren lassen.
Sollte der behandelnde Arzt den Saft nur vorsorglich verschreiben, falls sich beispielsweise die Symptome über das Wochenende nicht bessern, wird der Saft nicht direkt hergestellt. In diesem Fall sollte man die Anleitung zum Anmischen des Saftes aus der Apotheke beachten. Meist wird das Granulat in der Flasche mit Leitungswasser angelöst und geschüttelt. Wenn sich der entstandene Schaum gesetzt hat, wird die Flasche bis zur Markierung auf der Flasche oder dem Etikett mit Leitungswasser aufgefüllt und wieder geschüttelt.

Wechselwirkungen

Die Wechselwirkungen bei solchen Säften sind vom Wirkstoff abhängig. Dazu berät die Apothekerin oder der Apotheker gerne und individuell. Wenn der Saft einem Erwachsenen verordnet wird, weil zum Beispiel Schluckstörungen bestehen, sind die Wechselwirkungen ebenfalls vom Wirkstoff abhängig. Je nach Wirkstoff ist beispielsweise auf einen zeitlichen Abstand der Einnahme zum Verzehr von Milchprodukten zu achten, da sonst die Wirksamkeit des Antibiotikums reduziert wird. 

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Nasentropfen und -spray bei Kindern - Fehldosierung vermeiden

Frankfurt am Main, 03.02.2022 – Das Gefühl einer zugeschwollenen Nase kennt wahrscheinlich jeder. Leider bleiben auch Kindern nicht davon verschont. Da greifen die Eltern oft zu Nasentropfen, um die Symptome zu lindern. Doch was gibt es dabei zu beachten und wie wendet man sie richtig an? Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät Patienten, sich in der Apotheke vor Ort beraten zu lassen, um Fehler zu vermeiden.

Anwendungsbereiche und Beipackzettel

Nasentropfen oder Nasensprays werden häufig bei einer zugeschwollenen Nase genutzt, die beispielsweise im Rahmen einer Erkältung auftritt. Aber auch bei Ohrenschmerzen können abschwellende Nasensprays einer besseren Belüftung dienen. Je nach Problematik sollte die Anwendung der Nasentropfen oder Nasensprays angepasst werden. Genaue Auskunft erhält man in der Apotheke vor Ort.

Dosierung von Nasentropfen

Vor dem ersten Gebrauch wird in der Apotheke geklärt, welche Dosierung für Kinder angemessen ist. Für Säuglinge und Kleinkinder werden diese Arzneimittel häufig mit Dosiertropfer angewandt, da damit immer nur ein Tropfen appliziert wird und bei der Anwendung eines Dosiersprays die Möglichkeit bestünde, dass die Lösung in der noch kleinen Nase in den Rachen läuft. Ältere Kinder und Erwachsene benutzen meistens ein Spray, das ebenfalls eine definierte Menge Lösung in die Nase abgibt, aber der Wirkstoff wird in der Nase gleichmäßig vernebelt. Es ist wichtig zu wissen, dass die abschwellende Wirkung nicht sofort einsetzt und daher nicht „nachdosiert“ werden darf. Bei einer Überdosierung durch die falsche Menge oder ein ungeeignetes Präparat können eine Reihe negativer Folgen auftreten. Besonders bei Babys drohen schwere Vergiftungserscheinungen. In weniger schweren Fällen kann die Nasenschleimhaut durch Austrocknung geschädigt werden.

Suchtproblematik bei Nasentropfen

Bei längerer Anwendung der Nasentropfen und -sprays kann es zu einem Gewöhnungseffekt der Nasenschleimhaut kommen. Die Folge ist das Rebound-Phänomen. Sobald die Wirkung des Präparats nachlässt, schwellen die Schleimhäute übermäßig an, was zu einer erneuten Nutzung verleitet.  Anstatt die Nase zu befreien, führt der dauerhafte Gebrauch so zu einer chronisch verstopfen Nase.

In schweren Suchtfällen kommt es zu Erstickungsängsten und Luftnot, sobald die Betroffenen das Medikament absetzen. Die dauergereizten Nasenschleimhäute können allmählich austrocknen und die Nase kann somit ihre Abwehrfunktion nicht mehr erfüllen. Das erhöht das Risiko von Keimbefall. Außerdem können sich in den Nasenhöhlen Borken bilden und die Nase blutet sehr leicht. Sollte man sich schon an ein abschwellendes Medikament gewöhnt haben, hilft es die Dosierung zu reduzieren (bspw. durch Benutzen der Kinderdosierung) und pflegende, befeuchtende Nasensprays anzuwenden, um damit die Anwendung des abschwellenden Sprays zu reduzieren und gänzlich wegzulassen.

Bitte nicht teilen

Generell gilt, dass Nasentropfen oder -sprays nicht von mehreren Patienten geteilt werden sollten, um eine Übertragung von Erregern zu verhindern. Ist das Nasenspray schon einmal verwendet worden, sollte es nicht über längere Zeiträume aufbewahrt werden. Es könnte mit Bakterien kontaminiert sein. Denn Hand aufs Herz: Wer schafft es beim Gebrauch von Nasentropfen, die Nase nicht zu berühren? Daher ist auch eine Reinigung des Tropfers nur bedingt hilfreich. Auch bei konservierten Nasensprays schützt die Konservierung nur für einen gewissen Zeitraum. Bezüglich der Lagerung und Haltbarkeit gilt es, die Zeiträume in der Packungsbeilage zu beachten. Dort ist auch angegeben, wie lange die angebrochene Flasche haltbar ist.


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Erst Testen, dann Symptome lindern

Corona-Infektion bei Erkältungssymptomen ausschließen

Frankfurt am Main, 18.11.2021 – Husten, Schnupfen, Halsweh – das können Symptome einer harmlosen Erkältung sein. Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kündigt sich jedoch mit ganz ähnlichen Symptomen an. Betroffene mit typischen Erkältungsbeschwerden sollten daher vorsichtig sein und auf jeden Fall die Hygieneregeln beachten, um ihre Mitmenschen zu schützen. Hierzu gehören regelmäßiges sorgfältiges Händewaschen, Abstand wahren und eine medizinische Maske tragen. Zur weiteren Abklärung sollte unbedingt ein Schnelltest oder ein PCR-Test durchgeführt werden, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Patienten erhalten Schnelltests zum Selbsttesten in jeder Apotheke. Einige Apotheken testen auch vor Ort. Ist das Ergebnis positiv, beraten und begleiten die Apothekerinnen und Apotheker die Betroffenen bei den nächsten Schritten.

Vorbeugung hilft nur gegen Erkältungsviren

Gerade in der kalten Jahreszeit steigt das Infektionsrisiko. Die Menschen halten sich öfter in geschlossenen, mitunter unzureichend gelüfteten Räumen auf. Bei Kälte ist die Luft meist trockener, dadurch werden die Schleimhäute nicht ausreichend befeuchtet und sind anfälliger für Infektionen. Sind viele Menschen in der näheren Umgebung infiziert, steigt die Ansteckungsgefahr für alle Arten von Viren und das Immunsystem ist überfordert. Wer sich schützen will, sollte auf engen Körperkontakt wie Umarmungen, Küsse oder auch simple Handschläge verzichten. Zudem müssen Räume immer gut durchlüftet werden. Händewaschen ist generell sinnvoll, doch es muss sorgfältig und wiederholt durchgeführt werden. Da die Viren beim Niesen auf bis zu 160 m/h beschleunigt werden, sollten Patienten entweder in ein Taschentuch oder in die Armbeuge niesen. Zur Vorbeugung gegen eine Infektion mit Erkältungsviren hilft es, das Immunsystem durch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft zu stärken. Gegen das Coronavirus schützt allerdings nur das unbedingte Einhalten der Hygieneregeln wie Hände waschen, Abstand wahren und Maske tragen und eine Impfung. Auch eine jährliche Grippeimpfung ist im Übrigen dringend zu empfehlen. Was vielen nicht bewusst ist: Auch eine Grippe kann schwere Verläufe mit Todesfolge nehmen, so wie beispielsweise in der Grippesaison 2017/2018 mit 25.000 Toten.

Corona-Infektion ausschließen

Der erste Schritt bei einer Erkältung ist zurzeit immer, eine Corona-Infektion mittels Tests zu Hause oder beim Arzt auszuschließen. Anschließend heißt es, dem Körper Ruhe gönnen. Zur Arbeit zu gehen, ist schon mit einer Triefnase nicht ratsam, immerhin können Erkrankte leicht Kollegen anstecken. Bei Fieber gehört man ins Bett und auch Sport sollte während der Infektionszeit strikt vermieden werden.

Schnell durch die herkömmliche Erkältung kommen

Oft kündigt sich eine Erkältung mit Halsschmerzen an. Durch das Lutschen von Husten- oder Halsbonbons mit pflanzlichen Extrakten aus Eibisch, Spitzwegerich oder Isländisch Moos wird der gereizte Hals beruhigt und Schmerz gelindert. Warme Getränke halten die Mundschleimhäute feucht und fördern den Heilungsprozess. Manch einer leidet so stark unter den Halsschmerzen, dass die klassischen Erkältungsmittel keine ausreichende Linderung verschaffen. Im Beratungsgespräch kann der Apotheker geeignete Alternativen empfehlen. In der Apotheke vor Ort können sich Patienten beraten lassen, was zu ihnen passt und was ihnen guttut. Je nach Krankheitsgeschichte und individuellen Vorlieben eignen sich übrigens auch Kombinationen von Pflanzen und Kräutern.

Warum der Hustenreflex sinnvoll ist

Sind die Erkältungsviren erst einmal in die Schleimhaut der Bronchien vorgedrungen, können sie Entzündungen auslösen. Der Körper wehrt sich dagegen und bekämpft diese durch die vermehrte Bildung von Schleim. In den ersten Tagen einer Erkältung ist dieser oft sehr zäh und führt zu hartnäckigen Hustenattacken. Durch die Einnahme von schleimlösenden Hustenmitteln wird die Zähigkeit vermindert und das Abhusten erleichtert. Nachts kann ein Hustenstiller den Reizhusten dämpfen und erholsamen Schlaf ermöglichen.

Die Schnupfennase von innen und außen versorgen

Die Nasenschleimhaut bildet die erste Barriere für Erkältungsviren, aber durch Kälte und trockene Luft wird die Befeuchtung der Schleimhaut verringert. Zum Erhalt einer abwehrstarken Nase können befeuchtende Nasensprays mit Meerwasser oder regelmäßige Nasenspülungen verwendet werden. In eine trockene Schleimhaut dringen Krankheitserreger leichter ein und verursachen eine Entzündung. Die Schleimhaut schwillt an und gibt viel Sekret ab: Die Nase läuft und ist verstopft. Abschwellende Nasensprays erleichtern die Atmung, Medikamente mit ätherischen Ölen lindern die Entzündung. Salben mit Dexpanthenol pflegen gereizte Schnupfennasen von innen und außen. 


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Grippefrei durch die kalte Jahreszeit

Gerade jetzt auch an die Grippeimpfung denken

Frankfurt/Main 22.09.2021 - Wenn die Blätter fallen und der Herbst im Anmarsch ist, sind auch die Grippeviren meist nicht weit. Oft als eine einfache Erkältung angesehen, ist es jedoch wichtig, zwischen einer Erkältung und einer Grippe, auch Influenza genannt, zu unterscheiden. Im Gegensatz zu einem Husten ist eine echte Influenza nämlich nicht einfach eine Erkältungskrankheit, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung, die durchaus schwerwiegende Folgen mit sich bringt. „Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, sich jährlich am besten im Oktober oder November impfen zu lassen“, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sollte die Impfung in diesem Zeitraum versäumt werden, kann sie allerdings auch im Dezember und zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle nachgeholt werden.

Sollte man sich trotz Corona-Impfung auch gegen Grippe impfen lassen?

Auf jeden Fall! Corona- und Grippevirus sind zwei unterschiedliche Erreger, die beide schwere Erkrankungen mit ernsten Folgen hervorrufen können. Zudem gibt es erste Hinweise darauf, dass eine Grippeimpfung positive Effekte auf einige schwere Folgen von Covid-19 haben könnte. Eine Grippeimpfung ersetzt allerdings auf keinen Fall eine Corona-Impfung! Nur wer sowohl gegen Corona als auch gegen Grippe geimpft ist, schützt sich und andere bestmöglich gegen beide Erkrankungen.

Wie die Grippe übertragen wird

Die überaus ansteckenden Grippeviren werden über Tröpfchen von Mensch zu Mensch weitergegeben. Dabei erfolgt die Übertragung meist durch das Niesen, Husten oder Sprechen. Aber auch über die Hände werden die Viren weitergereicht. Sind diese zum Beispiel mit virushaltigen Sekreten in Kontakt gekommen und berühren anschließend Mund, Nase oder Augen, können die Grippeviren über die Schleimhäute in den Körper eindringen. Deshalb kann die Übertragung auch über verunreinigte Gegenstände wie zum Beispiel Türklinken, Haltegriffe oder Treppengeländer erfolgen.

Wer sich gegen die Grippe impfen lassen sollte

Um einer Infektion vorzubeugen, empfiehlt sich die entsprechende Impfung, denn eine echte Grippe ist kein Spaziergang. Ein positiver Nebeneffekt der Impfung: Man schützt damit auch Mitmenschen, die möglicherweise aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, aber bei einer Grippe-Infektion besonders sehr gefährdet sind. Dazu zählen unter anderem:

- Menschen, die 60 Jahre und älter sind

- Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei chronischen Grunderkrankungen schon ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel)

- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden, wie zum Beispiel chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, angeborene oder später erworbene Störungen des Immunsystems oder eine HIV-Infektion

- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen,

- medizinisches Personal bzw. Personal in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr

Wirkungen und Nebenwirkungen

Eine Grippeimpfung ist die beste Vorbeugung gegen die Krankheit und damit möglicherweise verbundene Komplikationen. Die meisten bisher zugelassenen Impfstoffe bestehen aus nicht vermehrungsfähigen Virus-Anteilen und können daher eine Influenza nicht auslösen. Ein vollständiger Schutz ist 10 bis 14 Tage nach der Impfung aufgebaut. Allerdings kann es auch bei einer Grippeschutzimpfung zu Nebenwirkungen kommen.

Meist äußern sich diese durch leichte Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen, Mattigkeit oder auch durch Beschwerden wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle, die etwa 1 bis 3 Tage anhalten. Da Grippeimpfstoffe üblicherweise unter Verwendung von Hühnereiern hergestellt werden, kann es bei Allergikern unter Umständen zu einer allergischen Reaktion kommen. Allergiker sollten sich vor einer Grippeschutzimpfung deshalb genau informieren und auf mögliche Alternativen ausweichen.

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Apotheker beraten ausführlich über Impfstoffe

Frankfurt am Main, 11.08.2021 - Seit Ende Dezember 2020 sind die Impfungen gegen das Corona-Virus in vollem Gange. Auch wenn bereits eine hohe Impfquote erreicht worden ist, haben viele Impfberechtigte das Angebot aus verschiedenen Gründen bisher nicht angenommen. Zu groß sind oft die häufig durch Fehlinformationen verursachten Vorurteile gegen eine Impfung. Unter anderem geht bei vielen Impfberechtigten die Angst um, durch eine Corona- Impfung erst recht an Corona zu erkranken. „Diese Gefahr besteht keinesfalls“, bestätigt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, „da lediglich die Baupläne für Virusteile und nicht der Virus an sich an den Körper weitergegeben werden.“

Worin unterscheiden sich die verschiedenen Impfstoffe?

Allgemein gesprochen gibt es zwei verschiedene Arten von Impfstoffen, zum einen mRNA Impfstoffe, wie zum Beispiel die Impfstoffe von Moderna oder Biontech und zum anderen Vektorimpfstoffe. Das mRNA ist eine Art Botenmolekül. Dieses Molekül trägt einen kleinen Teil des Coronavirus, sozusagen die Bauanleitung für das sogenannte Spike-Protein mit sich. Dieses Protein wird vom Corona-Virus genutzt, um sich an gesunde Zellen anzudocken, diese zu befallen und mit dem Virus zu infizieren. Mithilfe der mRNA Bauanleitung stellt der Körper genau dieses Spikeprotein her. Durch die Verabreichung des Impfstoffes erkennt das Immunsystem das Protein als fremd, schlägt Alarm und bildet Antikörper. Anders als von manchen vermutet, kann die im Impfstoff enthaltene mRNA nicht in den Zellkern gelangen und sich somit nicht ins menschliche Erbgut einbauen. Das bedeutet also, dass die menschliche DNA davon nicht betroffen ist und somit auch nicht verändert wird. 

So ähnlich funktionieren auch vektorbasierte Impfstoffe. Diese bestehen aus harmlosen, nicht krank-machenden Vektorviren. Diese wurden so verändert, dass sie in ihrem Erbgut den Bauplan für das SARS-CoV-2-Oberflächenprotein, das Spikeprotein, enthalten. Nach der Impfung dockt der Vektor an die Körperzelle an und lädt den Bauplan ab. Dieser wird in der Zelle gelesen, um anschließend das Zielprotein herstellen zu können. Das Immunsystem bekommt das so hergestellte Spikeprotein sozusagen zur Überprüfung gezeigt und stellt fest, dass es dieses nicht kennt. Danach beginnt es mit der Produktion von Antikörpern, so dass es schließlich in der Lage ist, eine Infektion mit SARS-CoV-2 abzuwehren.

Mit der Reaktion des Körpers auf den Impfstoff gehen auch die üblichen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle oder Fieber einher. Der Apotheker oder die Apothekerin vor Ort empfehlen, in diesem Fall zu fiebersenkenden Schmerzmitteln zu greifen. Dies allerdings nur im akuten Fall. Zur Prophylaxe sind Ibuprofen und Co. nicht geeignet, da dies unter Umständen den Impfeffekt mindern könnte. Halten die Schmerzen auch nach der Einnahme an, empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren. Außerdem sind Sport und Alkohol bis zu zwei Tagen nach der Impfung ein absolutes Tabu. Dem Körper und dem Immunsystem sollten Zeit gegeben werden, die neuen Informationen zu verarbeiten. Daher lohnt es sich, sich 2 bis 3 Wochen nach der Impfung mit körperlicher Belastung und Alkoholgenuss noch etwas zurückzunehmen und auf den inneren Kompass zu hören.

Ist der Impfstoff sicher?

Um die Sicherheit der verschiedenen Impfstoffe gewährleisten zu können, werden diese in klinischen Studien auf Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit überprüft. Dies geschieht in drei Studienphasen. Vor allem die klinischen Prüfungen der Phase 3 wurden dabei sehr breit angelegt. Die Qualitätsanforderungen im europäischen Zulassungsverfahren sind sehr hoch, damit es möglichst zu keiner Gefährdung der geimpften Personen kommt. Daher finden auch nach Verfügbarkeit eines zugelassenen Impfstoffs Untersuchungen statt, um weitere Informationen zur Sicherheit eines Impfstoffs nach Anwendung in größeren Bevölkerungsgruppen zu erhalten. 

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Reiseapotheke für den Urlaub richtig zusammenstellen

Frankfurt am Main 15.07.2021– Unbehandelt, können Sonnenbrand, Insektenstich und ähnliche Beschwerden den wohlverdienten Urlaub durchaus zu einem Albtraum werden lassen. Aber deshalb die Ferien abbrechen? Die Landesapothekerkammer Hessen rät Patienten deshalb, sich gut auf ihre Urlaubsreise vorzubereiten, damit sie kleinere Probleme schnell selbst in den Griff bekommen.
 
Gemeinsam mit einem Apotheker sollten sich Reisende eine speziell auf sie zugeschnittene Reiseapotheke zusammenstellen. So haben Urlauber alles Notwendige dabei, ohne das Gepäck mit unnützen Medikamenten zu beschweren. In einer guten Reiseapotheke sollten immer Mittel gegen Übelkeit, Durchfall oder Erkältungen sowie Verbandsmaterial enthalten sein. Weiterhin ist die Reiseapotheke immer auf das Urlaubsziel abzustimmen. Vorbeugender Insektenschutz ist ein wichtiger Bestandteil, vor allem wenn der Urlaub an einem See verbracht wird. 

Infektionen durch Insektenstiche oder Zeckenbisse vorbeugen

Nicht nur während des Stechens, sondern auch mit dem danach einsetzenden Kratzen, gelangen Bakterien in die Wunde und können dadurch eitrige Infektionen hervorrufen.  Im schlimmsten Fall, können sich diese über den ganzen Körper ausbreiten.  Hier muss der Arzt feststellen, ob eine Behandlung mit Antibiotika angebracht ist. Ebenso ratsam ist ein Arztbesuch, wenn Wespen oder Bienen empfindliche Körperteile wie Oberlippe, Mund oder Rachen gestochen haben. Daher ist es sehr wichtig – gerade wenn Kinder dabei sind – süße Getränke, Lebensmittel abzudecken und vor dem Essen genau anzuschauen. 

Beispielsweise fällt eine Wespe auf einem Stück Zwetschenkuchen manchmal erst beim zweiten Blick auf. Besonders bei Menschen mit Insektengiftallergien, sei es Bienen- oder Wespengift, ist Vorsicht geboten. Insektenstiche lösen bei Allergikern heftige Reaktionen aus, die in einigen Fällen allergische Schocks nach sich ziehen können. Betroffene Allergiker besprechen es am besten mit dem Hausarzt zu Beginn der Sommersaison und führen stets ein Soforthilfeset mit sich. 

Aber nicht nur Insektenstiche können Wanderern den Urlaub vermiesen, auch vor Zeckenbissen sollten sich Urlauber schützen. Zecken sind nämlich Träger diverser Bakterien und Viren und können mit ihren Bissen Infektionen auslösen. Daher sollte eine Zeckenzange für den Notfall in jede Reiseapotheke gehören. Zur passenden Vorsorge gegen Insektenstiche oder Zeckenbisse, berät der Apotheker vor Ort.

Unabhängig ob es an den Strand oder in die Berge geht, ist der passende Sonnenschutz ein Muss. Wer empfindliche Haut hat, greift dabei am besten zu emulgatorfreien Zubereitungen wie Gelen und Ölen. Jeder Hauttyp hat eine sogenannte Eigenschutzzeit, die mit dem angegebenen Lichtschutzfaktor auf der Packung multipliziert wird. Das Ergebnis zeigt: So lange darf man, gut eingecremt, draußen in der Sonne bleiben. In der Apotheke vor Ort kann nicht nur der Hauttyp ermittelt, sondern auch der richtige Sonnenschutz gefunden werden. 

Ob Sonnencreme oder eine Lotion: Sie sollten nicht erst draußen am Strand oder während des Wanderns aufgetragen werden, sondern schon 30 Minuten, bevor es rausgeht. Als Faustregel gilt: zwei Fingerspitzen des Produkts fürs Gesicht, vier Fingerspitzen für den Arm und bei kurzen Hosen acht Fingerspitzen fürs Bein. Unterwegs wird circa alle zwei Stunden nachgecremt. Es empfiehlt sich, die pralle Mittagssonne besser zu meiden. Auch eine Kopfbedeckung oder Shirts, Blusen, Hemden mit längeren Ärmeln sind hilfreich. Für den Schutz der Augen ist eine Sonnenbrille mit zertifizierten Gläsern sowohl für den Strand wie auch die Berge ein Muss. Doch auch im Schatten oder an bewölkten Tagen kann ein Sonnenbrand drohen, daher sollte man sich auch schützen.

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Den Sommerleiden ein Schnippchen schlagen

Gesund durch den Sommer

Frankfurt am Main, 22.06.2021 – Sommer, Sonne, Sonnenschein. Endlich ist die schönste Zeit des Jahres da! Doch auch im Sommer lauern Gefahren für die Gesundheit und die Wärme kann den Körper belasten. Sonnenbrand, schwere Beine oder Heuschnupfen machen jetzt vielen Urlaubern und Daheimgebliebenen zu schaffen. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, verrät, wie man gut durch die wärmste Zeit des Jahres kommt. 

Hilfe bei geschwollenen Beinen

Die hohen Temperaturen sorgen bei vielen Menschen für schwere Beine und geschwollene Knöchel. Durch die Wärme erweitern sich die Blutgefäße, die Venenklappen funktionieren nicht mehr richtig, das Blut staut sich. Dies betrifft vor allem Raucher, Schwangere, Übergewichtige, ältere Menschen oder auch Patienten, die bei ihrer Arbeit wenig Bewegung bekommen, wie etwa im Homeoffice. Um geschwollenen Füßen vorzubeugen oder sie zu behandeln, lohnt sich ein Besuch in der Apotheke vor Ort. Apotheker empfehlen in solchen Fällen gerne Präparate, die die Venenfunktion unterstützen, wie Rotes Weinlaub oder Rosskastanie als kühlende Gels zur Linderung. Vorbeugend wirken Kompressionsstrümpfe immer wieder zwischendurch und vor allem abends regelmäßig die Beine hochzulegen. 

Den passenden Sonnenschutz finden

Im Urlaub sind sie selbstverständlich, im eigenen Garten oder bei der Arbeit im Freien werden sie oft vergessen: geeignete Sonnenschutzpräparate. Auch im Schatten sollte die Kraft der Sonne nicht unterschätzt werden. Der richtige Lichtschutzfaktor ist hier entscheidend. In der Apotheke vor Ort kann man sich zum passenden Mittel beraten lassen. Der Apotheker bestimmt dabei zunächst den Hauttyp und fragt, für welche Aktivität der Sonnenschutz benötigt wird bzw. für wen er gedacht ist. Kinder brauchen in der Regel speziellere Sonnenschutzpräparate als Erwachsene, da ihre Haut sensibler und sonnenempfindlicher ist. Sollte es bereits zu einem schmerzhaften oder unangenehmen Sonnenbrand gekommen sein, empfehlen Apotheker unter anderem Brandgele oder After-Sun-Präparate mit Inhaltsstoffen wie Aloe Vera, Dexpanthenol oder Vitamin E. Bei einem Sonnenstich hilft es, den Kopf erhöht zu lagern oder den Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern zu bedecken. 

Erste Hilfe bei Salmonellen

Sonniges Wetter lädt regelrecht zum Grillen ein. Bei warmen Temperaturen sollte dabei besonderes Augenmerk auf die Küchenhygiene gelegt werden. Über die Wärme freuen sich nämlich auch Salmonellen. Die krankmachenden Darmbakterien sind unter anderem in Fleisch, Eierspeisen oder Mayonnaise zu finden und vermehren sich bei warmen Temperaturen umso schneller. Grillfreunde können Infektionen vermeiden, indem sie das Steak oder die Bratwurst immer gut durchbraten. Reste sollten möglichst schnell kaltgestellt und bald verbraucht werden. Sollten trotz aller Vorsicht die Salmonellen einmal zuschlagen, lohnt sich eine Beratung in der Apotheke vor Ort, um das passende Präparat zu finden. Apotheker empfehlen die passenden Medikamente, um den Durchfall zu stoppen und die verloren gegangenen Mineralstoffe wieder aufzufüllen. 

Gewitter im Kopf

Hitze und Gewitterstimmung begünstigen bei vielen Menschen Kopfschmerzen oder Migräne. Über das individuell passende Schmermittel oder ggf. ein speziell gegen Migräneschmerzen gerichtetes Medikament sowie mögliche unterstützende Maßnahmen berät der Apotheker. Leiden sie zusätzlich unter starker Übelkeit, kann der Arzt einen lindernden Wirkstoff verschreiben. Er wird zusätzlich zu dem ausgewählten Schmerzmittel verabreicht. Wann und wie diese Präparate am besten eingenommen werden, erklärt der Apotheker vor Ort. 

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Schlaflos, und nun?

Schlafmittel nicht dauerhaft einnehmen

Frankfurt am Main, 18.05.2021 – Rund 25 Prozent aller Hessen leiden, so hat es der DAK-Gesundheitsreport ermittelt, unter Schlafproblemen. Bevor wieder eine schlaflose Nacht droht, scheint es für viele Betroffene naheliegend zu sein, ein Schlafmittel einzunehmen. „Keine Dauerlösung, denn schlaffördernde Medikamente sollten nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden,“ warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Die Präparate beheben die Ursachen der Schlafprobleme nicht und können außerdem zu Abhängigkeiten führen. Hilfe gibt es in der Apotheke vor Ort: Die Arzneimittelfachleute können zu sanften Mitteln wie ausgleichenden Phytopharmaka und Schlafhygiene beraten sowie Betroffene kompetent unterstützen, sollte sich bereits eine psychische und physische Abhängigkeit von Schlafmitteln eingeschlichen haben.

Schlaf ändert sich mit dem Alter

Nacht für Nacht wiederholt sich bei der normalen und sogenannten Schlafarchitektur ein Zyklus aus Non-REM-Phase, Einschlafphase (Stadium N1), stabilem Schlaf (N2), Tiefschlaf (Slow-Wave-Schlaf) und REM-Schlaf (Stadium R). Jeder Zyklus dauert circa 90 bis 110 Minuten. Mit der Zahl der durchlaufenden Zyklen innerhalb einer Schlafperiode nimmt der Anteil des Tiefschlafs kontinuierlich ab und der Anteil des REM-Schlafes zu. Die Abfolge der einzelnen Schlafstadien ergibt das Schlafprofil (Hypnogramm). Außerdem lassen sich alterstypische Schlafprofile definieren – und damit auch ein möglicherweise verändertes Schlafbedürfnis.

Schlafstörung – oder doch nicht?

Schlafstörungen sind subjektiv empfundene oder objektiv beobachtete Abweichungen vom normalen Schlaf. Sie können sich in Ein- und Durchschlafstörungen, Müdigkeit oder eine übermäßige Schläfrigkeit äußern. Das kann die Lebensqualität und das Leistungsvermögen auch im Beruf der Betroffenen beeinträchtigen und ein Gefühl von Unzulänglichkeit und Unsicherheit hervorrufen. Von einer kurzzeitigen Schlafstörung ist die Rede, wenn die Probleme weniger als drei Monate andauern. Alles darüber hinaus wird als Langzeitschlafstörung bezeichnet, die auch über Jahre immer wiederkehren kann.

Rezeptfreie Schlafmittel: Grenzen der Selbstmedikation

Kurzfristig können schlaffördernde Präparate, die auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind, die Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten lindern. Parallel sollten Betroffene auch die eigene Schlafhygiene auf den Prüfstand stellen. Zudem können Entspannungstechniken oder Phytopharmaka wie Baldrian helfen, die Nachtruhe mittelfristig wiederherzustellen. Geduld ist gefragt: Die ausgleichende Wirkung von Baldrian tritt oft erst nach zwei bis vier Wochen ein. Bessert sich das Schlafproblem nicht, sollten Betroffene der Ursache mit Hilfe des Arztes auf den Grund gehen. Auch bestimmte Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas oder Depressionen, aber auch einige Arzneimittel können Probleme beim Schlafen begünstigen oder nach sich ziehen. 

Verschreibungspflichtige Präparate

Eine kurzfristige potente Hilfe gegen Schlafstörungen sind verschreibungspflichtige Präparate mit Benzodiazepinen sowie Zopiclon und Zolpidem, doch die Einnahme sollte nur über einen sehr begrenzten Zeitraum erfolgen und immer nur in Absprache mit dem Hausarzt. Nehmen Patienten die Mittel länger ein, kann das in eine Abhängigkeit führen – schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind von Schlafmitteln abhängig. Die weitreichenden Folgen: ein erhöhtes Sturzrisiko, Fahrigkeit, Unkonzentriertheit, Gereiztheit oder Vergesslichkeit. Oft ist die augenscheinliche Verschlechterung der Symptome auch eine Nebenwirkung der Medikamente. 

Apotheker helfen kompetent und diskret

Die Arzneimittelexperten in den Apotheken vor Ort können Betroffene nicht nur rund um passende sanfte Helfer wie Baldrian oder die altersgerechte Schlafhygiene beraten und Tipps zu Entspannungstechniken geben. Mit ihrem Know-how ermitteln die Heilberufler, ob zum Beispiel die eingenommene Medikation für die Schlafstörungen verantwortlich ist. Bei einer möglichen Abhängigkeit kommt dem Apotheker ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Durch Gespräche mit dem Betroffenen, auch in Abstimmung mit dem Arzt, können die Apotheker helfen, das Problem bewusst zu machen und beim Ausschleichen der Schlafpräparate unterstützen. Grundvoraussetzung für diesen Erfolg: Der Patient muss mitziehen.

Insomnien: Wenn Schlafprobleme zur Krankheit werden

Insomnie kann zu Müdigkeit am Tage, Gedächtnisstörungen, verminderter Aufmerksamkeit, Antriebsschwäche, Reizbarkeit und sozialem Rückzug führen. Dies kann weitere unerwünschte Folgen für das alltägliche Leben, die Freizeit und die Beziehungen zu anderen Menschen nach sich ziehen. Langandauernde, schwere Insomnien können weitere Erkrankungen hervorrufen. So ist die Wahrscheinlichkeit von Bluthochdruck und Herzinfarkt bei einer Insomnie erhöht. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Schlafmangel auf Dauer zu einer Gewichtszunahme führt und Diabetes fördert. Außerdem haben Insomnie-Patienten und -patientinnen ein erhöhtes Risiko später auftretender psychischer Erkrankungen. Dies betreffen zum Beispiel depressive Episoden oder die Entwicklung von Angststörungen und Abhängigkeiten. Außerdem wurde ein Zusammenhang zwischen Insomnie und Suizidneigung, Suizidversuchen und Suiziden beobachtet. Möglicherweise wird auch Demenz durch Insomnie begünstigt. 

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Susanne Pfeiffer
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