landesapothekerkammer Hessen
x

Archiv - Presse

Wir können gefährliche Wechselwirkungen verhindern!

Landesapothekerkammer Hessen fordert aktive Einbindung in elektronischen Medikationsplan

Frankfurt am Main, 04.08.2017 – 2019 soll der elektronische Medikationsplan auf der digitalen Gesundheitskarte bundesweit eingeführt werden. Damit die Patienten jedoch einen wirklichen Nutzen davon haben, ist es unerlässlich, dass die Apotheker endlich aktiv einbezogen werden. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen: „Wir Apotheker halten den Medikationsplan für einen wichtigen Schritt, der jedoch ohne uns nicht wirksam sein wird. Gerade hat Professor Harald Dormann, Chefarzt der Notaufnahme der Uniklinik Fürth, in dem Fernsehmagazin ‚plusminus‘ gefordert, dass die Apotheker hier aktiv involviert werden. Somit könnte es immer eine aktuelle Fassung des Medikationsplanes geben, in dem alle Medikamente, die der Patient einnimmt, aufgelistet sind. Diese Forderung unterstützen wir nachdrücklich, denn nur mit uns ergibt sich ein umfassendes Bild.“

„Wir fordern von der Politik, dass wir aktiv in die Erstellung und Fortführung dieses Plans eingebunden werden“, so Ursula Funke. „Arzneimitteltherapiesicherheit für den einzelnen Patienten kann nur gelingen, wenn dem Apotheker dabei seine originäre, zentrale Rolle zukommt. Arzt und Apotheker sind gemeinsam für das Wohlbefinden des Patienten durch seine Arzneimitteltherapie verantwortlich.“

Jeden Tag werden 3,6 Millionen Patienten in den 20.249 bundesdeutschen öffentlichen Apotheken, davon 1.518 Apotheken in Hessen, mit Arzneien versorgt. Viele nehmen mehrere Medikamente ein, Tendenz steigend. Doch die Gefahr von Wechselwirkungen nimmt mit jedem weiteren Medikament zu: bei fünf Präparaten auf 38 Prozent, bei sieben oder mehr Arzneien auf 82 Prozent. „Jeder vierte Bundesbürger nimmt dauerhaft drei oder mehr Medikamente ein“, erläutert Ursula Funke. „Doch aus dieser Polymedikation können gefährliche Neben- und Wechselwirkungen entstehen. Die können wir Apotheker erkennen und verhindern, wenn wir Zugriff auf den  Medikationsplan hätten.“ Jährlich entstehen durch falsche Medikamenteneinnahme rund 13 Milliarden Euro an Folgekosten. Etwa 250.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr gehen auf eine falsche Einnahme zurück.

Bei der Einführung des elektronischen Medikationsplans sollte dieser auch kontinuierlich vom Apotheker überwacht und ergänzt werden, denn: „Mit unserer Arzneimittelexpertise können wir Apotheker effektiv zum Patientenschutz beitragen. Wir wollen, dass Arzneimittel Leiden lindern, Krankheiten kurieren und nicht durch vermeidbare Wechselwirkungen neue Probleme entstehen“, so Ursula Funke.


Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 / 41 32 70-22
pfeiffer@azetpr.com

 

PDF

7 Gründe, warum die Apotheke vor Ort unverzichtbar ist

Die hessischen Apotheken bieten den Patienten „24/7“ höchste Qualität

Frankfurt am Main, 02.08.2017
– „Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit“ brachte es bereits der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer auf den Punkt. Dass die eigene Gesundheit bei den Deutschen an erster Stelle steht, zeigt eine neue Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung. Auch bei der Arzneimittelversorgung sollte der eigene Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. Denn: „Medikamente sind keine beliebigen Waren. Gerade hier spielen Qualität, Sicherheit und die fachkundige Beratung eine bedeutende Rolle“, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Der Apotheker sorgt für eine sichere und hochwertige Medikation und ist an 365 Tagen im Einsatz: Es gibt mindestens sieben gute Gründe, die für die Apotheke vor Ort sprechen.

1. Know-how „pro Gesundheit“
Viele Arzneien werden nicht einfach mit Wasser geschluckt, ihre Anwendung ist komplexer und damit beratungsbedürftig. Soll die Therapie erfolgreich sein, ist die richtige Anwendung von Tabletten & Co. entscheidend. Von einfachen Erkältungskrankheiten über die Versorgung chronisch Kranker bis hin zur Palliativpharmazie: Als Arzneimittelfachmann berät der Apotheker seine Patienten in ihrer ganz persönlichen Lebenslage, verdeutlicht Zusammenhänge und gibt wichtige Einnahmehinweise. In Hessen stehen der Bevölkerung rund 1.500 Apotheken wohnortnah und flächendeckend mit ihrem Know-how verlässlich zur Seite.

2. Therapietreue ist richtungsweisend
Etwa ein Viertel aller verordneten Medikamente wird nicht oder nicht so wie vorgesehen eingenommen. Auch ist nicht allen Patienten klar, warum er welche Arznei verordnet bekommen hat. Wird aber die Therapie nicht richtig eingehalten, hat das Folgen für den Patienten: Der Gesundheitszustand verschlechtert sich, Folgekrankheiten können entstehen. Der Apotheker kann dem Patienten die Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme erklären. Durch seine konstante Begleitung wird nicht nur die Therapietreue erhöht, auch Doppelverordnungen können besser entdeckt und diesen entgegengesteuert werden. Und: Die auf jährlich mehrere Milliarden Euro geschätzten Kosten durch mangelnde Therapietreue, etwa durch Krankenhauseinweisungen, können eingedämmt werden.

3. Herausforderung Polymedikation
Ein Fünftel der Generation „70 plus“ nimmt fünf und mehr Medikamente ein, mit wachsender Tendenz. Nimmt ein Patient fünf Präparate ein, beträgt die Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen 38 Prozent, bei sieben oder mehr Medikamenten steigt sie auf 82 Prozent. Der Apotheker trägt mit seiner Arzneimittelexpertise signifikant dazu bei, Wechselwirkungen zu erkennen und zu eliminieren. 

4. Qualität im Fokus
Treffen die Medikamente aus dem Großhandel in der Apotheke ein, werden sie zunächst einer eingehenden Qualitätsprüfung unterzogen, sodass nur mängelfreie Medikamente an den Patienten abgegeben werden. Zusätzlich ist jede Apotheke im Bundesgebiet verpflichtet, täglich stichprobenartig ein Medikament auf Verpackungs- und Deklarationsfehler, galenische Mängel oder mechanische Defekte zu prüfen. Das summiert sich auf 6,5 Millionen geprüfte Packungen pro Jahr. Werden Mängel entdeckt, geht eine Meldung an die zuständigen Behörden. Notfalls wird das Medikament binnen weniger Stunden deutschlandweit vom Markt genommen. Im vergangenen Jahr gaben die hessischen Apotheken 592 Berichte zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen sowie Qualitätsmängeln von Medikamenten an die Behörden.

5. Individuell – von der Beratung bis zur Rezeptur
100.000 verschiedene Medikamente sind in Deutschland zugelassen, rund die Hälfte ist verschreibungspflichtig. Dennoch gibt es nicht immer ein passendes, industriell hergestelltes Fertigarzneimittel. Dann wird in Apotheke von dem hochspezialisierten Fachpersonal eine Individualrezeptur anfertigt. Qualität steht auch hier immer an erster Stelle: von der Auswahl der hochwertigen Rohstoffe über die eingehende Prüfung aller Substanzen bis hin zur fachmännischen Herstellung und der hygienischen Verpackung. 2016 stellten die öffentlichen Apotheken in Hessen 423.677 Individualrezepturen zu Lasten der Krankenkassen her.

6.  „24/7“ – niedrigschwellige Beratung rund um die Uhr
Ob an Heiligabend, des Nachts oder am Wochenende: Ein Notdienstplan gewährleistet, dass an 365 Tagen und rund um die Uhr eine öffentliche Apotheke in zumutbarer Entfernung dienstbereit ist. Patienten können im Netz über den Notdienstfinder recherchieren, welche Apotheke Notdienst versieht oder die Informationen telefonisch abfragen (0800 0022833, kostenfrei aus dem Festnetz oder unter der Telefonnummer 22 8 33, Handy max. 69 ct./min.).

7. Vertrauensberuf Apotheker
90 Prozent aller Bundesbürger bescheinigen den Apothekern eine hohe Vertrauenswürdigkeit, davon verlassen sich 88 Prozent auf eine Stammapotheke. Entscheidend für das Zutrauen sind die hohe und gesicherte Qualität der abgegebenen Arzneien, die wohnortnahe und schnelle Versorgung mit Medikamenten sowie die kompetente und vertrauensvolle Beratung. Im Apothekenalltag sind der Arzneimittelfachmann und sein hochqualifiziertes Apothekenpersonal mit ihrem Fachwissen immer für den Patienten da.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 / 41 32 700
pfeiffer@azetpr.com

 

 

PDF

Hypnotika können abhängig machen

Landesapothekerkammer Hessen warnt vor Schlafmittelmissbrauch 

Frankfurt am Main, 30.05.2017 - Hunderttausende kennen es aus eigener Erfahrung: unruhige, schlaflose Nächte und die Übermüdung am nächsten Tag. Klagen Patienten über Schlafprobleme, kann der behandelnde Arzt ein Schlafmittel verordnen, wenn er die Einnahme für angemessen hält. Verschrieben werden dann meist Benzodiazepine oder die sogenannten „Z-Substanzen“ Zopiclon bzw. Zolpidem. Doch die synthetischen Stoffe verändern das natürliche Schlafprofil. Hypnotika sollten daher nur wie vom Arzt verordnet kurzfristig und nicht länger als vier Wochen angewendet werden, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Werden Schlafmittel über längere Zeit eingenommen, steigt die Gefahr eines Abhängigkeitssyndroms. Es kann außerdem zu einem „Hangover“, kognitiven Leistungseinbußen und neurologischen Störungen kommen.

Vorsichtig einsetzen

Der Griff zur Schlaftablette scheint verlockend einfach, wenn man sich die Nächte um die Ohren schlägt. Doch Hypnotika beeinflussen den natürlichen Schlafrhythmus und eignen sich nur für eine kurzfristige Einnahme von bis zu vier Wochen. Benzodiazepine, eine Stoffgruppe mit beruhigenden, angst- und krampflösenden sowie schlaffördernden Wirkungen, haben Einfluss auf die verlängernden (Stadien II und III) sowie die verkürzenden Schlafphasen (Stadium IV). Durch die Einnahme werden die natürlichen Tiefschlafphasen verändert. Werden die Tabletten wieder abgesetzt, kommt es oft erneut zu Schlafstörungen. Damit kann ein gefährlicher Kreislauf in Gang gesetzt werden, der in eine Medikamentenabhängigkeit führt. Auch die Z-Substanzen Zopiclon und Zolpidem, die zwar eine geringere Auswirkung auf den Schlafrhythmus haben, sind nicht für eine Daueranwendung geeignet. Daher sind die Hinweise vom Arzt und Apotheker zu beachten.

Abhängigkeit erkennen und handeln

Was Patienten außerdem wissen sollten: Benzodiazepine selbst können Schlafstörungen hervorrufen. Werden sie missbräuchlich über einen längeren Zeitraum eingenommen, lässt ihre Wirkung nach. Durch den Gewöhnungseffekt greifen Betroffene dann oft eigenmächtig zu einer höheren Dosis, die wieder zu Schlaflosigkeit führt. Werden die Hypnotika weggelassen, kommt es zu einer erneuten Schlaflosigkeit. Geht ohne die Schlaftabletten dann gar nichts mehr, sollte der Patient offen mit Arzt oder Apotheker sprechen und die Reißleine ziehen, damit die Dosis gemeinsam mit dem Arzt reduziert werden kann.

Mit Schlafproblemen richtig umgehen

Der Apotheker berät sachkundig zu pflanzlichen Alternativen, die sich für die Selbstmedikation eignen. Präparate wie Baldrian wirken bei leichten Schlafstörungen in ausreichend hoher Dosierung gut. Ein wenig Geduld ist jedoch gefragt: Es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis sich die Wirkung voll entfaltet. Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht
hier übrigens nicht. Außerdem ist eine gute Schlafhygiene wichtig: feste Rituale am Abend, kein TV- oder Handykonsum im Schlafzimmer, bei nächtlichem Erwachen lieber aufstehen als stundenlang wachliegen und eine nicht zu warme Zimmertemperatur können helfen, die Schlafprobleme in den Griff zu bekommen. Anregende Getränke wie Kaffee, Cola und Alkohol sind bei Schlafproblemen ebenfalls zu meiden. Ein kurzer Spaziergang am Abend entspannt und die frische Luft tut auch der Gesundheit gut.
Ältere Menschen benötigen weniger Schlaf – sie sollten daher auf das Nickerchen am Mittag verzichten, damit sie nachts besser schlafen können.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 / 41 32 700
pfeiffer@azetpr.com

 

PDF

Apotheken Suche

Seminare und Veranstaltungen

22.08.2017

Laborwerte und ihre Bedeutung

Abendfortbildung in Kassel

Weitere Informationen

26.08.2017 - 29.10.2017

Kompetente Betreuung von Tumorpatienten - ABGESAGT

Zertifikatfortbildung, Weiterbildung

Weitere Informationen

28.08.2017

Die Kraft der Sprache - Wege für eine bessere Compliance

Abendfortbildung in Eschwege

Weitere Informationen

29.08.2017

Arzneimittelanamnese

Abendfortbildung in Gießen/Marburg

Weitere Informationen