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Archiv - Presse

Apotheker helfen, gefährliche Resistenzen zu vermeiden

Antibiotika richtig einnehmen

Frankfurt am Main, 08.02.2018 – Antibiotika gelten bei vielen Patienten als Wunderwaffe. Der Wirkstoff hilft bei Infektionen, die von Bakterien ausgelöst werden. Betroffene, die zum Beispiel unter einer entzündeten Blase oder einer Atemwegserkrankung leiden, sollten zunächst vom Arzt feststellen lassen, ob überhaupt bakterielle Krankheitserreger im Spiel sind. Wer Antibiotika zum Beispiel gegen eine durch Viren hervorgerufene Erkältung einnimmt, tut nichts für seine Genesung. Im Gegenteil: Eine häufige und unsachgemäße Anwendung von Antibiotika führt zu gefährlichen Resistenzen, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Grundsätzlich sollten immer die Einnahmehinweise befolgt werden, damit das verschriebene Antibiotikum seine Wirkung richtig entfalten kann.

Antibiotikaresistenz: So entsteht sie, das ist die Folge

Ein Antibiotikum muss bakterielle Krankheitserreger schnell und stark bekämpfen. Für den Heilungsprozess ist es daher entscheidend, das Präparat so einzunehmen wie vom Arzt verordnet. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, sich die vorgegebene Dosierung in der Apotheke vor Ort genau erklären und zusätzlich auf der Packung notieren zu lassen - und die Einnahmevorgabe unbedingt einzuhalten. Nur so wird eine ausreichend hohe Konzentration des Arzneistoffs erreicht. Wird das Antibiotikum unsachgemäß angewendet, kann das weitreichende Konsequenzen haben. Die Bakterien bilden Mechanismen, um das Antibiotikum abzuwehren, werden in der Folge immun und können nicht mehr bekämpft werden: Eine Resistenz entsteht. Betroffene sollten hellhörig werden, wenn die verordnete Arznei nicht anschlägt oder der Infekt wiederkommt. Durch ein sogenanntes Antibiogramm kann der Arzt testen, ob eine Resistenz vorliegt und ob oder auf welche andere Wirkstoffgruppe ausgewichen werden kann.

Soviel wie nötig, so wenig wie möglich

Ob zu niedrig oder zu hoch dosiert: Beides kann für den Patienten Konsequenzen haben. Wer zu häufig zu Antibiotika greift, läuft Gefahr, dass der Arzneistoff Bakterien nichts mehr anhaben kann und der Arzt immer weniger Therapiemöglichkeiten hat. Setzt der Patient das Medikament eigenmächtig zu früh ab, riskiert er durch den zu niedrig dosierten Wirkstoffspiegel, dass die verbliebenen Keime resistent werden oder dass die nicht abgetöteten Keime eine neue Infektion auslösen. Kompetente Unterstützung und Beratung sollten sich Patienten in der Apotheke vor Ort holen. Der Apotheker erläutert die Einnahmehinweise, weist auf eventuelle Unverträglichkeiten mit Nahrungsmitteln oder Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten hin, räumt mögliche Bedenken aus, berät zu zusätzlichen Medikamenten gegen Fieber oder Schmerzen – und begleitet so den Patienten zuverlässig auf seinem Genesungsweg.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 413270-22
pfeiffer@azetpr.com

 

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Zuzahlungsbefreiung jetzt für das neue Kalenderjahr beantragen oder Quittungen sammeln

Rezeptgebühr für verschreibungspflichtige Medikamente

  Frankfurt am Main, 09.01.2018 – Damit Patienten, die dauerhaft verschreibungspflichtige Arzneimittel benötigen, nicht übermäßig finanziell belastet werden, gilt eine Höchst- bzw. Belastungsgrenze, bis zu der die Rezeptgebühr geleistet werden muss. Übersteigt der Eigenanteil diese Grenzen, können sich Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen für das laufende Kalenderjahr bei ihrer Krankenkasse von den Zuzahlungen befreien lassen. Solange die Krankenkasse dem Antrag noch nicht zugestimmt hat, muss der Patient die Zuzahlung jedoch leisten, erläutert Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Wird dem Antrag dann stattgegeben, können geleistete Zuzahlungen, die zum Befreiungszeitpunkt bereits über der Belastungsgrenze lagen, von der Krankenkasse rückwirkend erstattet werden. Für Patienten, die regelmäßig Zuzahlungen über der Belastungsgrenze leisten müssen, ist es auch möglich, den entsprechenden Betrag im Voraus der Krankenkasse zu bezahlen, um dann sofort die Befreiung zu erhalten und sich das Sammeln von Quittungen ersparen.

Voraussetzungen für die Zuzahlungsbefreiung

Einen Antrag auf die Befreiung von Zuzahlungen können Patienten bei der Krankenkasse stellen, wenn sie die sogenannte Belastungsgrenze erreichen. Diese richtet sich u.a. nach dem Bruttoeinkommen einer Familie wie zum Beispiel Gehalt oder Rente und fällt damit individuell aus. Pro Kalenderjahr liegt die Belastungsgrenze bei zwei Prozent der Bruttoeinkünfte aller im Haushalt lebenden Personen. Bei chronisch Kranken liegt die Grenze bei einem Prozent. Informationen, wer als chronisch krank eingestuft wird, erhält man bei seiner Krankenkasse.

Unterstützung durch die Apotheke

Wenn die Zuzahlungen die persönliche Belastungsgrenze erreicht haben, wird bei der Krankenkasse zusammen mit den Einkommensnachweisen und den Belegen über geleistete Zuzahlungen ein Antrag auf Zuzahlungsbefreiung für das laufende Jahr gestellt. Bei der Quittungserstellung muss beachtet werden, dass diese immer den Namen des Versicherten ausweist. Die Krankenkasse stellt nach Prüfung eine Bescheinigung aus. Beim Sammeln der Zuzahlungsbelege ist die Apotheke vor Ort behilflich. „Wenn Patienten eine Stammapotheke vor Ort und dort eine Kundenkarte haben und hier mit der Speicherung ihrer Arzneimitteldaten einverstanden sind, kann diese Apotheke jederzeit eine Auflistung der Zuzahlungen erstellen“ so Ursula Funke.

Zwischen Aufzahlung und Zuzahlung unterscheiden

Von der Zuzahlung zu unterscheiden sind die sogenannten Aufzahlungen. Liegt der Preis eines Medikaments über dem Festbetrag, der von der Krankenkasse erstattet wird, muss der Patient nicht nur die Zuzahlung entrichten, sondern auch die Differenz zwischen Festbetrag und tatsächlichem Preis. Diese Differenz muss auch bei einer vorliegenden Zuzahlungsbefreiung geleistet werden.

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ASS, Ibuprofen & Co. nur mit Bedacht einnehmen

Je schlechter die Nierenfunktion, desto geringer die Medikamentendosis

Frankfurt am Main, 21.11.2017 – Die richtige Dosierung von Arzneimitteln ist für den Therapieerfolg entscheidend. Doch wenn die Niere nicht richtig arbeitet, muss häufig auch die Dosierung angepasst werden. Wie sich eine Nierenschwäche feststellen lässt, was Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wissen sollten und was das für die Selbstmedikation mit Schmerz- und Erkältungsmitteln bedeutet, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Als Faustregel gilt: Je schlechter die Nierenfunktion, desto geringer die Dosis. Betroffene sollten sich unbedingt vor der Einnahme von Medikamenten, die Ibuprofen, ASS, Diclofenac und Naproxen enthalten, in der Apotheke vor Ort beraten lassen.

Nierenschwäche bleibt lange unbemerkt

Die Niere ist das „Klärwerk“ des Menschen. Sie produziert Harn und scheidet mit diesem wasserlösliche Arzneistoffe aus. Bei einer Nierenschwäche kommt dieses Filtersystem aus dem Gleichgewicht. Folge: Die Medikamente und deren Abbauprodukte werden nicht mehr ausgeschieden. Durch die fortgeführte Medikamenteneinnahme steigt der Wirkstoffspiegel im Körper an, wodurch es zu Nebenwirkungen kommen kann. Allerdings kann eine Nierenschwäche lange unbemerkt bleiben. Oft zeigen sich Schäden erst, wenn die Leistung der Niere bereits unter 60 Prozent gesunken ist. Das kann sich durch Wassereinlagerungen, sogenannten Ödemen, in den Beinen äußern oder durch einen gestörten Mineralienhaushalt. Auch eine geringere Belastbarkeit und Müdigkeit können Warnhinweise sein. Ob die Niere gut funktioniert, kann der Arzt durch eine Kreatinin-Bestimmung feststellen oder durch einen Test, der den Eiweißgehalt im Urin misst.

Dosis muss zur Nierenleistung passen

Patienten mit einer reduzierten Nierenfunktion sollten sich vor der Einnahme von rezeptfreien Schmerz- und Erkältungsmitteln in der Apotheke zur korrekten Dosierung beraten lassen. Das gilt auch für Kombipräparate, die Ibuprofen, ASS, Diclofenac und Naproxen enthalten. Eventuell muss auch ganz von diesen abgeraten und eine verträglichere Alternative gefunden werden.

Nieren pfleglich behandeln

Grundsätzlich gilt: Eine unkritische Selbstmedikation mit ASS, Ibuprofen & Co. in hohen Dosen über einen längeren Zeitraum kann auch die Nieren von gesunden Menschen schädigen. Halten Schmerzen länger als drei Tage an, sollte die Ursache abgeklärt werden, ehe unbedacht zu Schmerzmitteln gegriffen wird. Außerdem gilt es, auf die empfohlene Tagesmenge an Flüssigkeit – zwischen 1,5 und 2 Litern – zu achten. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und reduzierter Trinkmenge besprechen dies am besten mit dem behandelnden Arzt oder Nephrologen.

Schwere der Niereneinschränkung sollte bekannt sein

Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion können Arzt und Apotheker Auskunft zu möglichen Optionen geben. Eine Dosisanpassung kann beispielsweise durch eine geringere Tablettenstärke oder durch größere Einnahmeabstände erfolgen. Dies sollte allerdings nicht eigenmächtig durchgeführt werden. Durch eine Medikationsanalyse erkennt der Apotheker auch potentiell nierenschädigende Präparate sowie Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, die eine verstärkte Nierenschädigung verursachen.

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Erkältungssymptome am besten gezielt behandeln

Komplexpräparate sind kein Allheilmittel

Frankfurt am Main, 24.10.2017
– Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen fallen, beginnt wieder die Erkältungszeit. Die Nase ist zu, das Atmen fällt schwer, Kopf und Hals schmerzen. Was ist einfacher als der Griff zu freiverkäuflichen Arzneien? Was bei Komplexmitteln bedacht werden muss, warum eine gezielte Behandlung einzelner Symptome sehr oft sinnvoller ist und wie Neben- und Wechselwirkungen vermieden werden, erläutert Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Wirkstoffmix: viel hilft nicht viel

Der Griff zum Komplexpräparat scheint bei einer Erkältung verlockend einfach. Die bis zu sechs enthaltenen Wirkstoffe sollen gegen die verschiedensten Symptome helfen - ganz unabhängig davon, ob sie bestehen oder nicht. Durch Wirkstoffe wie Coffein fühlt sich der Patient zwar fitter, ein richtiges Auskurieren findet jedoch nicht statt. Denn: Die Erkältungssymptome werden lediglich „unterdrückt“. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, nur die Arzneimittel einzunehmen, die gezielt auf bestehende Symptome wirken. Das ist die nebenwirkungs- und wechselwirkungsärmere Alternative. In welchen Einzelfällen ein Kombipräparat dennoch Sinn machen kann, weiß die Apotheke vor Ort.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ist nur die Nase verstopft, hilft ein abschwellendes Nasenspray. Es verbessert zusätzlich die Belüftung zum Ohr, damit wird dem lästigen Knacken vorgebeugt und das Risiko einer Ohrenentzündung gemindert. Manche Wirkstoffe in Nasensprays können jedoch Auswirkungen auf den Blutdruck haben. Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen können sich zu Alternativen wie hypertone Kochsalzlösung oder Sprays mit ätherischen Ölen in der Apotheke beraten lassen.

Säfte zum Einnehmen gibt es gegen verschiedene Erkältungsbeschwerden. Am Bekanntesten ist wohl der Hustensaft. Unterschieden werden muss zwischen Säften zum Schleimlösen und Säften zum Stillen des Hustens. Als Faustregel gilt: Schleimlösende Wirkstoffe werden tagsüber eingesetzt. Deren Wirkung kann durch reichlich Flüssigkeitszufuhr unterstützt werden. Zur Nacht kann dann, insbesondere bei stark quälendem Husten, ein Hustenstiller zum Einsatz kommen. Zum Schleimlösen gibt es, neben nicht-pflanzlichen Wirkstoffen, auch gute pflanzliche Varianten mit z.B. Thymian. Hustenstillende Säfte enthalten z.B. den Wirkstoff Dextromethorphan.

Halsschmerzen können mit Lutschpastillen oder Rachensprays gelindert werden. Starke Schmerzen können u.a. durch Ibuprofen reduziert werden, Lutschpastillen enthalten meist ein Lokalanästhetikum gegen die lokalen Schmerzen. Durch das Lutschen wird der Speichelfluss angeregt, die Befeuchtung des Hals-Rachenraums schafft zusätzliche Linderung.

Gegen Fieber kommen unterschiedliche Arzneiformen zum Einsatz: Säfte, (Brause-)Tabletten und Zäpfchen. Die fiebersenkenden Medikamente enthalten meist Paracetamol oder Ibuprofen. Allerdings sollten Patienten, die blutverdünnende Arzneimittel wie ASS einnehmen, oder Rheuma-Patienten, die Methotrexat (MTX) anwenden, Ibuprofen-haltige Arzneimittel vermeiden. Wer an Lebererkrankungen leidet oder Präparate, die die Leber schädigen könnten, einnimmt, sollte auf Paracetamol und alkoholhaltige Arzneimittel verzichten. Im Gespräch mit dem Apotheker kann eine geeignete Alternative gefunden werden.

Interaktionsrisiko vermeiden

Ähnliches gilt für die Einnahme von vielen anderen Arzneimitteln. Auch bei Präparaten, die der Patient als harmlos einstuft, kann das Risiko im Detail stecken. Denn: Nehmen Patienten bereits andere Arzneien ein, sollten mögliche Interaktionen immer im Blick behalten werden. Im Falle einer Erkältung gilt: in der Selbstmedikation immer mit dem Apotheker Rücksprache halten und alle ansonsten angewendeten Präparate und Arzneiformen nennen. Nur so kann der Apotheker die gesamte Medikation des Patienten auf mögliche Wechselwirkungen prüfen und ein geeignetes Präparat gegen die Erkältungssymptome empfehlen. Außerdem ist das Arzneimittelsortiment groß und für den Patienten oft unübersichtlich. Ob Nasenspray, Saft & Co. das Mittel der Wahl ist und ob ein Interaktionsrisiko vorliegt, weiß der Apotheker.

Kann ich Erkältungen vorbeugen?

Der Kontakt mit Erkältungsviren lässt sich nicht vermeiden, daher gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Erkältung. Doch es gibt Möglichkeiten, die körpereigene Abwehr zu stärken und die Infektanfälligkeit zu verringern: Frische Luft, Bewegung, ausreichend Schlaf, Saunagänge, eine ausgewogene vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung stärken das Immunsystem. Auch mal entspannen, mit einem Buch auf der Couch zu sitzen oder ein gemütliches Bad zu nehmen, hat positive Effekte. Eine Virenfalle sind übrigens Haltegriffe in Bus und Bahn. Gelangen Viren und Bakterien über die Finger ins Gesicht, insbesondere in die Augen und den Mund, hat die Erkältung leichtes Spiel. Daher ist es sehr wichtig, sich gerade in der Erkältungszeit häufig und gründlich die Hände zu waschen. Wer Kontakt mit erkrankten Personen hat, sollte die Hände am besten desinfizieren.

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