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Archiv - Presse

Am 2. Mai ist Weltasthmatag

Einzelfälle statt Routine: Hessische Apotheker berieten 2016 rund 1,8 Millionen Mal zu inhalativen Arzneimitteln

Frankfurt am Main, 28.04.2017
– Die Apotheken in Hessen gaben im Jahr 2016 rund 1,8 Millionen Fertigarzneimittelpackungen zur Inhalation bei Erkrankungen aufgrund verengter Atemwege wie beispielsweise Asthma ab. Das ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) anlässlich des Weltasthmatages am 2. Mai. Ausgewertet wurden Verordnungen für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus dem vergangenen Jahr. Nicht erfasst wurden dabei Verordnungen für Privatversicherte.

„Bei den Inhalativa gegen die sogenannten obstruktiven Atemwegserkrankungen ist die individuelle Beratung besonders wichtig, je nach Präparat unterscheidet sich die korrekte Anwendung erheblich“, erläutert Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Dosieraerosole werden am häufigsten abgegeben

Bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma wird zwischen drei Hauptgruppen bei den Inhalatoren unterschieden: den Dosieraerosolen, den Pulverinhalatoren und den Verneblern.

Mit knapp einer Million abgegebener Packungen in Hessen machen die Dosieraerosole bzw. deren Nachfüllungen den Hauptanteil der inhalativen Arzneimittel aus. Das entspricht einem Anteil von 54 Prozent. Dosieraerosole geben bei jedem Sprühstoß eine genau festgelegte Menge des Medikamentes ab. Bei einem Pulverinhalator inhaliert der Patient das wirkstoffhaltige Pulver direkt mit der Einatmung. Rund 700.000 Pulverinhalatoren inklusive deren Nachfüllungen gaben die Apotheker im vergangenen Jahr in Hessen ab. Beides sind Fertigarzneimittel, der Inhalator ist dabei Teil der Arzneiform. Die dritte Hauptgruppe sind die Fertigarzneimittel für Vernebler. Hier stellt das Gerät aus dem Arzneimittel einen inhalierbaren Dampf her. 2016 wurden für diese Anwendungsform in Hessen etwa 120.000 Fertigarzneimittel abgegeben (Erhebungszeitraum 2016).

Therapieform muss zum Patienten passen

Die verschiedenen Inhalatortypen unterscheiden sich in der Anwendung deutlich und müssen zum Patienten passen. So ist ein Atemzug-getriggertes System für Kinder und Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion nicht geeignet. Wird ein Dosieraerosol mit einer Inhalierhilfe (z. B. Spacer) verwendet, muss der Apotheker darauf achten, dass beide miteinander kompatibel sind.

Apotheker handeln im Sinne des Patienten

„Bei der Erfüllung von Rabattverträgen kommt es immer wieder vor, dass in der Apotheke ein Inhalatortyp abgegeben werden soll, der für einen Patienten ungeeignet ist oder an den der Patient nicht gewöhnt ist“, erklärt Ursula Funke. „In begründeten Einzelfällen können Apotheker die Notbremse ziehen und durch die Anwendung der ‚pharmazeutischen Bedenken‘ eine Ausnahme von den ansonsten zu beachtenden Vorgaben der Rabattverträge machen. Das ist bürokratisch aufwändig – aber unsere Patienten sind es uns wert!“

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 4132700
pfeiffer@azetpr.com

 

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Europäische Impfwoche vom 24. - 30. April 2017

Impfungen wirken: Europäische Impfwoche vom 24. – 30. April 2017

Masern, Keuchhusten & Co. sind nicht harmlos

Frankfurt am Main, 11.04.2017 –
Die Europäische Impfwoche, die vom 24. bis 30. April 2017 bereits in ihre zwölfte Auflage geht, steht dieses Mal unter der Überschrift „Impfungen wirken“. Obwohl Schutzimpfungen zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen zählen, sind beispielsweise Masern oder Keuchhusten heute wieder auf dem Vormarsch. Damit gefährliche Krankheiten durch hohe Impfquoten regional und schließlich weltweit ausgerottet werden, machen sich die Landesapothekerkammer Hessen und das Gesundheitsamt Frankfurt am Main in der Aktionswoche wieder gemeinsam für eine höhere Impfakzeptanz in der hessischen Bevölkerung – für alle Altersgruppen – stark.

Impfpass-Check in der Apotheke

„Wer sich nicht sicher ist, ob und gegen welche Erreger er geimpft ist, kann sich in der Apotheke beraten lassen“, so Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Mit dem Impfpass-Check klären wir den Patienten beispielsweise zu notwendigen Auffrischungen oder neuen Schutzimpfungen auf.“ 

Impfpass-Check im Gesundheitsamt

Die Abteilung Kinder- und Jugendmedizin des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main unterstützt die Europäische Impfwoche, indem sie vom 24. bis zum 28. April vormittags eine unverbindliche Beratung für die Eltern anbietet, die ihre Kinder zur Einschulungs-untersuchung begleiten, denn: Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen.

Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main bietet zudem eine regelmäßige reisemedizinische Impfsprechstunde für das In- und Ausland an und führt auch Impfungen durch.

Erklärtes Ziel: Masern ausrotten

Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Die hochansteckenden Viren können zu schweren Krankheitsverläufen mit Lungen- oder Gehirnentzündungen führen. 20 Prozent der Masernerkrankten sind von Komplikationen betroffen, 20 bis 30 Prozent der Betroffenen erleiden bleibende Schäden. Noch sechs bis 15 Jahre nach der Krankheit kann eine Infektion des Zentralen Nervensystems auftreten, die immer tödlich endet. Damit Masern eliminiert werden können, ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent notwendig, bundesweit liegt die Impfrate jedoch bei nur 90 Prozent.

Rund 70 Masernfälle registrierte das Gesundheitsamt in Frankfurt am Main 2015 für Hessen, Anfang 2017 musste das Amt bei 45 Personen ein Schulverbot wegen einer nicht-vorhandenen Masernimpfung verhängen. „Eltern sollten bei ihren Kindern nicht auf einen bewährten, gut verträglichen Masernschutz verzichten und sie impfen lassen“, warnt Frau Prof. Dr. Ursel Heudorf, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main. „Der Organismus entwickelt bei durchgemachten Kinderkrankheiten zwar Abwehrkräfte, es werden aber auch vermeidbare Komplikationen oder Spätschäden in Kauf genommen.“ Und: Impfungen schützen nicht nur den Einzelnen und die Allgemeinheit, sondern auch jene Menschen, die wegen einer Immunschwäche nicht geimpft werden können.

Keuchhusten auf dem Vormarsch

Seit 2016 breitet sich der hochansteckende Keuchhusten wieder rasant aus. Das Robert-Koch-Institut verzeichnete bundesweit bisher 22.119 Fälle, an der Krankheit verstarben drei Babys – eine untypische hohe Zahl. Seit Jahresbeginn wurden bereits 1.554 neue Keuchhusten-Patienten an das Institut gemeldet (Stand: Februar 2017). Begünstigt wird die rapide Verbreitung durch Impflücken. Keuchhusten kann auch bei ungeimpften Erwachsenen ausbrechen und zu ernsten gesundheitlichen Schäden führen.

Präventiv und wirksam

Mit modernen Impfstoffen können Menschen gegen jene hochansteckenden Krankheiten anhaltend geschützt werden, für die es keine Behandlungsmöglichkeiten gibt oder wo eine Behandlung häufig zu spät kommt. Schwerwiegende Folgeschäden lassen sich mit vorbeugenden Schutzimpfungen mit großer Sicherheit vermeiden. Treten nach einer Impfung Beschwerden wie Rötungen oder Schmerzen an der Impfstelle oder Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf, zeigt dies die erwünschte Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff. Diese Beschwerden klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Nur in wenigen Fällen kommt es zu unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen, schwere Nebenwirkungen sind sogar sehr selten.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Im Gesundheitsamt Frankfurt am Main arbeiten rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran, die Gesundheit der Menschen in der Stadt zu fördern und zu schützen. Zum Gesundheitsschutz gehört, gesundheitliche Gefahren von der Bevölkerung abzuwehren – zum Beispiel durch guten Infektionsschutz und die Überwachung des Trinkwassers. Zum vorbeugenden Gesundheitsschutz gehört, den Bürgerinnen und Bürgern Mittel und Wege zu zeigen, um gesund zu bleiben oder es wieder zu werden.

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Individualrezepturen sind für Kinder besonders wichtig

Richtige Wirkstoffdosierung ist entscheidend 
 
Frankfurt am Main, 04.04.2017 – Benötigen Kinder Medikamente, muss die Wirkstoffdosierung für die kleinen Patienten geeignet sein. Ob Zäpfchen, Salben oder Tabletten, nicht immer gibt es ein passendes industriell hergestelltes Fertigarzneimittel. „Die Herstellung von Individualrezepturen ist gerade in der Behandlung von Kindern unverzichtbar“, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Die Apotheke vor Ort fertigt Rezepturen in der jeweils für das betreffende Kind individuell passenden Dosierung an und trägt damit zu der hohen, flächendeckenden Versorgungsqualität mit Medikamenten bei.“
 
Bedarf an Rezepturarzneimitteln hoch
 
Die Herstellung von Arzneimitteln zählt zu den Kernkompetenzen der Apotheker. Allein im vergangenen Jahr stellten die hessischen Apotheken fast eine Million Rezepturarzneimittel her. Dazu zählen kindgerechte Arzneien, aber auch Rezepturen für Indikationsbereiche, für die es keine Fertigarzneimittel gibt, konservierungsmittelfreie dermatologische Zubereitungen und Zytostatikalösungen.
 
Strenge Prüf-, Hygiene- und Qualitätsvorschriften
 
In jeder Apotheke ist gemäß Apothekenbetriebsordnung die Möglichkeit gegeben, Rezepturen individuell herzustellen. Damit können, im Unterschied zu industriell gefertigten Medikamenten, Arzneien genau an die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Die anspruchsvolle Rezepturherstellung unterliegt strengen Prüf-, Hygiene- und Qualitätsvorschriften. Auch bei der Abgabe liegt das Augenmerk des Apothekers auf der Arzneimittelsicherheit: Er berät die Eltern der kleinen Patienten zur Anwendung, Lagerung und Haltbarkeit des Rezepturarzneimittels.
 
Arzneimittelqualität im Fokus
 
Die Ausgangsstoffe für die Rezeptur werden in der Apotheke zunächst auf ihre Identität kontrolliert. Auch die Zusammensetzung der Rezeptur wird auf Plausibilität geprüft. Sorgfältig wird überwacht, ob alle Bestandteile unschädlich sind, richtig dosiert vorliegen und sich zudem nicht gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Falls es für die Stabilität der Rezeptur notwendig ist, werden zusätzliche Hilfsstoffe eingefügt. Sollten sich vor der eigentlichen Herstellung Unstimmigkeiten ergeben, bespricht sich der Apotheker mit dem verschreibenden Arzt.
 
Höchste Sorgfalt bei der Herstellung
 
Die Herstellung der Arznei erfolgt unter Beachtung besonderer Hygienevorschriften mit größter Sorgfalt. Zunächst werden das Rezept selbst, aber auch die Namen von Arzt und Patient kontrolliert. In einer detaillierten Herstellungsanweisung dokumentiert der Apotheker sämtliche Arbeitsschritte und Wiegevorgänge. Während der Herstellung wird jeder einzelne Schritt protokolliert, die Qualität der Rezeptur überprüft, auch diese Ergebnisse werden im Protokoll vermerkt. So wird sichergestellt, dass sich beispielsweise der Wirkstoff gleichmäßig verteilt oder sich etwa eine Salbe nicht frühzeitig zersetzt, damit am Ende ein qualitativ hochwertiges und sicheres Arzneimittel abgegeben werden kann. Nach der eigentlichen Herstellung wird die Arznei schließlich in ein passendes Gefäß gefüllt und vorschriftsgemäß beschriftet.
 
Individualrezepturen auch für die Selbstmedikation
 
Die Apotheke vor Ort kann sowohl Individualrezepturen, die vom Arzt verschrieben werden, als auch Rezepturarzneimittel für die Selbstmedikation herstellen. Das gilt beispielsweise für Salben oder pflegende Rezepturen, die nicht verschrieben werden müssen.

 
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Zahl der Rezepturarzneimittel bleibt auch 2016 hoch

Frankfurt am Main, 20.03.2017 – Im Jahr 2016 haben die öffentlichen Apotheken in Hessen rund 425.000 so genannte Allgemeine Rezepturen, wie z. B. Kapseln oder Salben, für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Das ergab eine Auswertung von Verordnungen durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V. (DAPI). Insgesamt stellten Apotheken jedoch deutlich mehr Rezepturarzneimittel her, da Rezepturen für Privatversicherte oder auf direkte Nachfrage des Patienten nicht erfasst werden. Hinzu kommen rund 530.000 Spezialrezepturen, etwa für die künstliche Ernährung, bei der der Verdauungstrakt umgangen wird, sowie Rezepturarzneimittel für die Krebs- oder die Heroinersatztherapie. Insgesamt wurden also fast eine Million Rezepturen in den hessischen Apotheken hergestellt.

„Unsere Zahlen zeigen: Rezepturarzneimittel sind und bleiben eine notwendige Ergänzung zu industriell hergestellten Arzneimitteln“, sagt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Sie sind in vielen Fällen unersetzlich, zum Beispiel wenn ein Kind ein Medikament in einer Dosierung braucht, für die es kein industriell hergestelltes Arzneimittel gibt.“

Mit der Herstellung von Rezepturen leisten öffentliche Apotheken einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelversorgung. Ursula Funke erläutert: "Gerade weil Rezepturarzneimittel für die Versorgung vieler Patienten so wichtig sind, müssen wir unsere in Deutschland bewährte wohnortnahe Apothekenstruktur erhalten. Denn die Apotheken vor Ort übernehmen die Verantwortung für die schnelle Herstellung." 

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.


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75.000 Hessen verdeutlichen der Politik: Wir wollen unsere Apotheken behalten!

Unterschriftenaktion nach EuGH-Urteil voller Erfolg 

Frankfurt am Main, 15. März 2017 - Rund 75.000 hessische Bürger haben sich mit ihren Unterschriften für den Erhalt der wohnortnahen Apotheken zwischen Bad Karlshafen, Neckarsteinach, Lorchhausen und Wanfried ausgesprochen. Das ist der bisherige Stand der Auswertung für die Unterschriftenaktion „Gesundheitssystem in Gefahr“, die von Ende Dezember 2016 bis zum 1. März 2017 in Hessens Apotheken als Teil einer bundesweiten Aktion lief.

Für Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, ist die Aktion ein großer Erfolg: „Wenn 75.000 hessische Bürger mit ihrer Unterschrift eine sozial gerechte und wohnortnahe Arzneimittelversorgung für die Zukunft einfordern, dann ist das ein klarer Auftrag in Richtung Politik, zu handeln. Das heißt: den Versand von Arzneimitteln auf den Bereich nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel zurückzuführen und das entsprechende Gesetz zügig zu verabschieden.“

Dr. Detlef Weidemann, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes e.V., ergänzt: „In den letzten Wochen haben viele Institutionen, bspw. die IHK Gießen und der Sozialverband Hessen-Thüringen, unsere Forderungen unterstützt. Dass auch so viele Menschen individuell ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht haben, freut mich besonders. Und den vielen Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken vor Ort danke ich für ihr Engagement.“

Am 19. Oktober 2016 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden, dass ausländische Versandanbieter sich im Gegensatz zu den öffentlichen Apotheken in Deutschland nicht an die Festpreisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel halten müssen. Um die daraus resultierenden Probleme zu lösen, setzen sich die hessischen Apotheker sowie Apotheken in allen anderen Bundesländern für ein Versandverbot rezeptpflichtiger Medikamente ein, wie es auch der Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorsieht.

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So nehmen Kinder Tabletten, Tropfen & Co. richtig ein

Die korrekte Dosierung ist besonders wichtig. 

Frankfurt am Main, 07.03.2017 - Ist der Nachwuchs krank, stehen Eltern bei der Medikamentengabe oft vor einer Herausforderung. Wie Arzneimittel bei Säuglingen und Kindern richtig verabreicht werden, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie warnt zudem davor, Kindern einfach die Medikamente der Eltern zu geben: "Kinder sind keine ‚kleinen Erwachsenen‘, ihr Organismus reagiert viel empfindlicher auf Fremdstoffe. Daher sollten Kinder ausschließlich für sie zugelassene Arzneien in der für sie passenden Wirkstoffdosierung erhalten".

Nicht geeignete Wirkstoffe sind gefährlich

Vergiftungen oder andere schwere Nebenwirkungen können die Folge sein, wenn Kinder Medikamente in der falschen Wirkstoffdosierung verabreicht bekommen. Eltern sollten sich zur richtigen Dosierung am besten von ihrem Apotheker beraten lassen und die Hinweise auf dem Beipackzettel beachten. Präparate mit ASS können bei Kindern unter 12 Jahren beispielsweise das Reye-Syndrom, eine seltene schwere Krankheit, die Gehirn und Leber schädigt, auslösen. Sie kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Es gilt immer: Zeigen Kinder erste Anzeichen einer Arzneimittelunverträglichkeit, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Der Apotheker vor Ort berät Eltern rund um die Verabreichung rezeptfreier und verschreibungspflichtiger Arzneimittel. Außerdem hält er spezielle Applikationshilfen sowie besondere Saug- oder Schnabellöffel oder auch Medikamentenschnuller bereit, mit denen die Therapie des kranken Kindes vereinfacht wird.

Tabletten, Kapseln & Dragees

Ab etwa sechs Jahren können viele Kinder ganze Tabletten nehmen. Ist das Kind jünger, hat es Schwierigkeiten beim Schlucken oder verweigert die Einnahme, können Tabletten zerstoßen oder zerdrückt werden. Aber auch hier gilt: Besprechen Sie dies zuvor mit ihrem Apotheker. Nicht jede Tablette ist dafür geeignet, auch darf nicht jede Kapsel geöffnet werden. Hier ist es ganz besonders wichtig, die richtige Handhabung in der Apotheke abzustimmen.
Nicht unbedingt sinnvoll: das „Verstecken“ der Tabletten im Milchfläschchen oder im Milchbrei. Es besteht die Gefahr, dass das Kind die ganze Mahlzeit verweigert oder, wird nicht alles gegessen oder getrunken, nur einen Teil der benötigten Arzneimenge aufnimmt.
Außerdem darf nicht jede Arznei mit Nahrungsmitteln gemischt werden. So büßen Eisen- und Fluorpräparate sowie manche Antibiotika von ihrer Wirkung ein, wenn sie zusammen mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden. Bis zwei Stunden vor und ab zwei Stunden nach der Einnahme sind Milch und Milchprodukte jedoch erlaubt. Auch Fruchtsäfte sind nicht gut geeignet, um Arzneimittel einzunehmen.

Säfte und Tropfen

Säfte oder Tropfen werden bei Säuglingen und Kleinkindern am besten mit einer Pipette oder Spritze in den Mund geträufelt. Auch hier gilt: Der Saft sollte nicht ins Fläschchen gemischt werden. Bleibt ein Rest in der Flasche, ist unklar, wie viel das Kind von dem Medikament tatsächlich bekommen hat. Oft setzt sich das Arzneimittel auch auf den Flaschen- oder Becherboden und bleibt dann als Satz übrig.

Schlecht schmeckende Arzneien

Verweigern Kinder die benötigte Medikation wegen des schlechten Geschmacks, sollten Eltern nicht behaupten, der Saft oder die Tropfen seien lecker. Hilfreicher ist eine kurze Erklärung, dass es dem Kind durch den Saft bald besser gehen wird. Tipp: Arzneisäfte im Kühlschrank aufbewahren, gut gekühlt ist der Geschmack weniger intensiv. Säfte, die schlecht schmecken, lassen sich mit einer Pipette oder Spritze hinter die Backenzähne träufeln. Das löst den Schluckreflex aus, der Saft kommt kaum mit der Zunge in Berührung. Selbst ein bitterer Geschmack wird dann weniger wahrgenommen. Nach der Applikation kann man dem Kind zum Beispiel gesüßten Tee zum Nachtrinken anbieten. Auch ein Lutschbonbon als Belohnung kommt in Frage, wenn die Einnahme eines schlecht schmeckenden Antibiotikums dringend erforderlich ist. Tropfen können auf einem Stückchen Zucker oder mit einem Teelöffel Sirup oder Honig gegeben werden. Ist der Patient noch sehr klein, werden Tropfen, die nicht verdünnt werden dürfen, am besten mit einer Pipette in den Mund geträufelt.

Tropfen für Augen, Ohren oder Nase

Augentropfen: Das Kind liegt dazu am besten flach auf dem Rücken, eine zweite Person hält den Kopf vorsichtig fest. Säuglinge können auch in ein Handtuch gewickelt werden, so werden die Hände sanft fixiert. Über das Kind gebeugt lassen sich die Augentropfen gut einträufeln, sie werden unter das mit dem Zeigefinger nach unten gezogene Unterlid getropft. Sind die Tropfen auf Zimmertemperatur, werden sie besser von Kindern toleriert.
Ohrentropfen: Der kleine Patient muss auf der Seite liegen, das kranke Ohr befindet sich oben. Tipp: Die Flasche vor der Anwendung in den Händen anwärmen, so kommen die Tropfen nicht kalt in den Gehörgang. Mit Hilfe der an der Flasche angebrachten Tropfhilfe oder der beiliegenden Pipette die Arznei langsam in den Gehörgang einträufeln. Nach dem Einbringen der Tropfen sollte das Kind noch einige Minuten auf der Seite liegen, so kann sich das Medikament gut im Gehörgang verteilen und läuft nicht gleich wieder aus dem Ohr heraus. Manche Tropfen können Flecken verursachen, mit Hilfe eines Handtuches lässt sich die Kleidung schützen.
Nasentropfen: Das Kind sollte dazu auf einem Stuhl sitzen und den Kopf weit in den Nacken legen. Dann die Tropfen mit der Pipette vorsichtig einträufeln. Anschließend sollte das Kind noch einen Moment in dieser Position bleiben, so kann sich die Flüssigkeit gut verteilen. Die Gabe von Nasentropfen ist auch im Liegen möglich, das sollte jedoch nie bei schlafenden Kindern geschehen.

Zäpfchen

Bei der Gabe von Zäpfchen wird das Kind am besten wie bei der Fiebermessung gehalten: Das Kind liegt mit leicht angewinkelten Beinen auf der Seite, auch die Rückenlage mit nach oben geführten Beinchen ist möglich. Das Zäpfchen kann etwas angefeuchtet werden und wird dann zügig eingeführt. Dann den Finger noch mit etwas Druck ein paar Sekunden am After lassen, manchmal drücken Kinder das Zäpfchen unwillkürlich wieder hinaus. Aus diesem Grund sollten auch die Pobacken noch etwa eine halbe Minute zusammengehalten werden. Flutscht ein Zäpfchen trotzdem wieder aus dem Po, kann es auch mit der stumpferen Seite eingeführt werden.


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