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Archiv - Presse

Lassen Sie Ihre Kinder impfen!

Europäische Impfwoche vom 23. bis 29. April 2018

Frankfurt am Main, 17.04.2018 – Für die Gesundheit der Kinder und gegen gefährliche Krankheiten wie Masern & Co.: Die Landesapothekerkammer Hessen und das Gesundheitsamt Frankfurt am Main machen sich im Rahmen der Europäischen Impfwoche, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits zum 13. Mal initiiert wird, gemeinsam für die Impfung von Kindern stark. Dass beispielsweise Masern in Europa immer noch nicht ausgerottet sind, liegt an den erheblichen Impflücken in Deutschland. „Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main möchten wir Eltern dafür sensibilisieren, ihre Kinder durch Impfungen zu schützen. Gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie Ihren Nachwuchs impfen“, ruft Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen auf. „Denn Masern sind nicht harmlos“. Masernimpfungen können schlimme Krankheitsverläufe vermeiden und Behinderungen oder sogar Todesfälle verhüten.

Bedenklicher Trend in Deutschland

Im vergangenen Jahr verzeichnete die WHO 927 Masernfälle in Deutschland. Damit zählt die Bundesrepublik nach Rumänien, Italien, der Ukraine und Griechenland zu den fünf am stärksten betroffenen Ländern der Europäischen Region. Allein in Hessen wurden 2017 76 Fälle verzeichnet – das sind im Verhältnis zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich viele Masernerkrankungen. 2016 waren es lediglich zehn Fälle.

Impfpass-Check in der Apotheke

Trotz dieser gefährlichen Entwicklung überwiegt bei manchen Eltern die Skepsis, sie lassen ihre Kinder nicht impfen. Wer unsicher ist, kann auch das niedrigschwellige Beratungsangebot der Apotheke vor Ort nutzen. „ Im direkten Gespräch können Vorbehalte dann oft entkräftet werden. Mit dem Impfpass-Check klären wir den Patienten außerdem zu notwendigen Auffrischungen oder neuen Schutzimpfungen auf“, erklärt Ursula Funke. Damit die hessischen Apotheker ihre Beratungskompetenz gezielt schärfen, bietet die Landesapothekerkammer Hessen im Rahmen der Europäischen Impfwoche außerdem Fortbildungsveranstaltungen für die Apothekerschaft an.

Impfsprechstunde im Gesundheitsamt

Vorbehalte entkräften und die Impfrate erhöhen, das ist auch das Ziel des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main. Professorin Dr. Ursel Heudorf, stellvertretende Leiterin, erklärt dazu: „Der kindliche Organismus entwickelt bei durchgemachten Kinderkrankheiten zwar Abwehrkräfte, es werden aber auch vermeidbare Komplikationen oder Spätschäden in Kauf genommen“. Das Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf und bietet eine Impfsprechstunde an. Denn: Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen – und trägt damit zur Ausrottung der Masern bei.

Masern durch hohe Impfrate eliminieren

Damit eine Ausrottung gelingt, ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent notwendig. Bundesweit liegt die Rate jedoch bei nur 90 Prozent. Die hochansteckenden Masernviren können zu schweren Krankheitsverläufen mit Lungen- oder Gehirnentzündungen führen. 20 Prozent der Masernerkrankten sind von Komplikationen betroffen, 20 bis 30 Prozent der Betroffenen erleiden bleibende Schäden. Noch sechs bis 15 Jahre nach der Krankheit kann eine Infektion des Zentralen Nervensystems auftreten, die immer tödlich endet.

Pressekontakt der Landesapothekerkammer Hessen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 / 41 32 70-22
pfeiffer@azetpr.com

 

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Europäische Impfwoche vom 23. bis 29. April 2018

„Lassen Sie Ihre Kinder impfen!“

Frankfurt am Main, 17.04.2018
– Für die Gesundheit der Kinder und gegen gefährliche Krankheiten wie Masern & Co.: Die Landesapothekerkammer Hessen und das Gesundheitsamt Frankfurt am Main machen sich im Rahmen der Europäischen Impfwoche, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits zum 13. Mal initiiert wird, gemeinsam für die Impfung von Kindern stark. Dass beispielsweise Masern in Europa immer noch nicht ausgerottet sind, liegt an den erheblichen Impflücken in Deutschland. „Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main möchten wir Eltern dafür sensibilisieren, ihre Kinder durch Impfungen zu schützen. Gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie Ihren Nachwuchs impfen“, ruft Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen auf. „Denn Masern sind nicht harmlos“. Masernimpfungen können schlimme Krankheitsverläufe vermeiden und Behinderungen oder sogar Todesfälle verhüten.

Bedenklicher Trend in Deutschland

Im vergangenen Jahr verzeichnete die WHO 927 Masernfälle in Deutschland. Damit zählt die Bundesrepublik nach Rumänien, Italien, der Ukraine und Griechenland zu den fünf am stärksten betroffenen Ländern der Europäischen Region. Allein in Hessen wurden 2017 76 Fälle verzeichnet – das sind im Verhältnis zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich viele Masernerkrankungen. 2016 waren es lediglich zehn Fälle.

Impfpass-Check in der Apotheke

Trotz dieser gefährlichen Entwicklung überwiegt bei manchen Eltern die Skepsis, sie lassen ihre Kinder nicht impfen. Wer unsicher ist, kann auch das niedrigschwellige Beratungsangebot der Apotheke vor Ort nutzen.  „Im direkten Gespräch können Vorbehalte dann oft entkräftet werden. Mit dem Impfpass-Check klären wir den Patienten außerdem zu notwendigen Auffrischungen oder neuen Schutzimpfungen auf“, erklärt Ursula Funke. Damit die hessischen Apotheker ihre Beratungskompetenz gezielt schärfen, bietet die Landesapothekerkammer Hessen im Rahmen der Europäischen Impfwoche außerdem Fortbildungsveranstaltungen für die Apothekerschaft an.

Impfsprechstunde im Gesundheitsamt

Vorbehalte entkräften und die Impfrate erhöhen, das ist auch das Ziel des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main. Professorin Dr. Ursel Heudorf, stellvertretende Leiterin, erklärt dazu: „Der kindliche Organismus entwickelt bei durchgemachten Kinderkrankheiten zwar Abwehrkräfte, es werden aber auch vermeidbare Komplikationen oder Spätschäden in Kauf genommen“. Das Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf und bietet eine Impfsprechstunde an. Denn: Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen – und trägt damit zur Ausrottung der Masern bei.

Masern durch hohe Impfrate eliminieren

Damit eine Ausrottung gelingt, ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent notwendig. Bundesweit liegt die Rate jedoch bei nur 90 Prozent. Die hochansteckenden Masernviren können zu schweren Krankheitsverläufen mit Lungen- oder Gehirnentzündungen führen. 20 Prozent der Masernerkrankten sind von Komplikationen betroffen, 20 bis 30 Prozent der Betroffenen erleiden bleibende Schäden. Noch sechs bis 15 Jahre nach der Krankheit kann eine Infektion des Zentralen Nervensystems auftreten, die immer tödlich endet.

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Vorsichtiger Umgang mit Magensäureblockern

Sodbrennen selbst behandeln

Frankfurt am Main, 03.04.2018
– Fettes Essen, Kaffee, Alkohol, Stress: Sodbrennen kann verschiedene Ursachen haben. Damit das unangenehme Brennen gar nicht erst entsteht, greifen Betroffene oft zu einem verschreibungsfreien Magensäureblocker. Wird das Präparat zu lange eingenommen und dann abrupt abgesetzt, kommt es zum Rebound, dem Absetzeffekt. Der Körper produziert zu viel Magensäure, die Beschwerden kehren zurück und der Patient greift erneut zum Säureblocker. Damit dieser Teufelskreis nicht entsteht, empfiehlt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, den Magensäureblocker nur kurzfristig anzuwenden. Besser ist ein Therapieversuch mit Antazida, die überschüssige Magensäure neutralisieren. Erst dann kann für kurze Zeit auch mal zu einem Säureblocker gegriffen werden, jedoch ist bei regelmäßigem Auftreten oder längerem Anhalten von Sodbrennen immer mit dem Hausarzt zu sprechen, damit die Ursache ärztlich abgeklärt werden kann.

Unangenehm, aber meist harmlos

Der menschliche Magen enthält von Natur aus 0,5 Prozent Salzsäure, die sowohl für die Verdauung als auch für die Desinfektion des Mageninhalts erforderlich ist. Steigt saurer Mageninhalt die empfindliche Speiseröhre hinauf, entsteht Sodbrennen. Das schmerzhafte Brennen strahlt vom Oberbauch bis hinter das Brustbein und von dort oft bis in den Hals-Rachen-Raum aus. In den meisten Fällen ist das brennende und schmerzhafte Gefühl harmlos. Verschreibungsfreie Antazida neutralisieren, binden die Magensäure, sogenannte Säureblocker hemmen die Magensäureproduktion, der Patient ist wieder beschwerdefrei.

Neben- und Wechselwirkungen kennen

Antazida enthalten verschiedene Magnesium-, Aluminium- oder Kalziumverbindungen. In zu hoher Dosierung kann Magnesium abführend wirken, aluminium- und kalziumhaltige Antazida können Verstopfungen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Werden Säureblocker aufgrund ärztlicher Verordnung langfristig eingenommen,  kann die Aufnahme von Vitamin B12 und anderen Mineralstoffen und Spurenelementen gehemmt werden. „Werden noch andere Medikmente eingenommen, muss unbedingt in der Apotheke geklärt  werden, ob es hierbei nicht zu Wechselwirkungen kommen kann“  informiert Ursula Funke. „Die Aufnahme anderer eingenommener Arzneimittel kann durch Magensäureblocker aber auch Antazida verringert oder unterbunden werden“.

Beratung in der Apotheke nutzen

Patienten sollten sich in der Apotheke vor Ort zur individuell passenden Therapie beraten lassen. Der Apotheker kann außerdem Tipps zur Ernährung oder zu Entspannungstechniken geben, und den Patient sensibilisieren, wann ein Arztbesuch angeraten ist.

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Richtige Therapie macht Parasiten den Garaus

Krätze am besten sofort behandeln

Frankfurt am Main, 27.02.2018 – Entzündete Hautpartien, starker Juckreiz, gerötete, schuppige und zum Teil stecknadelkopfgroße Knötchen auf der Haut: Mit diesen Symptomen macht sich Skabies, die Krätze, bemerkbar. Die Hauterkrankung wird von Milben verursacht und kann Menschen jeden Alters treffen. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, weist darauf hin, dass Krätze nur durch intensiven Hautkontakt und nicht durch bloßes Händeschütteln übertragen wird. Sie rät dazu, einen Krätzeverdacht umgehend vom Arzt abklären zu lassen und dann unverzüglich mit der Therapie zu beginnen.

Übeltäter Krätzmilben

Ein Krätzmilbenbefall ist nicht automatisch ein Beweis für mangelhafte Körperhygiene. Wie häufig Krätze vorkommt, hängt von Faktoren wie der Bevölkerungsdichte, der medizinischen Versorgung, den hygienischen Verhältnissen und dem Gesundheitszustand ab. Die weltweit vorkommenden Skabiesmilben werden hauptsächlich durch einen großflächigen längeren Hautkontakt, zum Beispiel mit dem Partner oder zwischen Eltern und Kindern, übertragen. Die winzigen Parasiten graben sich in die obere Hornschicht der Haut ein und bilden dort kleine Gänge. Dort überstehen die Milben sogar Vollbäder. Während die Krätzmilben bei erwachsenen Patienten vor allem die Haut zwischen Fingern und Zehen, in der Achselgegend und im Genitalbereich befallen, sind Rücken und Kopf selten betroffen. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch die behaarte Kopfhaut sowie die Innenflächen von Händen und Füßen befallen sein.

Diagnose durch den Arzt

Vermutet der Arzt Krätze, wird die Haut des Betroffenen untersucht. Mit einer feinen Nadel kann zusätzlich Material aus dem von der Milbe gegrabenen Gang geholt und unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden. Ein direkter Nachweis der Milben, der Eier oder des Kots als Nachweis für die Krätze.

Juckreiz schnell lindern

In der Therapie kommt eine verschreibungspflichtige Creme zum Einsatz, die gemäß ärztlicher Anweisung großflächig aufgetragen und nach acht bis zwölf Stunden gründlich abgewaschen wird. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, mit der Behandlung abends zu beginnen. Erwachsene und Kinder über vier Jahren sollten die Creme auf dem gesamten Körper auftragen, auch Hals, Nacken, Handflächen und Fußsohlen müssen einbezogen werden. Kopf und Gesicht können ausgespart bleiben, es sei denn, es sind mit Skabies befallene Stellen in diesem Bereich vorhanden. Ist die Behandlung erfolgreich, lässt auch der Juckreiz in der Regel rasch nach, nur in Einzelfällen hält er über eine Woche lang an. Damit sich die Haut schneller erholt, kann der Apotheker außerdem eine rückfettende Pflegecreme empfehlen, die der Betroffene zusätzlich für einige Wochen verwendet.

Sind nach zwei Wochen immer noch Symptome vorhanden, wird der Arzt die Anwendung wiederholen lassen. Weitere ärztliche Kontrollen finden in der Regel noch bis zu vier Wochen nach Therapiebeginn statt.

Orale Therapie möglich

Seit 2016 sind in Deutschland auch verschreibungspflichtige Tabletten zur innerlichen Therapie der Krätze zugelassen, die, genau wie die äußerliche Behandlung, nur einmalig angewendet werden. Die Dosierung richtet sich dabei nach dem Körpergewicht des Patienten.

Pflicht: zusätzliche Hygienemaßnahmen

Die Bettwäsche muss täglich gewechselt, getragene Kleidung und Wäsche bei mindestens 60 Grad gewaschen und möglichst heiß im Wäschetrockner getrocknet werden. Ist dies nicht möglich, wird die Wäsche für ein bis zwei Wochen in Plastiksäcken luftdicht verschlossen aufbewahrt, damit die Milben absterben. Außerdem sollten Polstermöbel, Betten und Fußbodenbeläge gründlich abgesaugt werden.

Behandlung im Umfeld

Nicht nur der Patient, auch die Personen, die mit ihm engen Hautkontakt hatten, müssen möglicherweise behandelt werden - auch wenn sie keine Symptome zeigen. Das können Familienangehörige, Mitbewohner der Wohngemeinschaft oder Menschen, die in den letzten vier Wochen engen Hautkontakt zum Erkrankten hatten, sein. Bei Kindern sind enge Freunde sowie Kinder und Betreuer der Kindergartengruppe betroffen.

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Apotheker helfen, gefährliche Resistenzen zu vermeiden

Antibiotika richtig einnehmen

Frankfurt am Main, 08.02.2018 – Antibiotika gelten bei vielen Patienten als Wunderwaffe. Der Wirkstoff hilft bei Infektionen, die von Bakterien ausgelöst werden. Betroffene, die zum Beispiel unter einer entzündeten Blase oder einer Atemwegserkrankung leiden, sollten zunächst vom Arzt feststellen lassen, ob überhaupt bakterielle Krankheitserreger im Spiel sind. Wer Antibiotika zum Beispiel gegen eine durch Viren hervorgerufene Erkältung einnimmt, tut nichts für seine Genesung. Im Gegenteil: Eine häufige und unsachgemäße Anwendung von Antibiotika führt zu gefährlichen Resistenzen, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Grundsätzlich sollten immer die Einnahmehinweise befolgt werden, damit das verschriebene Antibiotikum seine Wirkung richtig entfalten kann.

Antibiotikaresistenz: So entsteht sie, das ist die Folge

Ein Antibiotikum muss bakterielle Krankheitserreger schnell und stark bekämpfen. Für den Heilungsprozess ist es daher entscheidend, das Präparat so einzunehmen wie vom Arzt verordnet. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, sich die vorgegebene Dosierung in der Apotheke vor Ort genau erklären und zusätzlich auf der Packung notieren zu lassen - und die Einnahmevorgabe unbedingt einzuhalten. Nur so wird eine ausreichend hohe Konzentration des Arzneistoffs erreicht. Wird das Antibiotikum unsachgemäß angewendet, kann das weitreichende Konsequenzen haben. Die Bakterien bilden Mechanismen, um das Antibiotikum abzuwehren, werden in der Folge immun und können nicht mehr bekämpft werden: Eine Resistenz entsteht. Betroffene sollten hellhörig werden, wenn die verordnete Arznei nicht anschlägt oder der Infekt wiederkommt. Durch ein sogenanntes Antibiogramm kann der Arzt testen, ob eine Resistenz vorliegt und ob oder auf welche andere Wirkstoffgruppe ausgewichen werden kann.

Soviel wie nötig, so wenig wie möglich

Ob zu niedrig oder zu hoch dosiert: Beides kann für den Patienten Konsequenzen haben. Wer zu häufig zu Antibiotika greift, läuft Gefahr, dass der Arzneistoff Bakterien nichts mehr anhaben kann und der Arzt immer weniger Therapiemöglichkeiten hat. Setzt der Patient das Medikament eigenmächtig zu früh ab, riskiert er durch den zu niedrig dosierten Wirkstoffspiegel, dass die verbliebenen Keime resistent werden oder dass die nicht abgetöteten Keime eine neue Infektion auslösen. Kompetente Unterstützung und Beratung sollten sich Patienten in der Apotheke vor Ort holen. Der Apotheker erläutert die Einnahmehinweise, weist auf eventuelle Unverträglichkeiten mit Nahrungsmitteln oder Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten hin, räumt mögliche Bedenken aus, berät zu zusätzlichen Medikamenten gegen Fieber oder Schmerzen – und begleitet so den Patienten zuverlässig auf seinem Genesungsweg.

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Erkältungssymptome am besten gezielt behandeln

Komplexpräparate sind kein Allheilmittel

Frankfurt am Main, 24.10.2017
– Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen fallen, beginnt wieder die Erkältungszeit. Die Nase ist zu, das Atmen fällt schwer, Kopf und Hals schmerzen. Was ist einfacher als der Griff zu freiverkäuflichen Arzneien? Was bei Komplexmitteln bedacht werden muss, warum eine gezielte Behandlung einzelner Symptome sehr oft sinnvoller ist und wie Neben- und Wechselwirkungen vermieden werden, erläutert Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Wirkstoffmix: viel hilft nicht viel

Der Griff zum Komplexpräparat scheint bei einer Erkältung verlockend einfach. Die bis zu sechs enthaltenen Wirkstoffe sollen gegen die verschiedensten Symptome helfen - ganz unabhängig davon, ob sie bestehen oder nicht. Durch Wirkstoffe wie Coffein fühlt sich der Patient zwar fitter, ein richtiges Auskurieren findet jedoch nicht statt. Denn: Die Erkältungssymptome werden lediglich „unterdrückt“. Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, nur die Arzneimittel einzunehmen, die gezielt auf bestehende Symptome wirken. Das ist die nebenwirkungs- und wechselwirkungsärmere Alternative. In welchen Einzelfällen ein Kombipräparat dennoch Sinn machen kann, weiß die Apotheke vor Ort.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ist nur die Nase verstopft, hilft ein abschwellendes Nasenspray. Es verbessert zusätzlich die Belüftung zum Ohr, damit wird dem lästigen Knacken vorgebeugt und das Risiko einer Ohrenentzündung gemindert. Manche Wirkstoffe in Nasensprays können jedoch Auswirkungen auf den Blutdruck haben. Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen können sich zu Alternativen wie hypertone Kochsalzlösung oder Sprays mit ätherischen Ölen in der Apotheke beraten lassen.

Säfte zum Einnehmen gibt es gegen verschiedene Erkältungsbeschwerden. Am Bekanntesten ist wohl der Hustensaft. Unterschieden werden muss zwischen Säften zum Schleimlösen und Säften zum Stillen des Hustens. Als Faustregel gilt: Schleimlösende Wirkstoffe werden tagsüber eingesetzt. Deren Wirkung kann durch reichlich Flüssigkeitszufuhr unterstützt werden. Zur Nacht kann dann, insbesondere bei stark quälendem Husten, ein Hustenstiller zum Einsatz kommen. Zum Schleimlösen gibt es, neben nicht-pflanzlichen Wirkstoffen, auch gute pflanzliche Varianten mit z.B. Thymian. Hustenstillende Säfte enthalten z.B. den Wirkstoff Dextromethorphan.

Halsschmerzen können mit Lutschpastillen oder Rachensprays gelindert werden. Starke Schmerzen können u.a. durch Ibuprofen reduziert werden, Lutschpastillen enthalten meist ein Lokalanästhetikum gegen die lokalen Schmerzen. Durch das Lutschen wird der Speichelfluss angeregt, die Befeuchtung des Hals-Rachenraums schafft zusätzliche Linderung.

Gegen Fieber kommen unterschiedliche Arzneiformen zum Einsatz: Säfte, (Brause-)Tabletten und Zäpfchen. Die fiebersenkenden Medikamente enthalten meist Paracetamol oder Ibuprofen. Allerdings sollten Patienten, die blutverdünnende Arzneimittel wie ASS einnehmen, oder Rheuma-Patienten, die Methotrexat (MTX) anwenden, Ibuprofen-haltige Arzneimittel vermeiden. Wer an Lebererkrankungen leidet oder Präparate, die die Leber schädigen könnten, einnimmt, sollte auf Paracetamol und alkoholhaltige Arzneimittel verzichten. Im Gespräch mit dem Apotheker kann eine geeignete Alternative gefunden werden.

Interaktionsrisiko vermeiden

Ähnliches gilt für die Einnahme von vielen anderen Arzneimitteln. Auch bei Präparaten, die der Patient als harmlos einstuft, kann das Risiko im Detail stecken. Denn: Nehmen Patienten bereits andere Arzneien ein, sollten mögliche Interaktionen immer im Blick behalten werden. Im Falle einer Erkältung gilt: in der Selbstmedikation immer mit dem Apotheker Rücksprache halten und alle ansonsten angewendeten Präparate und Arzneiformen nennen. Nur so kann der Apotheker die gesamte Medikation des Patienten auf mögliche Wechselwirkungen prüfen und ein geeignetes Präparat gegen die Erkältungssymptome empfehlen. Außerdem ist das Arzneimittelsortiment groß und für den Patienten oft unübersichtlich. Ob Nasenspray, Saft & Co. das Mittel der Wahl ist und ob ein Interaktionsrisiko vorliegt, weiß der Apotheker.

Kann ich Erkältungen vorbeugen?

Der Kontakt mit Erkältungsviren lässt sich nicht vermeiden, daher gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Erkältung. Doch es gibt Möglichkeiten, die körpereigene Abwehr zu stärken und die Infektanfälligkeit zu verringern: Frische Luft, Bewegung, ausreichend Schlaf, Saunagänge, eine ausgewogene vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung stärken das Immunsystem. Auch mal entspannen, mit einem Buch auf der Couch zu sitzen oder ein gemütliches Bad zu nehmen, hat positive Effekte. Eine Virenfalle sind übrigens Haltegriffe in Bus und Bahn. Gelangen Viren und Bakterien über die Finger ins Gesicht, insbesondere in die Augen und den Mund, hat die Erkältung leichtes Spiel. Daher ist es sehr wichtig, sich gerade in der Erkältungszeit häufig und gründlich die Hände zu waschen. Wer Kontakt mit erkrankten Personen hat, sollte die Hände am besten desinfizieren.

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