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Archiv - Presse

Zahl der Rezepturarzneimittel bleibt auch 2016 hoch

Frankfurt am Main, 20.03.2017 – Im Jahr 2016 haben die öffentlichen Apotheken in Hessen rund 425.000 so genannte Allgemeine Rezepturen, wie z. B. Kapseln oder Salben, für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Das ergab eine Auswertung von Verordnungen durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V. (DAPI). Insgesamt stellten Apotheken jedoch deutlich mehr Rezepturarzneimittel her, da Rezepturen für Privatversicherte oder auf direkte Nachfrage des Patienten nicht erfasst werden. Hinzu kommen rund 530.000 Spezialrezepturen, etwa für die künstliche Ernährung, bei der der Verdauungstrakt umgangen wird, sowie Rezepturarzneimittel für die Krebs- oder die Heroinersatztherapie. Insgesamt wurden also fast eine Million Rezepturen in den hessischen Apotheken hergestellt.

„Unsere Zahlen zeigen: Rezepturarzneimittel sind und bleiben eine notwendige Ergänzung zu industriell hergestellten Arzneimitteln“, sagt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Sie sind in vielen Fällen unersetzlich, zum Beispiel wenn ein Kind ein Medikament in einer Dosierung braucht, für die es kein industriell hergestelltes Arzneimittel gibt.“

Mit der Herstellung von Rezepturen leisten öffentliche Apotheken einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelversorgung. Ursula Funke erläutert: "Gerade weil Rezepturarzneimittel für die Versorgung vieler Patienten so wichtig sind, müssen wir unsere in Deutschland bewährte wohnortnahe Apothekenstruktur erhalten. Denn die Apotheken vor Ort übernehmen die Verantwortung für die schnelle Herstellung." 

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.


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Susanne Pfeiffer
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75.000 Hessen verdeutlichen der Politik: Wir wollen unsere Apotheken behalten!

Unterschriftenaktion nach EuGH-Urteil voller Erfolg 

Frankfurt am Main, 15. März 2017 - Rund 75.000 hessische Bürger haben sich mit ihren Unterschriften für den Erhalt der wohnortnahen Apotheken zwischen Bad Karlshafen, Neckarsteinach, Lorchhausen und Wanfried ausgesprochen. Das ist der bisherige Stand der Auswertung für die Unterschriftenaktion „Gesundheitssystem in Gefahr“, die von Ende Dezember 2016 bis zum 1. März 2017 in Hessens Apotheken als Teil einer bundesweiten Aktion lief.

Für Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, ist die Aktion ein großer Erfolg: „Wenn 75.000 hessische Bürger mit ihrer Unterschrift eine sozial gerechte und wohnortnahe Arzneimittelversorgung für die Zukunft einfordern, dann ist das ein klarer Auftrag in Richtung Politik, zu handeln. Das heißt: den Versand von Arzneimitteln auf den Bereich nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel zurückzuführen und das entsprechende Gesetz zügig zu verabschieden.“

Dr. Detlef Weidemann, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes e.V., ergänzt: „In den letzten Wochen haben viele Institutionen, bspw. die IHK Gießen und der Sozialverband Hessen-Thüringen, unsere Forderungen unterstützt. Dass auch so viele Menschen individuell ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht haben, freut mich besonders. Und den vielen Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken vor Ort danke ich für ihr Engagement.“

Am 19. Oktober 2016 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden, dass ausländische Versandanbieter sich im Gegensatz zu den öffentlichen Apotheken in Deutschland nicht an die Festpreisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel halten müssen. Um die daraus resultierenden Probleme zu lösen, setzen sich die hessischen Apotheker sowie Apotheken in allen anderen Bundesländern für ein Versandverbot rezeptpflichtiger Medikamente ein, wie es auch der Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorsieht.

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So nehmen Kinder Tabletten, Tropfen & Co. richtig ein

Die korrekte Dosierung ist besonders wichtig. 

Frankfurt am Main, 07.03.2017 - Ist der Nachwuchs krank, stehen Eltern bei der Medikamentengabe oft vor einer Herausforderung. Wie Arzneimittel bei Säuglingen und Kindern richtig verabreicht werden, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie warnt zudem davor, Kindern einfach die Medikamente der Eltern zu geben: "Kinder sind keine ‚kleinen Erwachsenen‘, ihr Organismus reagiert viel empfindlicher auf Fremdstoffe. Daher sollten Kinder ausschließlich für sie zugelassene Arzneien in der für sie passenden Wirkstoffdosierung erhalten".

Nicht geeignete Wirkstoffe sind gefährlich

Vergiftungen oder andere schwere Nebenwirkungen können die Folge sein, wenn Kinder Medikamente in der falschen Wirkstoffdosierung verabreicht bekommen. Eltern sollten sich zur richtigen Dosierung am besten von ihrem Apotheker beraten lassen und die Hinweise auf dem Beipackzettel beachten. Präparate mit ASS können bei Kindern unter 12 Jahren beispielsweise das Reye-Syndrom, eine seltene schwere Krankheit, die Gehirn und Leber schädigt, auslösen. Sie kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Es gilt immer: Zeigen Kinder erste Anzeichen einer Arzneimittelunverträglichkeit, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Der Apotheker vor Ort berät Eltern rund um die Verabreichung rezeptfreier und verschreibungspflichtiger Arzneimittel. Außerdem hält er spezielle Applikationshilfen sowie besondere Saug- oder Schnabellöffel oder auch Medikamentenschnuller bereit, mit denen die Therapie des kranken Kindes vereinfacht wird.

Tabletten, Kapseln & Dragees

Ab etwa sechs Jahren können viele Kinder ganze Tabletten nehmen. Ist das Kind jünger, hat es Schwierigkeiten beim Schlucken oder verweigert die Einnahme, können Tabletten zerstoßen oder zerdrückt werden. Aber auch hier gilt: Besprechen Sie dies zuvor mit ihrem Apotheker. Nicht jede Tablette ist dafür geeignet, auch darf nicht jede Kapsel geöffnet werden. Hier ist es ganz besonders wichtig, die richtige Handhabung in der Apotheke abzustimmen.
Nicht unbedingt sinnvoll: das „Verstecken“ der Tabletten im Milchfläschchen oder im Milchbrei. Es besteht die Gefahr, dass das Kind die ganze Mahlzeit verweigert oder, wird nicht alles gegessen oder getrunken, nur einen Teil der benötigten Arzneimenge aufnimmt.
Außerdem darf nicht jede Arznei mit Nahrungsmitteln gemischt werden. So büßen Eisen- und Fluorpräparate sowie manche Antibiotika von ihrer Wirkung ein, wenn sie zusammen mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden. Bis zwei Stunden vor und ab zwei Stunden nach der Einnahme sind Milch und Milchprodukte jedoch erlaubt. Auch Fruchtsäfte sind nicht gut geeignet, um Arzneimittel einzunehmen.

Säfte und Tropfen

Säfte oder Tropfen werden bei Säuglingen und Kleinkindern am besten mit einer Pipette oder Spritze in den Mund geträufelt. Auch hier gilt: Der Saft sollte nicht ins Fläschchen gemischt werden. Bleibt ein Rest in der Flasche, ist unklar, wie viel das Kind von dem Medikament tatsächlich bekommen hat. Oft setzt sich das Arzneimittel auch auf den Flaschen- oder Becherboden und bleibt dann als Satz übrig.

Schlecht schmeckende Arzneien

Verweigern Kinder die benötigte Medikation wegen des schlechten Geschmacks, sollten Eltern nicht behaupten, der Saft oder die Tropfen seien lecker. Hilfreicher ist eine kurze Erklärung, dass es dem Kind durch den Saft bald besser gehen wird. Tipp: Arzneisäfte im Kühlschrank aufbewahren, gut gekühlt ist der Geschmack weniger intensiv. Säfte, die schlecht schmecken, lassen sich mit einer Pipette oder Spritze hinter die Backenzähne träufeln. Das löst den Schluckreflex aus, der Saft kommt kaum mit der Zunge in Berührung. Selbst ein bitterer Geschmack wird dann weniger wahrgenommen. Nach der Applikation kann man dem Kind zum Beispiel gesüßten Tee zum Nachtrinken anbieten. Auch ein Lutschbonbon als Belohnung kommt in Frage, wenn die Einnahme eines schlecht schmeckenden Antibiotikums dringend erforderlich ist. Tropfen können auf einem Stückchen Zucker oder mit einem Teelöffel Sirup oder Honig gegeben werden. Ist der Patient noch sehr klein, werden Tropfen, die nicht verdünnt werden dürfen, am besten mit einer Pipette in den Mund geträufelt.

Tropfen für Augen, Ohren oder Nase

Augentropfen: Das Kind liegt dazu am besten flach auf dem Rücken, eine zweite Person hält den Kopf vorsichtig fest. Säuglinge können auch in ein Handtuch gewickelt werden, so werden die Hände sanft fixiert. Über das Kind gebeugt lassen sich die Augentropfen gut einträufeln, sie werden unter das mit dem Zeigefinger nach unten gezogene Unterlid getropft. Sind die Tropfen auf Zimmertemperatur, werden sie besser von Kindern toleriert.
Ohrentropfen: Der kleine Patient muss auf der Seite liegen, das kranke Ohr befindet sich oben. Tipp: Die Flasche vor der Anwendung in den Händen anwärmen, so kommen die Tropfen nicht kalt in den Gehörgang. Mit Hilfe der an der Flasche angebrachten Tropfhilfe oder der beiliegenden Pipette die Arznei langsam in den Gehörgang einträufeln. Nach dem Einbringen der Tropfen sollte das Kind noch einige Minuten auf der Seite liegen, so kann sich das Medikament gut im Gehörgang verteilen und läuft nicht gleich wieder aus dem Ohr heraus. Manche Tropfen können Flecken verursachen, mit Hilfe eines Handtuches lässt sich die Kleidung schützen.
Nasentropfen: Das Kind sollte dazu auf einem Stuhl sitzen und den Kopf weit in den Nacken legen. Dann die Tropfen mit der Pipette vorsichtig einträufeln. Anschließend sollte das Kind noch einen Moment in dieser Position bleiben, so kann sich die Flüssigkeit gut verteilen. Die Gabe von Nasentropfen ist auch im Liegen möglich, das sollte jedoch nie bei schlafenden Kindern geschehen.

Zäpfchen

Bei der Gabe von Zäpfchen wird das Kind am besten wie bei der Fiebermessung gehalten: Das Kind liegt mit leicht angewinkelten Beinen auf der Seite, auch die Rückenlage mit nach oben geführten Beinchen ist möglich. Das Zäpfchen kann etwas angefeuchtet werden und wird dann zügig eingeführt. Dann den Finger noch mit etwas Druck ein paar Sekunden am After lassen, manchmal drücken Kinder das Zäpfchen unwillkürlich wieder hinaus. Aus diesem Grund sollten auch die Pobacken noch etwa eine halbe Minute zusammengehalten werden. Flutscht ein Zäpfchen trotzdem wieder aus dem Po, kann es auch mit der stumpferen Seite eingeführt werden.


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96. Zentrale Fortbildung für hessische Apotheker thematisiert Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

Frankfurt am Main, 01.03.2017 – Die Versorgung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen steht im Mittelpunkt der 96. Zentralen Fortbildungsveranstaltung, die die Landesapothekerkammer Hessen im März für ihre Mitglieder in der Gießener Kongresshalle ausrichtet. Die hochwertige, wissenschaftliche Veranstaltungsreihe wird traditionell von mehreren hundert Apothekern zur gezielten Vertiefung und Erweiterung des Fachwissens genutzt.

Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, wird die zweitägige Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen: „Unsere Fortbildungsveranstaltung genießt in Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf. Auch für das 96. Fortbildungswochenende ist es unserem Akademievorstand wieder gelungen, namhafte Referenten für die Fachvorträge zu gewinnen“.

Fundierte Beratung zum Wohle des Patienten

Zu den grundlegenden Aufgaben der Landesapothekerkammer Hessen zählen seit ihrer Gründung im Jahr 1956 die Berufsgerichtsbarkeit und die Berufsvertretung sowie die Fortbildung. Daher wurde schon in den 1960er Jahren die Akademie für Pharmazeutische Fortbildung der Landesapothekerkammer Hessen gegründet. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist seit Ende der 1980er Jahre die Weiterbildung, also die Spezialisierung für die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Apotheker. Seit ihrer Gründung unterstützt die Kammer ihre Mitglieder mit einem breiten Angebot für die Qualifizierung und Weiterentwicklung. Auf diese Weise werden die Apotheker in ihrer täglichen Arbeit und bei der ordnungsgemäßen, individuellen Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln unterstützt. „Am besten lässt sich jeder Patient im persönlichen Gespräch die Handhabung und Anwendung seines Arzneimittels vom Apotheker erklären. Denn wenn der Patient das Arzneimittel falsch anwendet oder es gar nicht erst einnimmt, nutzt auch das innovativste Medikament nichts“, verweist Ursula Funke auf die unverzichtbare Beratungsleistung der Apotheker im direkten Kontakt mit dem Patienten.

Medikation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen richtig anwenden.

Die 96. Zentrale Fortbildungsveranstaltung steht unter der Überschrift „Aktuelle Therapiekonzepte kardiovaskulärer Erkrankungen“. Die Beratung von Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung setzt ein fundiertes Fachwissen voraus. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung sprechen namhafte Experten zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Entwicklungen. Auf dem Programm stehen u.a. Fachreferate wie „Herz – Erkrankungen, Diagnostik, Interventionen“, „Das geht ans Herz – Risiken und Maßnahmen im Medikationsmanagement“ oder „Neue Wirkmechanismen und Pharmaka in der Therapie der Herzinsuffizienz“. „Gerade Patienten, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, nehmen mehrere Arzneimittel ein. Hier ist es wichtig, dass auch geprüft wird, ob sich die verschiedenen Medikamente miteinander vertragen und wie die Reihenfolge der Einnahme am sinnvollsten ist. Daher raten wir allen Patienten, sich vor Ort in der Apotheke ihres Vertrauens persönlich beraten zu lassen“ empfiehlt Ursula Funke.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

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„Winterklassiker“ Atemwegserkrankung

Immunsystem ist jetzt anfälliger 

Frankfurt am Main, 26.01.2017 - Erkrankungen des Atemtrakts durch Viren – oder sehr selten durch Bakterien – treten in den kalten Monaten gehäuft auf. Das kann von Schnupfen, Husten, geschwollenen Nasenneben- oder Stirnhöhlen und Fieber bis hin zu einer Lungenentzündung führen. Wie Patienten einer akuten Atemwegserkrankung begegnen können und welche Präventionsmaßnahmen schützen weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie rät zudem, sich im Krankheitsfall in der Apotheke vor Ort individuell beraten zu lassen.

Gefahr durch Tröpfcheninfektion

Eine akute Atemwegserkrankung wird meist durch Viren ausgelöst, die durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen werden. Der Keim wird zusammen mit winzigen Speicheltröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern ausgestoßen und dann von anderen Menschen eingeatmet. Der Keim überlebt aber auch auf Türgriffen oder anderen Oberflächen, die Übertragung erfolgt dann durch die eigene Hand: Greift man sich anschließend an Mund oder Augen kann der Keim auf die eigenen Schleimhäute übertragen werden. In seltenen Fällen sind auch Bakterien Auslöser des Infektes. Ist das Immunsystem durch eine virale Infektion ohnehin geschwächt, kann es dann zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion kommen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Zu den Symptomen eines akuten Atemweginfekts zählen eine verstopfte Nase oder Fließschnupfen, geschwollene Nasenneben- oder Stirnhöhlen und damit verbundene Kopfschmerzen sowie ein Druckgefühl im Bereich der Augen und Wangen. Hinzu können auch Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit, Ohrenschmerzen, erhöhte Temperatur oder Fieber kommen. Im ungünstigen Fall  kann das zu einer Entzündung des Mittelohrs, der Mandeln oder der Lungen führen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Bei leichten Beschwerden reicht oft ein abschwellendes Nasenspray. Patienten sollten sich jetzt zudem etwas Gutes tun: Am besten einen Gang zurückschalten, warmen Tee trinken, oder auch mal ein Erkältungsbad nehmen. Zur Lösung von festsitzendem Schleim empfiehlt die Landesapothekerkammer Hessen Dampfinhalationen mit Kochsalz oder Eukalyptus. Nasenspülungen reduzieren die Keimbelastung in der Nase, befeuchten die Schleimhäute und fördern die lokale Abwehr. Zur Unterstützung des Immunsystems können Patienten zudem Vitamin C, Spurenelemente wie Zink sowie Pflanzenextrakte wie Echinacea einnehmen. Tritt Fieber auf, sind Arzneien mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol Mittel der Wahl, sie helfen auch gegen Kopfschmerzen.

Apotheker berät umfassend und individuell

Welche Präparate sich im Einzelfall eignen, bespricht der Patient am besten mit dem Apotheker vor Ort. Er kann die passenden Medikamente empfehlen und auf mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen achten. Insbesondere Eltern von kleineren Kindern oder Patienten, die schon Medikamente einnehmen und zusätzliche Grunderkrankungen haben, sollten sich zur Auswahl und Dosierung von einem Arzneimittelfachmann beraten lassen. Bei Säuglingen dürfen beispielsweise keine ätherischen Öle eingesetzt werden, sie können einen Krampf der Atemmuskulatur auslösen.

Klagt der Patient über ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden, leidet unter hohem Fieber oder halten die Beschwerden ohne Besserung länger als eine Woche an, sollte auf alle Fälle ein Arzt konsultiert werden. Das gilt grundsätzlich bei älteren Erkrankten oder Patienten mit Grunderkrankungen.


Tipps zur Prävention

Das Immunsystem ist durch die jahreszeitlich bedingt niedrigen Temperaturen im Winter größeren Herausforderungen ausgesetzt. Da Menschen jetzt oft auf begrenztem Raum zusammen sind, steigt auch die Ansteckungsgefahr. Die Landesapothekerkammer Hessen rät zu vorbeugendem Verhalten:

1. Sicherheitsabstand einhalten. Die Speichel-Tröpfchen fliegen gut einen Meter durch die Luft, eine Übertragung des Keims kann durch einen entsprechenden Abstand zum Erkrankten vermieden werden.

2. Handhygiene beachten. Türklinken, Haltegriffe in Bus oder Bahn und Geldscheine können mit Keimen belastet sein. Am besten Handschuhe tragen, so dass die Gefahr einer Übertragung durch die Hand an den eigenen Mund oder die Augen verringert wird. Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren sind ein Muss. Tipp: Ein Händedesinfektionsmittel für unterwegs, das griffbereit in der Tasche ist, benutzen.

3. Immunsystem stärken. Kaltwassergüsse für Arme und Beine oder regelmäßige Saunagänge unterstützen das Immunsystem und mobilisieren die Abwehrkräfte. Ebenso unterstützen Spaziergänge an der frischen Luft das Immunsystem - auch bei kalter Witterung, wenn man richtig angezogen ist. Außerdem wichtig: eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung.


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Mehr Sicherheit durch Medikationsmanagment

Frankfurt am Main, 20.01.2017 – Chronisch Kranke oder ältere Patienten sind oft auf eine dauerhafte Therapie mit unterschiedlichen Arzneimitteln angewiesen. Doch mit der Anzahl der eingenommenen Medikamente steigt auch das Risiko von potentiell gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen. Wer mehrere Medikamente einnimmt oder schlicht die Übersicht über die verschiedenen Präparate verloren hat, sollte die Kompetenz des Apothekers nutzen, empfiehlt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Zudem haben Patienten, die mehr als drei Medikamente einnehmen seit dem 01. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, dieser kann auf Wunsch durch den Apotheker ergänzt werden.
 
Viele hessische Apotheker haben sich in der letzten Zeit mit dem Thema „Arzneimitteltherapiesicherheit“ beschäftigt und entsprechende Schulungen absolviert (ATHINA - Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken).

Die Apotheker können so eine strukturierte Medikationsanalyse - und damit eine noch intensivere Betreuung - anbieten und sämtliche vom Patienten eingenommenen Präparate überprüfen und bewerten, ob die Zusammenstellung der Medikamente arzneimittelbezogene Probleme hervorruft oder ob sich gesundheitliche Risiken durch Wechselwirkungen erhöhen.
 
Eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg im Auftrag der Apothekerkammern Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein und Niedersachsen belegt nun, dass Patienten, die Ihre Medikation vom Apotheker überprüfen lassen, anschließend weniger arzneimittelbezogene Probleme haben und wichtige Anwendungshinweise erhalten.

Die im Rahmen der Studie untersuchten Fälle wurden von Apothekerinnen und Apothekern eingereicht, die sich im Rahmen des ATHINA-Projekts speziell im Bereich Medikationsanalyse fortgebildet haben.
 
Die 912 im Rahmen der Studie untersuchten ATHINA-Medikationsanalysen betrafen Patienten, die meist über 65 Jahre alt waren und durchschnittlich elf Arzneimittel einnahmen. Bei 95 Prozent aller untersuchten Fälle konnten die Apotheker mindestens eine Schwierigkeit bei der Arzneimitteltherapie erkennen. Hierzu zählt etwa eine Wechselwirkung zwischen den eingenommenen Präparaten oder Unklarheiten bei der Anwendung. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen: „Eindeutig hat sich hier herauskristallisiert, wie wichtig eine Medikationsanalyse durch die Apotheker für die Arzneimitteltherapie dieser Patienten ist.“

Je nach Art des dokumentierten Problems leiteten die verantwortlichen Apotheker unterschiedliche pharmazeutische Maßnahmen ab. Funke: „Zu guter Letzt haben die Apotheker erfolgreich knapp 70 Prozent der auftretenden Probleme selbst gelöst oder einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, um die Adhärenz der Arzneimitteltherapie für den Patienten zu optimieren.“ Besonders erfolgreich gelang es den Apothekern, Probleme bei der Arzneimittelanwendung zu lösen. Sie erklärten den Patienten beispielsweise, wie ein Asthmaspray anzuwenden ist oder informierten zum richtigen Einnahmezeitpunkt.

Bei ca. jedem dritten Problem kontaktierten die Apotheker auch die betreuenden Ärzte, um Vorschläge für eine Optimierung der Medikation zu unterbreiten, während bei 14 Prozent ausschließlich eine Beratung in der Apotheke stattfand. Funke: „Dieses Ergebnis bestätigt die Wichtigkeit eines multiprofessionellen Ansatzes bei dieser speziellen Herausforderung in der Medikationsanalyse.“

Laut Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg, die die Auswertung der ATHINA-Medikationsanalysen geleitet hat, ist ATHINA ein für die Apotheken vielversprechender Ansatz, um eine Medikationsanalyse flächendeckend und niedrigschwellig anzubieten. Seidling: „Die Studie zeigt, dass die Apotheker im ATHINA- Projekt sehr erfolgreich Probleme in der Medikation erkennen und kurzfristig geeignete Maßnahmen zur Lösung initiieren können.“

Die Zusammenfassung der Studie finden Sie hier.

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