landesapothekerkammer Hessen
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FAQ

  Was ist bei der Abgabe von Bittermandeln zu beachten?

Die Abgabe von Bittermandeln ist nicht gesetzlich geregelt, doch deren Toxizität gibt berechtigten Anlass zu Vorsichtsmaßnahmen. Die toxische Dosis für Erwachsene liegt bei ca. 50, für Kinder bei ca. 5 – 10 Bittermandeln (1mg/kg Körpergewicht). Es empfiehlt sich, Bittermandeln nur in kleinen Mengen (ca. 50g) abzugeben und das Behältnis mit einem Hinweis zu versehen, dass sie für Kinder unzugänglich aufzubewahren sind.

Quelle: Mitteilungsblatt der LAK Brandenburg 05/2009


  Was ist bei der Abgabe von Gefahrstoffen zu beachten?

Gefahrstoffe dürfen von Personen abgegeben werden, die die erforderliche Sachkunde besitzen. Apotheker und PTA besitzen diese durch ihre Ausbildung. Bei sehr giftigen, giftigen, hochentzündlichen, brandfördernden und gesundheits-schädlichen Stoffen (wenn der R-Satz 40, 62 od. 63 und 68 angegeben werden muss, noch EWG Standard!) gilt:

  • Der Empfänger ist mindestens 18 Jahre alt
  • Der Gefahrstoff wird für einen erlaubten Zweck verwendet und es bestehen keine Anhaltspunkte für eine unerlaubte Verwendung oder Weiterveräußerung.
  • Die abgebende Person hat zu entscheiden, ob der angegebene Verwendungszweck erlaubt ist bzw. authentisch ist oder nicht!

Dokumentationspflicht gemäß Chemikalienverbotsverordnung zur Vorbeugung der Herstellung von illegalem Sprengstoff bei folgenden Stoffen:

1. Ammoniumnitrat
2. Kaliumchlorat
3. Kaliumnitrat
4. Kaliumperchlorat
5. Kaliumpermanganat
6. Natriumchlorat
7. Natriumnitrat
8. Natriumperchlorat
9. Wasserstoffperoxidlösungen > 12 %

Aufzeichnungspflichten bei der Abgabe von Stoffen, bei denen eine Identitätsfeststellung erforderlich ist, müssen in einem „Abgabebuch“ dokumentiert werden. Es kann sich dabei um ein einfaches Heft oder einen Ringordner handeln. Die Aufzeichnungen müssen jedoch fünf Jahre aufbewahrt werden.
Dokumentiert werden soll:

  • Art und Menge des Gefahrstoffes
  • Datum der Abgabe
  • Verwendungszweck
  • Name und Anschrift des Erwerbers
  • Name des Abgebenden
  • Unterschrift des Erwerbers.

Quelle und ausführlichere Informationen:

  Abgabe von Gefahrstoffen im Kundenverkehr


  Was ist der LeiKa?

Der LeiKa - Leistungskatalog der Beratungs- und Serviceangebote in Apotheken - beschreibt wissenschaftlich anerkannte Dienstleistungen, die qualifizierten Service und pharmazeutische Kompetenz vereinen und die Arzneimittelversorgung sinnvoll ergänzen. Er richtet sich an Apotheken, die ihren Kunden diese Leistungen qualitätsgesichert anbieten wollen und enthält vielfältige Hilfen zur Umsetzung.

Quelle:

  www.abda.de

  Wie sind die Notfalldepots bestückt und welche Notfall-Arzneimittel müssen Apotheken vorrätig halten?

Die aktuell gültige Bestückung der hessischen Notfalldepots sowie deren Adressen finden Sie unter

  Notfalldepot

Gemäß §15 ApBetrO müssen in der Apotheke folgende Arzneimittel vorrätig gehalten werden

Empfehlung für die Bestückung des Notfalldepots


  Wie müssen Rezepturen gekennzeichnet werden?

Folgende Angaben müssen auf einem Rezepturetikett vermerkt sein:

  • Name des Patienten;
  • Art der Anwendung und Gebrauchsanweisung;
  • Herstellungsdatum;
  • Verwendbarkeit (Tag, Monat und Jahr);
  • Aufbrauchfrist,
  • Name und Anschrift der abgebenden Apotheke (und - soweit unterschiedlich - der Hersteller);
  • Wirkstoffe nach Art und Menge;
  • Inhalt nach Gewicht, Rauminhalt, Stückzahl;
  • Hinweise auf besondere Vorsichts-, Lagerungs- und Entsorgungsmaßnahmen; sonstige Bestandteile nach der Art (z.B. wenn ein Fertigarzneimittel als Grundlage verwendet wird wie Unguentum Cordes).
  • Außerdem hat die Beschriftung lesbar, dauerhaft und in deutscher Sprache zu erfolgen.

Quelle:

  www.zentrallabor.com

  Wie sind die aktuellen Aufbewahrungsfristen?


  Wozu dienen Leitlinien?

Die Leitlinien zur Qualitätssicherung der Bundesapothekerkammer beschreiben apothekerliches Handeln in charakteristischen Situationen. Sie berücksichtigen die gültigen Gesetze und Verordnungen und orientieren sich am Stand von Wissenschaft und Technik. Bei der Einführung eines apothekenspezifischen Qualitätsmanagementsystems unterstützen sie die Beschreibung von Prozessen.

Quelle:

  www.abda.de

  Wie gehe ich mit Pikrinsäure um?

Pikrinsäure ist im trockenen Zustand explosionsgefährlich und kann auf Reibung, Erwärmung und Schlag reagieren. Daher gelangt Pikrinsäure nur phlegmatisiert (angefeuchtet) in den Handel. Um einen Wassergehalt von > 30% dauerhaft sicherzustellen, sind bei Bezug Datum und Gesamtmasse des Gefäßes auf dem Behältnis festzuhalten. Nach sechs Monaten ist die Masse zu überprüfen, bei Bedarf Wasser nachzufüllen und durch Umdrehen des Gefäßes gleichmäßig zu verteilen.

Bei trockener Pikrinsäure oder zweifelhaftem Zustand der Chemikalie muss wie folgt verfahren werden:
Im Fall von nicht mehr ordnungsgemäß gelagerter Pikrinsäure oder wenn die Behältnisse ein nicht ordnungsgemäßes Aussehen aufweisen (z.B. Kristallbildung im Flaschenhals), sollen aufgefundene Gefäße dort verbleiben wo sie gefunden werden.

Eine unklare Gefahrensituation kann sich insbesondere in folgenden Fällen ergeben:

  • es ist erkennbar, dass die Substanz nicht mehr (ausreichend) feucht ist.
  • Das Behältnis ist undurchsichtig und wird schon sehr lange dort gelagert.
  • Das Behältnis oder der Verschluss ist aus Metall (hochexplosive Pikratbildung möglich).
  • Am Behältnis sind kristalline gelbliche Anhaftungen feststellbar.

Liegt mindestens eines dieser Kriterien vor, soll das verschlossene Gebinde in der Abstellsituation belassen und nicht mehr verlagert werden. Der Raum soll verschlossen bleiben und bis zur Abholung nicht von Unbefugten betreten werden.

Diese Empfehlung entspricht unserem aktuellen Kenntnisstand über Pikrinsäure. Wir können keinerlei Haftung für die Handhabung des überlagerten Produkts und für das oben beschriebene Verfahren der erneuten Anfeuchtung übernehmen, auch wenn die empfohlenen Vorsichtsmaßregeln eingehalten werden!

  Handlungsempfehlung des Regierungspräsidiums

  Wer ist wofür zuständig?

Hessischer Apothekerverband
Der HAV vertritt die Interessen der selbstständigen hessischen Apothekerinnen und Apotheker. Er ist Vertragspartner der Krankenkassen und schließt mit diesen Verträge ab. Des Weiteren liegt die Zuständigkeit für Retaxfragen sowie Fragen zur Abrechnung mit Krankenkassen bzw. Arznei – und Hilfsmitteln beim Apothekerverband.

  www.h-a-v.de

Landesapothekerkammer Hessen
Die Landesapothekerkammer Hessen ist für standesrechtliche Angelegenheiten der Apotheker sowie Angelegenheiten der Dienstbereitschaft (Notdienst) zuständig. Die Organisation der Weiterbildung zum Fachapotheker, die ständige Fortbildung, die Ausbildung der PKA und die Durchführung des Begleitenden Unterrichts für Pharmazeuten im Praktikum obliegt ebenfalls der Landesapothekerkammer.

Regierungspräsidium
Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilt Erlaubnisse zum Betrieb von Apotheken und überwacht die hessischen Apotheken durch regelmäßige Inspektionen. Hierbei wird die Einhaltung der Vorschriften auf den Gebieten des Apothekenwesens, des Verkehrs mit Arzneimitteln und Betäubungsmitteln und der Heilmittelwerbung kontrolliert. Bei Verstößen erfolgen Maßnahmen der Gefahrenabwehr und des Ordnungswidrigkeiten- oder Strafrechts.

  www.rp-darmstadt.hessen.de

DAC/NRF
Das NRF enthält sowohl Angaben zu Haltbarkeiten, Herstellung, als auch die Sammlung von standardisierten Rezepturen. Es unterstützt den Apotheker als Verantwortlichen für die Qualität von Ausgangsstoffen und Rezepturarzneimitteln bei der Umsetzung der neuen ApBetrO und der neuen QMS-Vorschriften.

Auf der Homepage finden Apotheker Praxisbeispiele zur Herstellung von Rezeptur und Defektur und den Kontakt zur NRF-Rezepturinformationsstelle.

  www.dacnrf.pharmazeutische-zeitung.de

Zentrallabor
Das ZL ist als Prüflabor der deutschen Apothekerschaft zuständig für die unabhängige Prüfung und Sicherstellung der Qualitätsmängel von Arzneimitteln und apothekenüblicher Ware.
Für den Laborbereich gibt es unter dem Bereich „Mustervorlagen“ Muster zur Erstellung von Prüfanweisungen, Kalibrieranweisungen und Hilfe zur Etikettenkennzeichnung.
Apotheken haben hier die Möglichkeit, über Ringversuche eine Einschätzung über die Qualität der eigenen Arbeitsweise im Rezepturbereich zu erlangen.

  www.zentrallabor.com

Landesprüfungsamt
Die Abteilung II des Landesprüfungs- und Untersuchungsamtes im Gesundheitswesen betreut die Studierenden der Pharmazie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Philipps-Universität Marburg in allen Fragen zur Zulassung zum Ersten, Zweiten und Dritten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung und zur Anrechnung von Studienleistungen.

Das HLPUG ist darüber hinaus bundesweiter Ansprechpartner in Anrechnungsfragen für Studierende, die noch keine Einschreibung oder Zulassung für ein weiteres Pharmaziestudium erlangt haben und nicht in Deutschland geboren sind.

Des Weiteren werden durch das Landesprüfungsamt die zur Ausübung des Apothekerberufes notwendige Approbation als Apothekerin oder als Apotheker sowie eine Erlaubnis zur Ausübung des Apothekerberufes erteilt.

Das Landesprüfungsamt ist ebenfalls Ansprechpartner für die Berufszulassung von Apothekern mit ausländischer Ausbildung.

Weitere dem Landesprüfungsamt obliegende Maßnahmen sind die Anordnung des Ruhens, des Widerrufs und der Rücknahme von erteilten Approbationen und Erlaubnissen.

  Landesprüfungsamt

Arzneimittelkommission
Auf der Seite der Arzneimittelkommission haben Apotheker die Möglichkeit, die aktuellen Berichtsbögen für unerwünschte Arzneimittelwirkungen sowie Qualitätsmängel herunter zu laden.
Die Aufgaben der AMK bestehen in der Dokumentation der Arzneimittelsicherheit (Sammlung von Meldungen über Nebenwirkungen, Resistenzbildung, Missbrauch etc.), der Informationsvermittlung über Printmedien (PZ, DAZ) und Internet (u.a. aktuelle Info der ABDA-Datenbank), dem Nachgehen von Qualitäts- und Deklarationsmängeln, sowie den Meldungen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Arzneimittelmissbrauch.

  www.abda.de/amk.html

  Welche Ausstattung muss im Labor vorhanden sein?

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat eine Liste der Grundausstattung des Apothekenlabors nach § 4 Abs. 7 und 8 ApBetrO erstellt. Die Liste ist auf der Seite des Regierungspräsdiums zum Download verfügbar („Grundausstattung nach ApBetrO“).

  Regierungspräsdium